Review: TEVO Michelangelo

Der Konkurrenzkampf tobt:
Die chinesischen Druckerhersteller beobachten den Markt sehr genau und so verwundert es nicht, dass sich zum Erfolgsmodell Ender-2 schnell ein Konkurrent gesellt.

Dieser heißt in diesem Fall Michelangelo und stammt aus dem Hause TEVO.
Kompakt, leise, schnell – diese drei Attribute beschreiben das neue Kompaktgerät schon ganz gut.
Fast wäre es sogar gelungen uns komplett zu begeistern, aber dem kleinen TEVO fehlt ein entscheidendes Detail: er hat KEIN Heizbett!
Warum man auf dieses fast schon existenzielle Bauteil verzichtet bleibt rätselhaft. Dennoch weiß der Zwerg zu begeistern und sein Defizit gut wett zu machen.

Lieferung und Aufbau

Da der TEVO Michelangelo zu 99,99% schon fertig aufgebaut ist, brauchten wir nur noch die vier Füße und den Drehknopf für das Display zu montieren. Da ist besonders für absolute Neuanfänger sehr interessant.
Auch die Verpackung des gesamten Druckers ist sehr vorbildlich gestaltet. Der freihängende Arm wird mit einer dicken Portion Schaumstoff so gut festgehalten, das während des Transports eigentlich nichts passieren sollte.
Leider bringt der Michelangelo nicht viel Zubehör mit. So hätte man zum Beispiel wenigstens ein Filamentsample und den guten alten Seitenschneider mit dazu legen können.
Auch ein Spulenhalter fehlt dem TEVO Michelangelo leider gänzlich.

Grund genug für uns selbst einen zu konstruieren und auf thingiverse zu stellen. Der Halter lässt sich übrigens auf dem Michelangelo drucken, so dass Ihr nicht auf einen zweiten Drucker zurückgreifen müsst.
Unseren Halter findet Ihr als Download hier:

https://www.thingiverse.com/thing:2841917

Technische Daten

 
MarkeTEVO
Geräte TypFertiggerät
ModellbezeichnungMichelangelo V1.0
RahmenmaterialAluminum
DruckbettAluminum Base 
DüsenanzahlSingle 
Düsendurchmesser0.4mm 
Drucktemperaturbis zu 260°C 
Bauraum150x150x150 mm
Schichtdicken0.05-0.3mm 
LCD-Screenvorhanden
Druckgeschwindigkeit60-120 mm/s 
Heizbett
druckbare MaterialienPLA, TPU
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.05mm 
Spannung110V/220V 
Leistung60W
SlicerCura, S3D, Slic3r 
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB
Gewicht6,5 kg

Mechanik und Führungen

Da der TEVO Michelangelo ein Klon des Ender2 bzw. Tronxy X1 ist, ist natürlich auch der mechanische Aufbau ähnlich gestaltet.
Abweichungen findet man aber trotzdem, so ist zum Beispiel der Riemen der X-Achse nicht komplett durch das Aluminiumprofil geführt, sondern nur auf der Oberseite. Wir finden diese Variante gelungener als beim Ender, da es weniger Probleme mit eventuellen Ecken gibt, wo sich der Riemen aufreiben kann.
Ebenfalls besser gelöst finden wir die Anbindung der kompletten Y-Achse. Diese ist fest auf der Grundplatte des TEVO Michelangelo verschraubt und erhält hierdurch eine gute Steifigkeit. Der Riemenantrieb befindet sich seitlich daneben und wird über mehrere Umlenkrollen geführt.
Durch seine feste Basis und die verwendeten Aluprofile scheint der Aufbau des Michelangelo schon gut gelungen.

Geführt wird der Michelangelo übrigens über V-Slot Rollen im Aluminiumprofil, einer mittlerweile sehr verbreiteten Lösung.

Hotend und Extruder

Ein direkter Pluspunkt geht an die Bauteilkühlung des TEVO Michelangelo, denn diese ist von Anfang an mit zwei Radiallüftern ausgestattet und bringt so gute Kühlergebnisse.
Beim Hotend setzt TEVO wieder auf sein standardmäßig verbautes Hotend, welches bereits beim Tornado, Tarantula etc. zu finden ist. Die Kühlung des Hotends erfolgt über einen nicht zu lauten 30×30 Axiallüfter.
Der Extruder, wie sollte es schon fast anders sein, ist der TEVOeigene Klon des E3D Titan Extruders. Der TEVO Titan Extruder hat uns bisher bei allen Druckern sehr gut gefallen und stellt eine günstige Alternative zum Original da. Durch die Untersetzung des Extruders und dem kurzen PTFE Liner, welcher am Michelangelo Verwendung findet, scheinen Förderprobleme fast ausgeschlossen. Selbst flexible Materialien können, mit gut angepassten Druckeinstellungen, beim Michelangelo eingesetzt werden.

Leider schränkt das fehlende Heizbett die Auswahl der Materialien sehr ein.
Warum TEVO auf dieses elementare Bauteil verzichtet hat, bleibt rätselhaft. Zumal dies doch heutzutage zur Grundausstattung eines 3D-Druckers gehören sollte.
Mittlerweile gibt es aber Möglichkeiten dieses nachzurüsten und somit den Michelangelo für (fast) alles gängigen Materialien nutzbar zu machen. Ein gutes Video zum Nachrüsten findet Ihr übrigens hier:

Heizbett für den MIchelangelo [Video von Rics_3D]

Elektronik

Besonders hier sammelt der TEVO Michelangelo Pluspunkte. Verbaut ist ein MKS Gen_L V1.0. Beim Display wurde das MKS MINI 12864 verbaut. Beide Komponenten sind sehr wertig und versehen ohne Probleme den Dienst.
Besonders zu erwähnen ist aber, dass der Michelangelo nicht mit mechanischen, sondern kapazitiven Endschaltern ausgerüstet ist. Gerade in dieser Preisklasse wirklich top.

Durch das fehlende Heizbett konnte natürlich das Netzteil entsprechend klein ausfallen, so dass man im Inneren des 3D-Druckers nur ein 12V – 90W Netzteil findet. Eine Nachrüstung mit einem Heizbett bedeutet also, entweder ein größeres Netzteil zu verbauen, was aber aufgrund des Platzangebotes gut möglich ist, oder aber eine 230V Variante einzusetzen.
Wir tendieren aufgrund der Gefahr, die von 230V ausgehen, immer zur ersten Lösung.

Wer sich Gedanken um die Kühlung des TEVO Michelangelo macht, dem sei gesagt, dass dieser aufgrund des kleinen Netzteils und eines serienmäßig verbauten Lüfters sehr gut ausgestattet ist.

Eine Tatsache die übrigens urig ist, ist dass dem TEVO Michelangelo eine 512MB SD-Speicherkarte beiliegt. Da kommt der Charme der frühen 2000er auf. 😀

 

Druckergebnisse

Die bisher gedruckten Teile sehen sehr gut aus und auch die Geschwindigkeit des kleinen Druckers überrascht. Die Schichtstärken liegen laut Hersteller zwischen 0,02 und 0,3mm, wobei eine Auflösung von 0,1mm eher der Realität entspricht. Dabei darf die Druckgeschwindigkeit aber gerne mal über 80mm/s und mehr betragen.

Preis / Leistung

Der TEVO Michelangelo ist für rund 150-250€ bei diversen Händlern erhältlich.
Ein ganz akzeptabler Preis, zumal der Michelangelo doch mit einigen Feature daherkommt:

  • Eine gute und wertige Elektronik
  • Stabile Basis und Profile aus Aluminium
  • kapazitive Endschalter

Die Qualität und Verarbeitung des 3D-Druckers ist in Ordnung und dem Preis angemessen.

Fazit

Der TEVO Michelangelo ist ein kleiner, schneller Anfängerdrucker mit großen Stärken, aber auch einem sehr großem Defizit. Das fehlende Heizbett schränkt die Materialauswahl beträchtlich ein. Trotzdem punktet der 3D-Drucker in Sachen Geschwindigkeit und Ausstattung. Neben einem Geared Extruder und kapazitiven Endschaltern sind auch die anderen Komponenten sehr wertig.
Durch eine schwere Basis und ausreichend dimensionierten Aluprofilen liefert der Michelangelo sehr gute Druckergebnisse und bleibt dabei trotzdem portabel.

Wir finden den TEVO Michelangelo gut gelungen und empfehlen diesen gerne als Zweit- oder Drittgerät. Aber auch Anfänger sollten diesen 3D-Drucker ins Auge fassen.

Zu kaufen gibt es den TEVO Michelangelo natürlich, wie immer bei Gearbest, AliExpress usw

Bewertung
Gesamtbewertung 4 / 5
Zusammenbau 5 / 5
Mechanik / Elektronik 4 / 5
Ausstattung 3 / 5
Druckqualität 4 / 5
Preis / Leistung 4 / 5
Lautstärke 4,5 / 5

Kurzvorstellung: Alfawise U10

Kommt jetzt der Creality3D CR-10 Killer?

Der chinesische Onlinehändler Gearbest stellt unter seiner Eigenmarke Alfawise den U10 vor.

Der 3D-Drucker will vor allem mit seiner Bauraumgröße von 400x400x500mm! und einem unschlagbaren Preis von rund 400€ punkten.

Der Alfawise U10 bietet dabei von Haus aus schon viele Features, die wir bereits vom CR-10S kennen:

  • zwei Z-Achsenspindeln
  • Filamentsensor
  • Resume Printing Function nach einem Stromausfall

Wir werden den Alfawise U10 natürlich testen und später hier im Magazin ausführlich vorstellen.

Hier findet Ihr schonmal alle wichtigen Daten:

MarkeAlfawise
Geräte TypDIY 
ModellbezeichnungU10
RahmenmaterialAluminum
DruckbettAluminum Base 
DüsenanzahlSingle 
Düsendurchmesser0.4mm 
Drucktemperaturbis zu 260°C 
Bauraum400x400x500mm
Schichtdicken0.05-0.3mm 
LCD-Screenvorhanden
Druckgeschwindigkeit10 – 150mm/s 
Heizbetttemperaturbis zu 100°C
druckbare MaterialienABS,HIPS,PLA, PETG
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.004mm 
Spannung110V/220V 
Leistung360W 
SlicerCura, S3D, Slic3r 
LieferformBausatz
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB
Gewicht15kg

Kurzvorstellung: Anet A9

Als hätte man es geahnt, bringt der chinesische Druckerhersteller Anet ebenfalls ein Gerät in der „Ender-Klasse“ heraus. Somit schlagen sich in diesem Feld momentan vier Hersteller um die Vormachtstellung.

Anders als sein Konkurrent, der TEVO Michelangelo, hat der A9 genauso wie der Ender-2 ein Heizbett verbaut und ist so auch für eine große Auswahl an Materialien geeignet.

Hier findet Ihr alle wichtigen Daten:

Marke:Anet 
Geräte TypDIY 
ModellbezeichnungA9 
RahmenmaterialAluminum
DruckbettAluminum Base 
DüsenanzahlSingle 
Düsendurchmesser0.4mm 
Drucktemperaturbis zu 260°C 
Bauraum16 x 16 x 20cm 
Schichtdicken0.1-0.4mm 
LCD-Screenvorhanden
Druckgeschwindigkeit40 – 120mm/s 
Heizbetttemperaturbis zu 100°C
druckbare MaterialienABS,HIPS,PLA, PETG
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.004mm 
Spannung110V/220V 
Leistung250W 
SlicerCura, S3D, Slic3r 
LieferformBausatz
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB

Coupons & Co: Gearbest Coupons April 2018

Gearbest Coupon Deals April 2018

aktualisiert am: 30.03.2018

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Anycubic Coupons

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Anet Coupons


 
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Tevo Coupons

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Review: JGAURORA A5 – verboten gut

Selten sind wir von Anfang an zu begeistern, aber wir müssen sagen, dass der JGAURORA A5 unsere Erwartungen bei weitem übertroffen hat.
Natürlich gibt es hier und da ein paar Punkte, die uns nicht so gut gefallen, aber bis jetzt überwiegt der erste positive Eindruck.

Alleine schon die Verarbeitung des 3D-Druckers macht Spaß anzuschauen. Es gibt CNC-gefräste Halterungen, ein 24V Netzteil und ein Full-Color Display mit Touch. Warum man immer wieder hört, dass es Probleme beim Zoll mit dem Drucker geben soll bleibt erstmal unverständlich. Da sind andere Geräte viel schlechter verarbeitet und weisen sicherlich eine größere Anzahl an Mängeln auf als der JGAURORA A5.

Auspacken und Montieren

Wie immer und fast nicht anders zu erwarten, wurde der JGAURORA A5 gut verpackt und sogar sehr schnell von Gearbest geliefert. Auffällig war direkt, dass nochmal eine Pappbanderole um den Karton geklebt wurde. Es scheint fast so, dass auf dem Versandweg einige Drucker verloren gegangen sind und man deshalb auf diese Schutzmaßnahme zurückgreifen muss.
Innen erwarten uns, mal wieder mit viel Schaumstoff verpackt, die Bauteile vom A5. Da es sich um einen fast vollständig zusammengesetzten 3D-Drucker handelt besteht der Inhalt nur aus dem Unterteil, dem Portal und einem kleinen Zubehörkarton.

Die Montage des Druckers ist denkbar einfach: Portal aufstellen, Unterteil einsetzen, alles verschrauben und die Kabel einstecken, fertig.
Nicht einmal 10 Minuten und es erwartet Euch ein fast druckbereites System. Einzig die Druckplatte muss noch manuell gelevelt werden. Dies ist aber dank mitgelieferter Abstandskarte und Auto Leveling Assist überhaupt kein Problem.

Der einzige Wehmutstropfen den wir beim JGAURORA A5 hatten ist, dass der Lüfter vom Hotend ein dermaßen schlimmes Geräusch macht, weil dieser nicht mit dem Blech in dem er sitzt verschraubt ist. Warum das so ist, fragen wir uns an dieser Stelle auch. Zwei Schrauben später und der Lüfter schnurrt wie ein Kätzchen…

Technische Daten

 
TechnologieFFF/FDM
AusführungBausatz / vormontiert
RahmenmaterialStahl – pulverlackiert
Filament Durchmesser1.75 mm
Druckermaße (HxBxT)540 x 480 x 545 mm
Farbeschwarz
Extruder / HotendBowden Extruder mit Filament Change Assist
Düsendurchmesser0.4 mm
HerstellerJGAURORA
Hersteller LandChina
DruckplattformAluminium Heizbett mit Black Diamond Platform (beschichtetes Glas)
Unterstütztes MaterialPLA, ABS, PETG uvm.
Max. Druckbereich (LxBxH)305 x 305 x 320 mm
AnschlussmöglichkeitenUSB-Buchse / USB-Port
Softwarealle gängigen Slicer
Systemanforderungenab Windows 7 / MAC OS
Dateiformat.stl , .obj, g-code
Gewicht13,5 kg
DisplayFull Color Touch Display

Mechanik, Lager und Führungen

Fangen wir mal mit dem Schlechten an.
Die Lager der X- und Y-Schlitten scheinen irgendwo aus einer 20 Jahre alten Maschine ausgebaut worden zu sein 😉. Die Linearbuchsen klappern und machen Geräusche, dass einem wirklich angst und bange wird. Ein Spiel in den Führungen konnten wir aber nicht feststellen.
Sicherlich macht es für den geübten Bastler sinn die Lager gegen hochwertige Linearbuchsen auszutauschen um die Geräusche, soweit es möglich ist, zu minimieren.

Gefallen hat uns wiederum beim A5, dass sämtliche Halter aus gefrästen Aluminiumblöcken bestehen, was bei einer Preisklasse um die 400-500€ absolut nicht selbstverständlich ist. Der gesamte Aufbau ist sehr stabil, was vor allem durch die Stahlbleche kommt, aus denen der A5 gefertigt ist. Schon beim Anycubic i3 MEGA ist dies ein absoluter Vorteil gegenüber anderen 3D-Druckern. Interessant ist auch, dass die Wellen für die Y-Achse nicht aus Ø8mm, sondern aus Ø10mm Durchmesser bestehen. Auch der Halter des Heizbettes ist sehr stabil mit Verstärkungen ausgeführt, so dass hier ein Verbiegen der Druckoberfläche fast ausgeschlossen werden kann.

Extruder, Hotend und Heizbett
Ein Eigenbau: Das Hotend vom JGAURORA A5. Es dient gleichzeitig zur Aufnahme der Linearlagerbuchsen.

Die beim JGAURORA A5 eingesetzte Extruder/Hotend-Kombination scheint recht gut aufeinander abgestimmt zu sein. Diese ist als Bowden-Setup ausgeführt und hat bisher alle Tests gut absolviert. Was ein wenig stören könnte ist, dass der PTFE-Liner zusammen mit anderen Kabeln zum Hotend geführt wird und dadurch sehr lang ist. Gerade beim Bowden sollte man immer auf einen nicht zu langen Teflon-Liner achten, da es sonst zu Förderproblemen kommen kann.
Zum Hotend können wir nicht viel sagen, da dieses anscheinend eine Eigenentwicklung von JGAURORA ist, die gleichzeitigt die Linearlager der X-Achse mitaufnimmt. Bei den Düsen handelt es sich aber um handelsübliche E3D-Düsen, die ohne Probleme ausgetauscht werden können.

Auf der einen Seite schön, aber auf der anderen Seite problematisch könnte der automatische Einzug des Filaments werden, denn man hat keinerlei Möglichkeit das Filament manuell einzufädeln, bzw. herauszuziehen. Gerade wenn mal eine Verstopfung im Hotend vorliegt oder man das Material wechseln möchte, kann so kein Cold-Pull ausgeführt werden. Ansonsten ist beim A5 noch ein mechanischer Filamentsensor vorhanden, der den Drucker, im Falle einer leeren Spule, pausiert und somit einen Fehldruck vermeidet. Was ein sehr schönes und nützliches Feature ist.

Heizbett

Anders als die erste Version des A5 kommt unser Modell nicht mit einer Magnetwechselplatte, sondern mit einer „Black Diamond Platform“ daher. Dieses Druckbett erinnert schon sehr stark an die Ultrabase von Anycubic und ist auch vom Haftungsverhalten fast identisch. Aufgeklebt ist die Glasplatte auf einem 305x305mm großen Heizbett, welches über die üblichen vier Schrauben gelevelt wird. Somit bietet der JGAURORA A5 mit einer Druckhöhe von 320mm ein sehr großes Druckvolumen.

Elektronik

Der JGAURORA A5 läuft auf 24V, was wirklich sehr gut ist, denn so heißt das Druckbett sehr schnell hoch. Knapp drei Minuten bis zur 60°C Marke und nochmal 14 Minuten mehr bis 110°C. Bei einer Druckfläche von 305 x 305 mm sind das annehmbare Werte. Wer es noch ein wenig schneller mag, der kann natürlich sein Heizbett von unten zusätzlich isolieren.

Im Inneren verrichtet ein Makerbase MKS GEN L 1.0 seinen Dienst und wird über ein Makerbase 3.0 TFT Touch Display gesteuert.
Zur Ansteuerung der Motoren befinden sich austauschbare Pololu A4988 Stepper-Treiber auf dem Board. Dies ist besonders dann interessant, wenn man den Drucker noch leiser bekommen möchte und die Treiber gegen Andere wechselt.

Die Stromversorgung liefert, wie bereits erwähnt, ein 24V Netzteil mit 350W von Meanwell.
Wer beim JGAURORA nach Lüftern im Unterteil sucht, der wird enttäuscht. Lediglich der Netzteillüfter verrichtet ab und an seinen Dienst. Es gibt für das Board keinen zusätzlichen Lüfter, ob sich dies bei längeren Drucken bemerkbar macht bleibt abzuwarten.

Bedienung und Features

Wir hatten es ja schon angerissen, dass der JGAURORA über einige tolle Features verfügt.

  • TFT Touch Display
  • Filament-Ende Sensor
  • Black Diamond Platform

Der Drucker hat aber noch mehr zu bieten:

Power Failure Protection

Nach einem Stromausfall ist es beim JGAURORA A5 möglich den Druck an der Stelle fortzusetzten, an dem der Drucker zuletzt stehen geblieben ist. Man muss aber dazusagen, dass man die Nahtstelle, an der der Drucker wieder angesetzt hat, deutlich erkennt.

Leveling Assist

Ein überaus nützliches Feature ist der Leveling Assist. Dieser hilft sowohl Anfängern und auch Fortgeschrittenen das Druckbett optimal auszurichten. Jeder Levelpunkt lässt sich ganz einfach mit einem Tastendruck anfahren und einstellen.

Leider etwas irreführend ist der Punkt WIFI im Menü des Druckers, welcher aber keinerlei Funktion aufweist. Vielleicht wird dies einmal bei späteren Modellen von JGAURORA eingesetzt.

Preis / Leistung

Der JGAURORA ist für rund 400-500€ bei diversen Händlern erhältlich.
Ein nicht zu hoher Preis, wenn man bedenkt was man alles dafür bekommt:

  • Eine gute und wertige Elektronik
  • 24V Netzteil
  • Halterungen aus Aluminium
  • TFT Touch Display
  • Features, wie Filamentsensor, Power Failure Protection usw.

Die Qualität und Verarbeitung des 3D-Druckers ist in Ordnung und dem Preis angemessen.
Auch die Optik ist bei diesem Gerät durch die schwarz-pulverlackierten Bleche und den abgerundeten Formen sehr angenehm. Eine unserer Frauen meinte, dies ist endlich ein Modell, was auch mal im Wohnzimmer Platz finden könnte 😉.

Fazit

Bis jetzt hat uns der JGAURORA A5 überzeugen können. Hier und da weist der 3D-Drucker zwar noch ein paar Schwächen auf, wie zum Beispiel die klapperigen Lager oder der lange Teflon Liner, aber insgesamt ist das System stimmig und zu einem guten Preis erhältlich.
Besonders seine netten Zusatzfunktionen, wie der Filamentsensor und der Leveling Assist sind nicht oft in dieser Preisklasse zu finden. Auch die Halterungen aus Aluminium haben uns überzeugt.
Der Aufbau ist schnell, einfach und auch für Laien durchzuführen.
Durch das Touch Display sind alle Funktionen schön und ordentlich zu finden. Inwieweit man später eine quelloffene Firmware wie z.B. Marlin oder Repetier aufspielen kann bleibt abzuwarten.

Uns jedenfalls macht der JGAURORA A5 sehr viel Spaß und erhält daher 4 von 5 Punkten.

Bewertung
Gesamtbewertung 4 / 5
Zusammenbau 5 / 5
Mechanik / Elektronik 5 / 5
Ausstattung 4,5 / 5
Druckqualität 4 / 5
Preis / Leistung 3 / 5
Lautstärke 2 / 5

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Review: HE3D K200 | Teil 1

Premiere bei uns im Büro!
Dank unseres Sponsors Gearbest konnten wir mit dem HE3D K200 das Neuland der Delta-Drucker betreten, denn bisher waren alle Testgeräte die wir untersucht haben entweder i3 Aufbauten oder CoreXY-Drucker.




Was ist ein Delta-Drucker?

Wir wollen versuchen Euch die Unterschiede hier einmal kurz und knapp zu erklären.

Alle bisher von uns getesteten Drucker haben ein klar definiertes kartesisches Maschinenbett. Das heißt, jeder Motor bewegt eine linear fahrende Achse. (X, Y, Z) bzw. (XY, Z bei Core XY).
Beim Delta-Drucker bewegt jeder Motor ebenfalls eine linear fahrende Achse, diese sind jedoch mit Stabarmen in der Mitte verbunden.

Definition Delta Roboter: Delta-Roboter sind Parallelarmroboter mit Stabkinetik. Die Form der mindestens drei Arme dieses Roboters, welche mit Universalgelenken mit der Basis verknüpft sind, erinnert an den griechischen Buchstaben Delta. Deltaroboter sind leicht und schnell und werden häufig zum Verpacken in Fabriken, in der Montage und im High-Speed-Bereich eingesetzt.
Quelle: https://wiki.induux.de/Delta-Roboter

Vorteil dieser kinematischen Systeme ist, dass diese eine hohe Geschwindigkeit und Genauigkeit erreichen können. Wobei die Last, die an den Armen wirken darf, nur gering sein sollte. Zudem ist der Bauraum beim Delta relativ eingeschränkt.

Delta-Drucker besitzen fast ausschließlich ein Bowden-Setup, da wie zuvor erwähnt nur geringe Lasten genau und schnell bewegt werden können. Mittig an der Basis befestigt befindet sich das Hotend und der Extruder wird seitlich am Rahmen montiert.
Durch den Einsatz des Bowden-Setup sind diese 3D-Drucker nur bedingt bis gar nicht für den Einsatz von flexiblen Materialien geeignet.

Technische Daten

TechnologieFFF/FDM
AusführungBausatz / Delta-Drucker
RahmenmaterialAluminium
Filament Durchmesser1.75 mm
Druckermaße (HxBxT)320 x 320 x 600 mm
Farbeschwarz
DruckkopfBowden Extruder
Düsendurchmesser0.4 mm (0.2mm, 0,3mm & 0,5mm liegen ebenfalls bei)
HerstellerHE3D
Hersteller LandChina
Druckplattform- (kann nachgerüstet werden)
Unterstütztes MaterialPLA, ABS, PETG uvm.
Max. Druckbereich (HxB)Ø200mm x 300mm
AnschlussmöglichkeitenUSB / SD Karte
Softwarealle gängigen Slicer
Systemanforderungenab Windows 7 / MAC OS
Dateiformat.stl , .obj, g-code
Gewicht 8kg
DisplayLCD2004

Auspacken und Aufbauen

Geliefert wird der HE3D K200 in einem flachen Karton, welcher zusätzlich mit einer Folie umwickelt worden ist. Wir konnten trotz des langen Versandwegs aus China keinerlei Beschädigungen feststellen und können somit behaupten, dass der Drucker ausreichend gut verpackt ist.
Nach dem Öffnen erwarteten uns im Inneren weitere kleine Kartons in denen sich die Bauteilegut verpackt befinden. Jeder Karton ist zusätzlich nochmal durchnummeriert
Wir kontrollierten kurz die Stückliste und konnten schnell eine Abweichung bei den Eckstücken feststellen. Laut Stückliste sollten 12 Ecken im Karton liegen, ausgepackt hatten wir aber nur neun.
Wie sich später herausstellte, stimmte die Zahl auf der Stückliste nicht. Hier sollte seitens HE3D nochmal nachgebessert werden.

Was uns positiv überrascht hat ist die Tatsache, dass alle Kunststoffteile die beim Aufbau des K200 benötigt werden als Spritzguss- und nicht als 3D-Druckteile ausgeführt sind.

Nachdem wir alles ausgepackt auf Schäden kontrolliert hatten, fiel besonders ein Detail ins Auge: an den Aluminium-Profilen waren überall Sägespäne vorhanden. Diese lösten sich zwar mit dem Entfernen der Schutzfolie fast vollständig ab, dennoch waren hier und da noch Späne vorhanden die wir mit Druckluft sorgfältig entfernt haben.
Gerade weil bei diesem Drucker eine offene Elektronik vorhanden ist, sollte man hier besonderen Wert auf Sauberkeit legen. Und auch dem Hersteller sei gesagt, dass er die Späne besser bei sich entfernen sollte, damit es später nicht zu unerwünschten Fehlern kommt.

Aluminiumspäne an den gesägten Profilen können zu Fehlern führen

Der Aufbau des K200 verlief nicht ganz so einfach, wie wir uns es gewünscht hatten.
Teilweise waren Schrauben nur sehr schlecht bis kaum zugänglich, zum anderen ist die Aufbauanleitung sehr lückenhaft und bedarf einer dringenden Nachbesserung.
Selbst bei den vom Hersteller empfohlenen Links zu YouTube und Facebook konnten wir keine zufriedenstellende Anleitung finden.
Oft hieß es deshalb improvisieren und probieren, zumal Bauteile mitgeliefert wurden, die in keiner Weise in der Aufbauanleitung Erwähnung finden.
So werden sechs Zugfedern mitgeliefert, die an den Stäben der Kinematik Platz finden und dort zur Reduzierung des Spiels eingesetzt werden.

Machen den Aufbau nicht leicht:

Bild 1 von 10

Schlecht erreichbare Schrauben machen den Aufbau oft abenteuerlich.

Auch bei den Endstops hatten wir so unsere Probleme, denn in der Aufbauanleitung befindet sich kein Hinweis, dass an den Führungswagen noch eine Schraube eingesetzt werden muss, die den Endschalter betätigt.  Leider fiel es erst sehr spät auf, so dass wir diese mühsam in den Block drehen mussten.

Lager und Führungen

An den Führungsprofilen montierter Linearwagen

HE3D setzt beim K200 auf V-Slot Profile mit V-Rollen welche außen am Profil entlanglaufen. Die V-Rollen sind kugelgelagert und werden auf einer Seite mittels Exzenter an das Profil angedrückt, um eventuelles Spiel auszugleichen.
Mit der Zeit wird sich zeigen, ob die Rollen und Lager für den Zweck ausreichend dimensioniert sind.

Eine gute Lösung: unser selbst konstruierte Riemenspanner

Bei den Antriebsriemen handelt es sich um GT2 Riemen die oben über eine Umlenkrolle und unten über einen direktmontierten Pulley angetrieben werden.
Leider ist die Einstellung der Riemenspannung, in der vom Hersteller angedachten Lösung, nicht optimal, so dass wir hier eine eigene Konstruktion zum Einstellen der Spannung eingesetzt haben.

Hier findet Ihr unsere Version für den Riemenspanner. 

Zu den Gelenkaugen, die an den Stäben der Kinematik angebracht sind, können wir leider keine Aussage treffen, da diese direkt befestigt sind und keine Bezeichnung aufweisen.
Einzig können wir sagen, dass es sich um polierte Gelenkaugen in einem Kunststoffspritzgussteil handelt.

 

Extruder und Hotend

Sieht ziemlich „robust“ aus: Hotend aus Aluminium-Spritzguss

Zugegeben, das Hotend des K200 wirkt schon ein wenig, sagen wir mal, „robust“. Denn es ist nicht aus einem Aluminium-Strangpressprofil, sondern aus einem Aluminium-Spritzgussteil hergestellt. Dadurch sieht es natürlich nicht ganz so „edel“  aus, wie die Hotends anderer Hersteller. Dies sollte aber keinerlei Einfluss auf die Funktion haben. Gekühlt wird das Ganze mit einem lautstarken 40er Lüfter.

Einen Bauteillüfter sucht man beim K200 vergeblich. Jedoch liegen dem Bausatz zwei Radiallüfter und ein Link zu thingiverse.com bei, wo passende Luftdüsen zum selber drucken zu finden sind.
Eine tolle Idee wie wir finden.

Beim Extruder handelt es sich um einen einfachen MK8 Extruder mit Hebelarmen und Messingritzel. Dieser findet seinen Platz, montiert an einem Aluwinkel, am Rahmen und wird mittels Push-Fit und Teflonliner an das Hotend verbunden.

 

 

Elektronik

Als Mainboard kommt beim HE3D K200 ein sogenanntes „BT7200 Ramps Plus2“ zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um einen Clone vom Ramps 1.4 Board mit Repetier als Firmware.
Das Board bietet Anschlussmöglichkeiten für insgesamt vier Motoren, zwei Hotends und ein Heizbett. Der von uns getestete Drucker verfügt übrigens über kein Heizbett. Es gibt aber eine Version vom K200, die ein Heizbett besitzt.

 

Als Treiberbausteine sind beim K200 ganz normale Pololu A4988 verbaut, die bei Bedarf aber gegen andere Treiberbausteine getauscht werden können.
Ansonsten kann an das Board noch ein 12V Laser angeschlossen werden.
Da, wie gesagt, unser Testdrucker kein Heizbett besitzt, liegt dem K200 ein einfaches kleines 12V 90W Netzteil bei. Der Anschluss erfolgt mittels Stecker an das Board und bedarf keinerlei Verdrahtungsarbeit durch Fachpersonal.

Die Verkabelung der einzelnen Bauteile war für einen geübten Aufbauer kein Problem, jedoch sollte das Verdrahtungsschema gerade für Anfänger deutlicher gestaltet werden, damit es nicht zum Vertauschen von Anschlüssen kommen kann.
Gefallen hat uns übrigens, dass die Kabel der Heizpatrone des Hotends mit Aderendhülsen verquetscht waren. Die Gefahr von Bränden durch Übergangswiederständen sollte somit deutlich verringert worden sein. In der Anleitung gibt es übrigens ein Bild, wo der Drucker mit einem 12/24V Netzteil versorgt werden kann. Da das Board aber nur für 12V geeignet ist, raten wir dringend ab ein 24V Netzteil anzuschließen.

Zum Bedleveling liegt übrigens noch ein Sensor bei, auf den wir aber im zweiten Teil nochmal eingehen werden.


Erstes Fazit

Der Aufbau und die Inbetriebnahme des HE3D K200 gestalteten sich schwieriger alszunächst gedacht.
Schwer zugängliche Schrauben und eine lückenhafte Aufbauanleitung machen die Montage teilweise zum Abenteuer, welches auch mal Improvisationstalent erfordert.

 

Schlecht platziert: Das Mainboard direkt unter dem Druckbett. Hier kann es zum Hitzestau kommen.

Uns sind einige Punkte aufgefallen, die vom Hersteller bzw. von euch verbessert werden sollten:

  • Es macht Sinn unter das Maschinenbett ein paar Gummifüße zu befestigen, damit der Tisch oder Schrank, wo der K200 seinen Platz findet, nicht von Kratzern in Mitleidenschaft gezogen wird.
  • Die Befestigung des Druckbettes ist sehr mangelhaft. Die Glasscheibe wird lediglich zwischen Schrauben mit Hammermuttern an das Profil geklemmt. Einmal zu fest angezogen und die Platte kann zerspringen.
  • Das Mainboard ist unter dem Druckbett absolut fehlplatziert. Gerade wenn man später noch auf ein Heizbett umrüsten möchte, kann es hier zum Hitzestau kommen. Eine externe Lösung wäre hier angebrachter. Ebenso lässt sich beim Einrichten der Reset-Knopf nicht erreichen.
  • Das Spannen der Riemen ist nur schlecht möglich. Hier wäre ein verstellbarer Spanner ähnlich unserer Lösung hilfreich.

Insgesamt lässt sich bis jetzt sagen, dass der HE3D K200 nicht als Anfängerdrucker geeignet ist, da gerade bei Delta-Druckern doch einige Punkte mehr zu beachten sind, als bei i3 oder CoreXY-Aufbauten.

Im zweiten Teil werden wir euch über die Druckergebnisse und unsere Erfahrungen mit dem 3D-Drucker berichten.

Stay tuned…

Review: Tevo Tornado – eine „spannende“ Angelegenheit

Vorwort

Lange haben wir überlegt, ob wir dieses Review überhaupt schreiben sollen, sind dann aber zu dem Entschluss gekommen, dass, wenn wir es nicht machen, unserer Informationspflicht gegenüber Euch nicht nachkommen.

Eines noch vorweg:
Dieser Bericht soll Euch als Endverbraucher informieren und warnen und nicht dem Hersteller schaden, also bitten wir um eine gesittete Netiquette.



Testbericht

„Herzlichen Dank für den Kauf Ihres neuen Tevo Tornado, wir hoffen Sie haben eine gute Lebensversicherung abgeschlossen.“, so oder so ähnlich sollten die ersten Worte in der Bedienungsanleitung eigentlich lauten.

Lebensversicherung beim 3D-Drucker? Ja, denn wer den Tevo Tornado sein Eigen nennt, der begibt sich in unmittelbare Lebensgefahr!

Viele von Euch denken jetzt bestimmt: „Wieder so ein Besserwisser und Schlechtreder“, aber was wir beim Tornado in Punkto Produktsicherheit gefunden haben, ist grob fahrlässig, wenn nicht gar vorsätzlich. Und dabei liegt der Stein des Anstoßes eigentlich nur an einem einzigen Punkt: dem 230V Heizbett.
Eigentlich ist das Ganze für uns unverständlich, dass so ein Fauxpas einem renommierten Hersteller von 3D-Druckern unterlaufen ist, denn der Rest des Tevo Tornado macht einen guten Eindruck.

Wir gehen davon aus, dass Tevo sich vom Vorbild des Druckers, dem Creality3D CR-10, abheben wollte und deshalb dem Tornado das 230V Heizbett spediert hat. Leider ist die Ausführung des Ganzen aber schwer in die Hose gegangen.
Von der fehlenden Zugentlastung der Anschlusskabel, welche noch das geringste Übel ist, über eine nicht ausreichend geplante Elektrik, bis hin zu einem spannungsführenden Stecker ist alles vorhanden, was man an Gefährdungen bieten kann.

Fangen wir mal beim gravierendsten Mangel an:  

Dem Anschlussstecker des Heizbettes an der Controlbox.
Hier besteht Lebensgefahr!

Im schlimmsten Fall liegen am Stecker direkt 230V an.

Wer bei Tevo auf die Schnapsidee gekommen ist einen Stecker anstatt einer Buchse einzubauen, der sollte selber mal testen, was passiert, wenn man dort hineinfasst und Spannung anliegt.
Doch warum kann dort überhaupt Spannung anliegen?

Weil man, Punkt 2 der Mängel, bei der Auslegung der Elektronik gespart hat. Hätte man im Inneren der Controlbox beide Kabel des Heizbettes mit einem SSR Relais versehen, so wäre die Gefahr eines Stromschlags um einiges reduziert worden, denn so ist es egal wie man den Stecker in die Steckdose einsteckt, es sind beide Leitungen getrennt.

Nur ein SSR-Relais wurde für das Heizbett verbaut.

Zu guter Letzt wäre dann noch die Zugentlastung der Leitungen zu erwähnen. Diese fehlen am Druckbett völlig und können durchaus dazu führen, dass Leitungen aufscheuern und Kontakt mit dem Rahmen bekommen. Dank des fehlenden Schutzleiters, eine riskante Kombination.

Fehlt völlig: Zugentlastung am Heizbett.

Wem dies egal ist und sich dem Risiko bewusst aussetzt, der erhält eigentlich einen ganz brauchbaren Drucker.

Aufbau, Heizbett und Extruder

Wie schon erwähnt handelt es sich beim Tevo Tornado um einen Drucker, der sich von der Aufbauart kaum vom CR-10 unterscheidet und, dank vormontierten Elementen, innerhalb kurzer Zeit zusammengesetzt ist.

Was auffällt, ist das große Druckbett, welches knapp 6cm länger als das Creality3D Druckbett ist.
Leider sind aber nur 30cm von den 37cm nutzbar, da vorne und hinten die Befestigungsschrauben überstehen und die Achse mehr als 30cm

Tevo Titan Extruder

Verfahrweg nicht zulässt.
Dafür ist aber das gesamte Druckbett mit einer Dauerdruckplatte versehen, auf der die zu druckenden Teile sehr gut und manchmal sogar zu gut haften.
Im Auslieferungszustand war auf unserem Modell noch ein Testdruck auf dem Druckbett vorhanden, den wir nur mit Mühe und einem Glasschaber entfernen konnten.

Beim Extruder setzt Tevo auf seinen Titan Extruder, der such schon beim Tevo Tarantula dabei war und uns sehr gut gefallen hat.
Beim Hotend wird auch auf Altbewährtes gesetzt und so findet man den Cyclop Clone auf der X-Achse wieder.
Beide Komponenten sind, wie auch beim CR-10, mittels Bowden miteinander verbunden und versehen ihren Dienst, wie man es erwartet.

 

Mechanische Komponenten

Hier gibt es nicht eigentlich nicht viel zu berichten. Der Tevo Tornado wird, wie sein Vorbild, mit nur einer Z-Achsen Spindel geliefert und lagert die andere Seite über drei Rollen am Aluprofil.
Die Rollen sind V-förmig gehalten und laufen gut und sauber im Aluprofil.
Ansonsten verzichtet man bei Tevo auf die Profilabdeckungen und Endkappen, so das man gerade an den abgesägten Enden der Profilen hier und da mal noch eine scharfe Kante findet.

 

Elektronik

Bis auf die eingangs erwähnten Risiken durch das Heizbett, ist die Elektronik im Inneren der Controlbox sauber verarbeitet.
Man findet ein MKS-Board als Mainboard wieder, welches den Drucker steuert. Vielleicht handelt es sich aber auch um einen Clone, da man keinerlei Bezeichnungen auf dem Board finden kann.
Genaueres konnten wir aber bislang auch nicht in Erfahrung bringen.
Als Firmware scheint eine angepasste Marlin auf dem Board zu laufen.

 

 



Fazit

An sich hätte der Tevo Tornado ein guter Konkurrent zum CR-10 werden können, wenn nicht die Sache mit dem Heizbett wäre.
Zugegeben, es ist toll, wenn man sieht, wie schnell es auf Temperatur kommt, aber die Verarbeitung des Ganzen ist absolut mangelhaft bzw. lebensgefährlich.
Eigentlich sollte Tevo den Tornado schnellstens überarbeiten, um seinen Kunden einen sicheren Drucker zu liefern.
Wir hoffen, dass dieser Testbericht an die richtige Stelle bei Tevo gelangt und man dort einsichtig ist, den Drucker zu überarbeiten. Zumal es mit „Kleinigkeiten“, wie einem zweiten SSR Relais, dem Einbau einer Buchse anstatt eines Steckers in der Controlbox und dem Einsatz einer Zugentlastung erledigt wäre.

Wir geben für den Tevo Tornado keine Kaufempfehlung, solange diese Punkte seitens Tevo nicht behoben sind.
Der Drucker erhält von uns keine Bewertungspunkte.

Tutorial: Installation von Klipper

Immer öfter konnte man in Foren, sozialen Netzwerken usw. lesen, dass es eine neue Art Firmware gibt.
Das Besondere daran ist, dass nur ein ganz kleiner Teil Firmware auf dem Drucker installiert wird und der Rest über einen externen Controller, wie z.B. dem Raspberry Pi* läuft.

Es handelt sich um ein Open Source Projekt von KevinOConnor und nennt sich Klipper. [https://github.com/KevinOConnor/klipper]

Es wird dabei auf die Unterstützung von LCD-Displays verzichtet, da alles über OctoPrint gesteuert wird.
Der andere Vorteil ist, dass nach einer Änderung der Konfiguration nicht mehr die gesamte Firmware auf den Drucker geflasht werden muss, sondern nur noch auf den Raspberry Pi* kopiert wird.

Wir haben den Versuch gestartet und Klipper auf unserem Anet AM8 Drucker installiert.
Damit Ihr das Ganze nachmachen könnt, haben wir hier dieses Tutorial für Euch geschrieben.

HINWEIS:
Alle gemachten Angaben sind ohne Gewähr auf Funktion und Richtigkeit. Für eventuell entstehende Schäden übernehmen wir keinerlei Haftung. Sämtliche Veränderungen geschehen auf Eure Verantwortung und Gefahr.




Was wird benötigt?

Fangen wir mal bei den Komponenten an, die Ihr für die Installation von Klipper benötigt:

So wird’s gemacht

Nachdem Ihr OctoPrint auf dem Raspberry Pi* installiert habt (eine Installationsanleitung findet Ihr übrigens hier) solltet Ihr noch einmal überprüfen, ob es irgendwelche Updates gibt und diese installieren.

Es geht los, indem Ihr mit einem SSH Client (wir haben dafür PUTTY benutzt) auf Euren Raspberry Pi* zugreift.
Diesen sprecht Ihr über die von Eurem Router vergebene IP Adresse an und logt Euch ein.

Der Benutzername sollte pi und das Passwort, sofern ihr es nicht geändert habt, raspberry sein.

Als nächstes gebt Ihr folgende Befehle im Eingabemaske ein, um die Dateien von Klipper auf Euren Raspberry Pi* zu übertragen:

git clone https://github.com/KevinOConnor/Klipper
./Klipper/scripts/install-octopi.sh

Nun sollte die Installation der Dateien beginnen und Klipper auf dem Raspberry Pi* installiert werden.

Als nächstes muss Euer Mainboard des Druckers für die Installation von Klipper vorbereitet werden.
Dafür wird Microcontroller mit einer sehr geringen Firmware beschrieben, die die Befehle an die Treiber und Motoren weitergibt.

Dafür gebt Ihr folgendes in die Eingabemaske des SSH Clients ein:

cd ~/Klipper/
make menuconfig

Es öffnet sich eine Anwendung, wo Ihr den Chipsatz, die Baudrate und die Taktrate Eures Mainboards einstellen müsst. Da jedes Board (RAMPS, Arduino Due, etc.) anders ist, solltet Ihr wissen, welchen Prozessor usw. Ihr auf dem Board verbaut habt und welche Baudrate Ihr einstellen müsst.

Für das Original Anet V1-5 Board sind die Werte übrigens wie folgt:

  • Microcontroller Atmega AVR
  • Prozessor atmega1284p
  • Taktgeschwindigkeit 16MHz
  • Baudrate 115200

Nachdem Ihr die Werte gespeichert habt, könnt Ihr die Anwendung wieder schließen und gebt nun folgendes in die Eingabemaske ein:

make

Jetzt erstellt Klipper eine *.hex Datei, die Ihr mit dem nachfolgenden Befehlen auf den Drucker übertragen müsst:

HINWEIS: Vorher den Drucker in OctoPrint trennen, falls Ihr dies noch nicht gemacht habt.

sudo service klipper stop
make flash FLASH_DEVICE=/dev/ttyUSB0 (ACHTUNG! Hier den richtigen Port auswählen)
sudo service klipper start

Damit solltet Ihr Euer Mainboard für die Installation vorbereitet haben.

Beim Anet Board funktionierte der oben beschriebene Weg leider nicht, so dass wir folgenden Weg bestreiten mussten:

Nachdem wir

sudo service klipper stop

eingegeben haben, mussten wir für das Übertragen einen anderen Befehl verwenden:

avrdude -v -p atmega1284p -c arduino -P /dev/ttyUSB0 -b 57600 -D -U flash:w:/home/pi/Klipper/out/Klipper.elf.hex:i

Es wird die *.hex auf das Board geflasht.
Anschließend gebt Ihr noch

sudo service klipper start

um Klipper wieder zu starten.

Danach könnt Ihr über

sudo reboot

das System neu starten.

Da wir keine Linux- und RaspberryPi-Spezialisten sind, können wir Fragen zu den Befehlen nur bedingt beantworten. Wir bitten daher um Nachsicht.

Als nächstes öffnet Ihr OctoPrint und müsst dort die Einstellungen für die serielle Schnittstelle ändern. Es ist nämlich nötig für Klipper eine temporäre Serielle Schnittstelle einzurichten.

Dafür wir unter Einstellungen – Serielle Verbindung – Zusätzliche Serielle Port der Wert /tmp/printer eingetragen und der Haken bei „Bei unbehandelten Firmwarefehlern nicht nur den Druckauftrag abbrechen, sondern auch die Verbindung zum Drucker trennen.“ entfernt.

Das war es erstmal für die Installation von Klipper.




Drucker konfigurieren

Damit Klipper überhaupt weiß, wie der Drucker anzusteuern ist, muss dieser erstmal eingerichtet werden. Dies kann über mehrere Wege erfolgen.

Auf https://github.com/KevinOConnor/Klipper/tree/master/config findet Ihr Beispielkonfigurationen für verschiedene Boards und Mechaniken, die Ihr für Euren Bedarf anpassen könnt. Es sind zum Beispiel Konfigurationen für das RAMPS-Board oder für einen Core-XY Drucker vorhanden. 

Glücklicherweise konnten wir eine bereits vorkonfigurierte Datei für das Anet V1-5 Board finden, welche ihr hier herunterladen könnt.
Dort sind bereits alle Motoren, Endschalter und Sensoren (ohne ABL) definiert und müssen nicht mehr angepasst werden.

Falls doch, könnt Ihr die Datei mit einem kostenlosen Texteditor (Notepad++ o.ä.) bearbeiten und die Werte darin verändern.

Unter  https://github.com/KevinOConnor/Klipper/blob/master/config/example.cfg gibt es eine ausführlich beschriebene Beispieldatei, die alle Informationen enthält, was wie einzustellen ist. Sie dient als Grundgestell und kann natürlich ebenfalls von Euch angepasst werden.

Nachdem Ihr die Datei heruntergeladen habt, müsst Ihr diese erstmal in printer.cfg umbenennen.
Die Datei könnt Ihr an einem Ort Eurer Wahl abspeichern.

Um die Datei auf den Raspberry Pi* zu bekommen, braucht Ihr ein Datentransferprogramm (FTP Client), wie z.B. FileZilla. Es wird um Zugriff zu bekommen, wie beim SSH Client, eine Verbindung über die IP Adresse des Raspberry Pi* aufgebaut.

Benutzernamen und Passwort sind wieder pi und raspberry der Port ist 22.

Ihr sucht nun die printer.cfg und kopiert diese auf das Verzeichnis /home/pi

Nun öffnet Ihr OctoPrint und verbindet den Drucker über die zuvor angelegte Schnittstelle /tmp/printer und gebt im Terminal restart und anschließend status ein. Solltet Ihr alles richtig gemacht haben, dann erwartet Euch die Meldung printer is ready.

Das war’s auch schon.

Die Besonderheit von Klipper besteht darin, dass, wenn Ihr die Konfiguration geändert habt, nicht mehr alles kompiliert und auf das Mainboard des Druckers geflasht werden muss. Muss jetzt nur noch die printer.cfg mit einem Texteditor geändert werden und das ganze wieder per Datentransferprogramm (FTP Client) auf den Raspberry Pi* übertragen werden.

Durch die Eingabe von restart lädt Klipper die neue Konfiguration und es kann direkt getestet werden.

Mehr zur Konfiguration und sonstigen Fragen zu Klipper versuchen wir in unserer Facebook Gruppe https://www.facebook.com/groups/klipper.firmware/ zu beantworten.

Hier findet Ihr noch ein Q&A zum Anet A8: https://github.com/KevinOConnor/klipper/issues/78




Druckergebnisse

Es ist schon faszinierend, wenn der Drucker mit echten 100m/s loslegt.
Ein Video davon könnt Ihr hier demnächst finden.

Natürlich muss die gesamte Peripherie stimmen und das gesamte System gut abgestimmt sein.
Wir tasten uns in den nächsten Tagen weiter durch und wenn es etwas Neues gibt, dann lassen wir es Euch hier wissen.