Magazin: 3D Druck – ein brandgefährliches Hobby?

Immer öfter kann man in den Medien folgende Überschrift lesen:
„3D-Drucker setzt Haus in Brand“ oder "Wohnungsbrand durch 3D-Drucker ausgelöst“

Artikel von chiemgau24.de: http://bit.ly/2sAUzKw

Was macht das Hobby so brandgefährlich?

Abgebannte Platine eines 3D Drucker. Bildrecht: Sergej Michel [https://www.facebook.com/sergej.michel.35]

Heißer Kunststoff wird auf eine heiße Druckplattform aufgetragen, alles im Temperaturbereich von rund 220°C, also nicht viel wärmer als ein Backofen.
Und dennoch kommt es immer wieder zu verheerenden Bränden, bei dem im glücklichsten Fall nur der Drucker ein Raub der Flammen wird.
Die Ursachen liegen meist nicht am Prozess, sondern an den verwendeten Geräten selbst.
Man sieht immer wieder Brände auf Platinen, abgefackelte Extruder oder zerstörte Netzteile.

Aber auch am Arbeitsplatz selbst findet man eine sehr große Brandlast.
Es stehen oft Spraydosen mit Reinigungs- und Schmiermitteln oder Haarspray in der Nähe des Druckers, Kabel liegen offen oder sind schlecht verlegt.
Möglicherweise liegt noch der Lötkolben angeschaltet daneben.

Wie kommt es zum Brand?

Es gibt auf dem Markt viele Geräte, die den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und somit sicher sind.
Dies schlägt sich aber in den Anschaffungskosten eines solchen Druckers nieder, welche dann schnell auf  1000EUR und mehr belaufen können.

Doch gerade im Hobbybereich wird der Markt derzeit von sehr günstigen 3D-Drucker Bausätzen aus China überschwemmt, die für knapp 200EUR zu kaufen sind.
Diese Bausätze entsprechen weder europäischen, noch deutschen Richtlinien und bergen ein großes Gefahrenpotenzial.
Die Netzteile sind nicht geprüft, Platinen haben sehr dürftige Lötstellen und die verarbeiteten Komponenten sind oftmals von schlechter Qualität.
Hinzu kommt, dass diese Drucker auch noch aus Acrylglas bestehen, so dass sich ein entstehendes Feuer sehr schnell ausbreiten kann.

Neben der Brandgefahr gibt es bei diesen Bausätzen auch eine elektrische Gefahr durch Verdrahtungsarbeiten, die eigentlich nur Elektrofachkräfte ausführen dürfen.

Es besteht das Risiko durch einen Stromschlag verletzt oder sogar getötet zu werden!

Was kann ich machen?

Solltet Ihr trotzdem so einen „China Kracher“ benutzen wollen, so haben wir ein paar Tipps für Euch zusammengestellt, wie Ihr Euren Drucker und Euch schützen könnt.

Unsere Kaufempfehlungen findet Ihr am Ende des Artikels.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass sämtliche Arbeiten und Veränderungen an den Geräten oder den Steuerungen auf Eure eigene Gefahr auszuführen sind und wir keinerlei Verantwortung und Haftung bei Defekten, Unfällen oder sonstigen Schadensereignissen übernehmen.

Klick Euch hier durch unsere Bilderstrecke, um mehr zu erfahren:


1. Achtung Stromschlag!

Bild 1 von 10

Solltet Ihr keine Elektrofachkraft sein, so fragt Freunde oder Bekannte mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung, ob sie euch den Drucker anschließen. Somit reduziert Ihr das Risiko verletzt zu werden auf ein Minimum.

Bildquellen: https://pixabay.com/


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Ulrich Saßmannshausen

Ulrich Saßmannshausen

Mein Name ist Ulrich Saßmannshausen, ich bin der Gründer und Hauptautor von SELBSTgedruckt - 3D-Druck Magazin
Mein Ziel ist es, Euch mit Neuigkeiten, Test und Tutorials aus der Welt des 3D-Drucks zu versorgen.
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3 Gedanken zu „Magazin: 3D Druck – ein brandgefährliches Hobby?

  • 4. Juni 2018 um 10:30
    Permalink

    Habe selbst einen ANET A8 für 126€ gekauft und das Netzteil hat 2 Monate gelebt
    danach waren die Primärkondensatoren durch.
    Diese wurden durch einen befreundeten Elektroniker durch kleinere aber bessere ersetzt und das Netzteil wird aktiv gekühlt.
    Also von Panikmache würde ich daher nicht reden.
    Auch das verbauen seperater Mosfets für das Heizbett halte ich für durchaus sinnvoll um das Mainboard zu entlasten.

    Antwort
  • 7. November 2017 um 10:19
    Permalink

    Wieso Panikmache? Ich finde den Artikel sehr gut. Wenn ich für einfache 3D-Drucke bei Amazon oder einem anderen Shop bestelle, und mein Monoprice 3D Mini dann nach 2 Wochen durch schlecht verlegte Kabel abfackelt, hat das nichts mit meinem eigenen Können zutun, da der Drucker bereits fertig geliefert wird. Ich würde so ein Teil niemals unbeaufsichtigt lassen und der billige 300 EUR Drucker entpuppt sich bei dem ganzen Zubehör wie neuem Netzteil, etc. schnell als teure Billiglösung.

    Antwort
  • 5. Juni 2017 um 17:41
    Permalink

    Moin,
    Der Artikel klingt leider sehr stark nach Panikmache.
    Das Hauptproblem bei den DIY-Druckern ist in der Tat ein nicht-sachgemäßer Zusammenbau, vor allem oftmals nicht-vercrimpte Kabelenden, Kabelverbindungen ohne Zugentlastung, Nutzung von zu wenig Verbindern zum Hotbed (oftmals sind hier noch Pins unbelegt die für weitere Leitungen zu Stromzufuhr genutzt werden können), keine Nachrüstung eines Mosfet fürs Hotbed (und ggf. Hotend) usw…
    Diese Infos sind mittlerweile an vielen Stellen im Netz sehr gut dokumentiert, werden oft jedoch nicht beachtet. Dadurch entstehen dann Schwelbrände o.Ä.
    Sinnvoll ist auch das Installieren einer alternativen Firmware, diese haben oftmals eine „thermal runaway detection“, erkennen also z.B. ob eine Heizpatrone aus dem Hotend gerutscht ist weil die Madenschraube nicht mehr greift und die Kabel zu viel Spiel haben (auch ein häufiger Fehler) und schalten den Drucker dann ab bzw. unterbrechen die Stromzufuhr zum Hotend.
    Das Optimum ist natürlich eine schaltbare Steckdosenleiste mit einem Raspberry Pi dran der einen Rauchmelder und die Druckparameter überwacht und ggf. einfach alles totlegen kann.
    So können dann auch größere Projekte (48-Stunden-Drucke in ABS) angegangen werden.

    Antwort

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