XYZ da Vinci Mini w – auspacken und losdrucken

XYZ da Vinci Mini w –  Druckst du schon oder schraubst du noch?

Auspacken, anschließen, losdrucken… das ist das Motto des da Vinci Mini w.
Wir haben den „Out-of-the-box“-Drucker vier Wochen lang getestet und wollen Euch unsere Erfahrungen natürlich nicht vorenthalten.

 

 

Bereits seit Juni des vergangenen Jahres ist das rund 299 Euro teure System des taiwanesischen Herstellers XYZ Printing erhältlich. (hier bei iGo3D kaufen)
Etwas kleiner als sein Bruder da Vinci Junior, aber dafür mit einem 15 x15 x 15 cm großem Bauraum ausgestattet, ist der da Vinci Mini w für die meisten Druckobjekte ausreichend groß dimensioniert.

Aufbau und Aussehen

Wer sich den da Vinci Mini w einmal genauer anschaut, stellt schnell fest, dass es sich im Grundaufbau um einen verpackten Prusa-Aufbau handelt.

Hinter viel Kunstsoff versteckt befinden sich die Kernkomponenten, die einen filigranen, aber dennoch stabilen Eindruck machen.
So wird der Extruder auf der X-Achse über ein gekantetes Führungsblech geführt, welches wiederum durch einen spindelgetriebenen Z-Antrieb nach oben und unten bewegt wird.
Besonders auffällig ist, dass die Z-Verstellung mit nur einem Motor auskommt. Wer nun denkt, dass das System klemmt, der irrt. Durch zwei großzügig dimensionierte Führungsstangen (12mm) wird der ganze Schlitten sauber geführt.

Eine Lösung die man sich auch für andere Drucker, wie dem ANET A8, wünscht.
Das Druckbett wird auf der gut abgedeckten Y-Achse geführt und gehalten, so dass wir hier wenig sehen konnten.
Das Bowden-Hotend ist ebenfalls mit Kunststoffabdeckungen versehen, so dass hier kein Hineingreifen in den verbauten Lüfter stattfinden kann.
Sicherheit scheint bei XYZ an oberster Stelle zu stehen, das beweist auch das Mitliefern einer Klarsichtabdeckung für den Druckraum.

Das Außengehäuse selbst besteht aus einer orangenen Kunststoffhülle und ist unserer Meinung nach nicht ganz so gelungen.
Es erinnert durch die Farbgebung ein bisschen an die Haushaltsgeräte der siebziger Jahre, aber das ist nun mal Geschmackssache.
Seitlich am Gehäuse montiert befinden sich noch der Extruder-Antrieb und die Spulenhalterung, die eingeklappt mit einer Kunststoffabdeckung verdeckt werden kann.

Wer ein Display beim da Vinci Mini w sucht, der wird enttäuscht sein. Der Hersteller XYZ Printing setzt bei der Kommunikation mit dem Bediener lieber auf eine Multifunktions-LED und akustische Signale.

 

 

Technische Daten

 

TechnologieFFF/FDM
AusführungFertiggerät
Filament Durchmesser1.75 mm
Druckermaße (HxBxT)400 x 336 x 362 mm
FarbeSingle Extruder
DruckkopfOrange - Schwarz
Düsendurchmesser0.4 mm
HerstellerXYZprinting
Hersteller LandTaiwan
Herstellergarantie1 Jahr
Druckplattformnicht beheizt
Unterstütztes MaterialPLA
Max. Druckbereich (HxBxT)150 x 150 x 150 mm
AnschlussmöglichkeitenUSB 2.0 / WiFi
SoftwareXYZware
Systemanforderungenab Windows 7 / MAC OS
Dateiformat.stl , XYZ Format
Gewicht 8kg
Displaykein Display

 

Software und Anschlussmöglichkeiten

Die mitgelieferte Software XYZware ist Steuerung, Konfigurationstool und Slicer in einem.
Sie bietet Zugriff auf alle wichtigen Funktionen des Druckers und dient zur Übertragung der Druckdaten.
Die Software dient zudem zur Kalibrierung des Druckers und zur Konfiguration der Verbindungseinstellungen.
Ein schönes Feature des da Vinci Mini w ist übrigens, dass es neben der USB-Schnittstelle auch die Möglichkeit der drahtlosen Übertragung gibt, da der Drucker über ein eingebautes WLAN Modul verfügt.

 

 

Der eingebaute Slicer verfügt über drei Standardeinstellungen für die Druckqualität. Es lassen sich jedoch alle Parameter wie Infill, Schichtdicke und Geschwindigkeit separat einstellen, so dass für den spielfreudigen Benutzer keine Wünsche offen bleiben.

Druckergebnisse

Wie zuvor erwähnt gibt es drei Standardeinstellungen, für die Druckqualität. Wir haben in unserem Test meistens die Einstellung „Gut“ verwendet.
Da das ganze System auf  die hauseigenen Filamente von XYZ Printig angepasst ist, stimmten die Einstellungen fast immer für die Druckaufgabe. Man kann aber, je nach Bedarf, noch die Optionen Raft, Skirt und Support dazu wählen.

Gedruckt wird auf einem unbeheizten Aluminiumbett, welches mit einer hauseigenen Trägerfolie beklebt ist. Falls diese einmal verschlissen sein sollte, liegt Ersatz im Lieferumfang bei, kann aber auch mit handelsüblichem Bluetape ersetzt werden.
Leider gibt es wohl ab und an Haftungsprobleme, so dass sogar der Hersteller bei einer Temperatur von unter 25°C den Einsatz eines Klebestiftes empfiehlt.
Wir haben während der Testphase keinerlei Probleme, auch bei Temperaturen unter 25°C, feststellen können, so dass wir auf den Einsatz von Klebestiften verzichten konnten.

Ein wirklich nützliches und wichtiges Feature ist die Kalibrierungsmöglichkeit des Druckers. Eine Kalibrierung sollte immer nach einem Transport oder längerem Stillstand durchgeführt werden und dauert keine fünf Minuten.
Im nachfolgenden Foto könnt Ihr die Unterschiede der jeweiligen Standardeinstellungen betrachten.

 

XYZ_Druckvergleich

Bild 1 von 4

Vergleich der drei Standard Druckeinstellungen der XYZmaker Software. Schnell - Gut - Hervoragend (von links nach rechts)

 

Bei den meisten Testdrucken hat bei uns, wie bereits gesagt, die Qualitätseinstellung „Gut“ für sehr annehmbare Ergebnisse gesorgt. Die Layer waren teilweise erkennbar, was uns aber nicht weiter gestört hat. Natürlich kommt es auch immer auf den Anwendungsfall an, welche Einstellung Ihr wählen solltet.

Material

 

Alles ist beim da Vinci Mini w auf das hauseigenen Filament von XYZ Printing abgestimmt. Es können durch die Bindung keine Filamente anderer Hersteller mit dem Drucker verarbeitet werden. Was sich wie ein Nachteil anhört, ist eigentlich ein Vorteil, da man durch die hauseigene Produktion immer gleichbleibende Druckparameter einsetzen kann und es dadurch kaum zu Einschränkungen in der Druckqualität kommt.

Auch die Kosten sind im Vergleich zu anderen Herstellern nicht teurer. Es gibt mittlerweile eine sehr gute Farbauswahl die für jeden etwas dabei haben sollte.

 

 

 

Fazit

Der XYZ da Vinci Mini w ist ein kostengünstiges Einsteigermodell und eignet sich besonders für Menschen, die sich nicht groß mit technischen Details beschäftigen wollen. Durch seinen schnellen Aufbau und die Kalibrierungsmöglichkeiten ist der Drucker ideal für Schulklassen oder Lehrveranstaltungen geeignet. Auch für technikgegeisterte Menschen ist dieser Drucker zu empfehlen, da man die Grundbegriffe des 3D-Drucks kennenlernen kann. Man bekommt in relativ kurzer Zeit gute Ergebnisse, die sich nicht hinter denen teurer Systeme verstecken müssen.
Lediglich die Filamentbindung und das fehlende Heizbett schmälern eine wenig die Einsatzmöglichkeiten des Druckers.

Uns hat der Drucker gefallen, so dass wir 4 von 5 Punkten geben.

An dieser Stelle möchten wir uns übrigens noch bei iGo3D bedanken, die uns den Drucker kostenlos zur Verfügung gestellt haben.

Ulrich Saßmannshausen

Ulrich Saßmannshausen

Mein Name ist Ulrich Saßmannshausen, ich bin der Gründer und Hauptautor von http://selbstgedruckt.de.
Mein Ziel ist es, Euch mit Neuigkeiten, Test und Tutorials aus der Welt des 3D-Drucks zu versorgen.
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