Vorstellung: TITAN Heatbreaks von RS-Präzision

Das aus einer kleinen Idee ein richtig starkes Produkt werden kann, dass zeigt die Erfolgsgeschichte von RS-Präzision. 

Denn was Richard Dawidowsk und Sven Müller dort herstellen ist nicht nur Qualität, sondern auch höchste Genauigkeit „Made in Germany“.

Die von Ihnen hergestellten Titan 6AL4V Heatbreaks sollten fast jedem in der Maker-Szene bekannt sein, ansonsten sollte man sie schnellstmöglich kennenlernen.

Was macht die Heatbreaks aus?

Schauen wir mal auf das Material.
Titan 6AL4V hat im Gegenzug zu Edelstahl eine 3-fach geringere Wärmeleitfähigkeit. [21 W/(m*K) bei Edelstahl zu 6,8 W/(m*K) bei Titan 6AL4V].
Ein weiterer Punkt ist die hohe Zugfestigkeit von 895N/mm² die das Heatbreak besonders unempfindlich gegen mechanische Belastungen macht.

Doch nicht nur das, denn die Heatbreaks sind speziell gefinished, so dass der Reibungswiderstand für das Filament im Inneren sehr gering gehalten wird.

Man merkt, dass die Macher von RS-Präzision auf jahrelange Erfahrung in der Verarbeitung von Titan zurückblicken können.
Und genau dort liegt auch das Geheimnis, welches natürlich nicht preisgegeben wird.

Was heißt das für den 3D-Druck?

Die Wärme steigt dank der geringen Wärmeleitfähigkeit nicht so schnell ins Coldend. 
Messungen haben gezeigt, dass bei 250°C nur max. 50°C am oberen Ende der Freidrehung in den Kühlkörper steigt.

Uns ist aufgefallen, dass wir bei den RS-Präzisions-Heatbreaks die Retraction-Distance massiv nach unten drehen konnten. (vorher 4mm danach nur noch 1,5mm bei einem Bowden-Setup).

Für welche Materialien sind die Heatbreaks geeignet?

Die Heatbreaks sind für fast alle Materialien und natürlich in der Full-Metal-Version, besonders für Materialien mit höherer Schmelztemperatur geeignet.

Was ist beim Einsatz der Heatbreaks zu beachten?

Wer viel PLA druckt, der muss nicht unbedingt die Full-Metal-Version des Heatbreaks einsetzen.
Es gibt zum Beispiel für den CR-10 eine Variante die mit Teflon-Liner betrieben werden kann.

Ansonsten muss beim Einsatz des Titan 6AL4V Heatbreaks die Temperatur an der Nozzle angepasst werden. Dies liegt daran, dass recht kühles Filament bei hoher Geschwindigkeit die Nozzle stärker abkühlt und das Material einen recht plötzlichen Übergang von fest zu flüssig hat.
Eine gute Kombination ist übrigens der Einsatz eines Vulcano Heizblocks mit dem Heatbreak. 
Dadurch ist ein Anpassen der Temperatur an die Druckgeschwindigkeit, auch oberhalb von 120mm/sec nicht nötig.

Hier kann man das CR-10 Heatbreak als Full-Metal_version und einmal als „normale“ Version für den PTFE-Tube erkennen.

CR-10 Heatbreak "Full-Metal"
CR-10 Heatbreak "normal"
Was kostet ein Heatbreak?

Die kosten für die Heatbreaks liegen, je nach Ausführung, zwischen 12,50€ und 15,00€.

Wo können die Heatbreaks erworben werden?

RS-Präzision bietet einen Direktvertrieb der Heatbreaks an. Auf Ihrer Internetseite  http://www.rs-praezision.de/ sind die diversen Versionen zu finden. 
Zudem sind die Heatbreaks auch in anderen Onlineshops, wie zum Beispiel bei FabberFactory oder PlastikPrint zu finden.

Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und freuen uns auf weitere Produkte.

Review: Creality3D CR-X – Doppelt druckt besser

Name: CR-X
Gewicht: 15kg
Größe: 550x450x650mm
Besonderheiten: Dual (Double) Extruder, Touch Display und 24V Versorgung

Der CR-10 ist erwachsen geworden, so könnte man es kurz beschreiben. Er hat ein neues Aussehen und einige schöne Features erhalten.
Das Wichtigste: der CR-X hat zwei Extruder bekommen und kann somit mehrfarbig drucken.

Wir haben wieder einmal das Glück und dürfen Euch den Drucker in allen Einzelheiten vorstellen.
Unser besonderer Dank geht mal wieder an den Onlinehändler Gearbest, der uns diesen Test ermöglicht hat.

Anlieferung, Auspacken und Montieren

Als wir das Paket in die Arme gedrückt bekommen haben, hatten wir schon ein wenig Sorge, dass diesmal etwas kaputt ist oder fehlt. Eine Seite vom Karton war leicht geöffnet und die gesamte Umverpackung demoliert.
Doch Fehlanzeige, alle Teile waren wie immer bestens verpackt und gut geschützt im Karton vorhanden. Hier merkt man schnell, dass die Mengen an Schaumstoff doch für etwas Nütze sind, vor allem wenn man bedenkt, welchen langen Weg der Drucker aus China hinter sich hat.

Das Auspacken ist für uns fast jedes Mal wie Weihnachten. Wir schauen mit glänzenden Augen in die braune Kiste und freuen uns über jedes Teil, welches wir darin finden.
Beim CR-X ist es diesmal nicht ganz so viel, denn der Drucker besteht aus gerade einmal zwei Teilen. Das eine Teil ist der Portalrahmen mit den Spindeln, den Extrudern und dem Hotend und das andere Teil ist die Basis mit der Elektronik, dem Druckbett und dem Display.
Hier fällt besonders auf. Dass anders als bei den anderen Druckern der CR-Reihe, beim CR-X auf die externe Kontrollbox verzichtet wurde. Damit ist der CR-X die erste Standalone-Version der Serie.

Montieren ließ sich der CR-X innerhalb von nur 15 Minuten. Vier Schrauben halten von unten, durch die Basis, das Portal an seinem Platz. Dann noch schnell vier Kabel dran und es kann losgehen.
Naja, schnell ist bei den Steckern der Z-Motoren und dem Z-Endstop eher die falsche Beschreibung. Hier ist die ganze Geschichte doch sehr fummelig geraten und man braucht evtl. eine Zange um die Stecker richtig zu montieren.

Technische Daten

MarkeCreality3D
Geräte TypDIY 
ModellbezeichnungCR-X
RahmenmaterialAluminum
Druckbettbeschichtete Glasplatte
Düsenanzahl / ExtruderSingle  / Dual Extruder
Düsendurchmesser0.4mm (auswechselbar)
Drucktemperaturbis zu 250°C 
Bauraum300x300x400mm
(270x270x400mm Dual)
Schichtdicken0.05-0.3mm 
BedienungTouch Display
Druckgeschwindigkeit10 – 180mm/s 
Heizbetttemperaturbis zu 110°C
druckbare MaterialienABS,HIPS,PLA, PETG
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.004mm 
Spannung110V/220V (24V)
Leistung500W 
SlicerCura, S3D, Slic3r 
LieferformBausatz
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB
Gewicht15kg

Mechanik, Lager und Führungen

Hier gibt es nicht viel Neues zu berichten. Der CR-X setzt, wie die anderen Drucker der CR-Serie, auf die altbewährten V-Slot Profile mit passenden Führungsrollen. Diese lassen sich übrigens bequem per Exzenter-Sitz einstellen und halten den Drucker spielfrei.

Gerüchten zufolge sollte der CR-X mit einem anderen Antriebssystem der Z-Achsen ausgestattet sein. Bilder in der Bedienungsanleitung festigen diese Gerüchte und zeigen eine andere Variante, als die gelieferte. Es handelt sich um ein Bild des CR-X Synchronriemensystem, welches dann nur noch mit einem Motor angetrieben wird.
Warum man seitens Creality3D auf die Einführung verzichtet hat, bleibt unbeantwortet. Wir hätten uns diese Neuerung gerne gewünscht, da es doch immer wieder bei Druckern mit zwei Z-Achsen zu Abweichungen kommt.

Extruder, Hotend und Heizbett

Beim Extruder und vor allem beim Hotend gibt es große Unterschiede zu berichten. Und nicht nur, weil der CR-X ein Dual-Extruder-System hat.
Die Extruder sind beim CR-X aus Aluminium gefertigt und machen eine sehr gute Figur. Anscheinend hat man bei Creality3D aus den Fehlern der ersten CR-10 Drucker gelernt. Hier kann es damals reihenweise zu Defekten am Extruder durch Bruch.
Die Extruder bei unserem Testdrucker laufen sauber und fördern das Filament sehr gut durch den anschließenden Bowdenschlauch.
Ein kleiner Fehler ist aber trotzdem bei unserem Drucker aufgefallen. Durch eine unsaubere Gewindebohrung am Extruderrad rutschte dieses beim ersten Testlauf nach oben weg, weil es nicht richtig auf der Motorwelle befestigt war.
Drei Handgriffe später und das Problem war beseitigt.

Nun aber zur größten Neuerung der CR-X, dem Dual-Hotend. Dieses verbindet die beiden Extruder mittels Y-Stück zu einem Schmelzkanal. Das tolle daran ist, dass das Y-Stück mit zwei kleinen Schrauben auf dem eigentlichen Hotend befestigt ist.
Das Aussehen des darunterliegenden Hotends erinnert stark an das E3D V6.
Doch nicht nur das Y-Stück am Hotend ist neu, sondern auch die Düsen, mit dem der CR-X arbeitet. Diese sind wesentlich spitzer als die E3D-Düsen und haben ein kürzeres Gewinde.
Ein großer Vorteil daran ist, dass die neuen Düsen nicht mehr so einen großen „Bügelfaktor“ haben und viel genauer extrudieren.
Für uns ist dies ein wirklich gut gelungenes Update.

Das Heizbett beim CR-X ist übrigens keine 12V Version mehr, sondern arbeitet, wie der ganze Drucker, auf 24V. Hierdurch und durch die Isolierung auf der Rückseite erreicht man wesentlich schnellere Aufheizzeiten.
Das Aufheizen auf 60°C dauerte bei uns im Test rund 3 Minuten Das Aufheizen auf 110°C wiederum 10 Minuten, was durchaus akzeptabel ist.

Elektronik

Der Creality3D CR-X bedient sich beim Motherboard eines alten Bekannten. Es ist das Creality V2.1 Mainboard, welches nun mit einem Touchdisplay verbunden ist.
Alle Motortreiber sind, wie bei dieser Version bekannt, auf dem Board fest verlötet und können somit nicht einfach getauscht werden.
Wer es also leise mag, der muss wohl auf ein anderes Board umschwenken.

Eine wichtige Frage bleibt auch, ob sich der CR-X auf Marlin flashen lässt. Theoretisch sollte dies bei dem Creality V2.1 Board möglich sein, ob aber dann die Kommunikation zum Touchdisplay funktioniert, bleibt offen.
Wir bleiben an diesem Thema dran und halten Euch auf dem Laufenden.

Besonders auffällig ist das neue Kabelmanagement bei CR-X.
Da dieser ja, wie zu Eingangs beschrieben, eine Standalone Lösung ist, hat man bei Creality auf den Einsatz der vielen gesleevten Kabel verzichtet und nur ein zentrales Flachbandkabel eingesetzt.
Diese Idee ist simpel und unserer Meinung nach eine wirklich sehr gute Sache.

Was auch noch neu ist, ist der Einsatz eines 24V Netzteiles. Anscheinend geht hier der Trend weg von den 12V Systemen, da immer mehr Hersteller auf die höhere Spannung setzen.

Kleiner Wehrmutstropfen: wer noch andere Drucker hat, muss jetzt bei Ersatzteilen besonders aufpassen.

 

Bedienung und Features

Wie bereits mehrfach geschrieben, wird der CR-X nicht mehr über einen Dreh-Push-Knopf bedient, sondern komfortabler über ein 4,3“ Touch-Display.
Alles ist sehr übersichtlich gehalten und soll eine einfache Bedienung des Druckers ermöglichen.
Wer den CR-X zum ersten Mal anschaltet, der wird von einer melodischen Startsequenz überrascht, welche ein wenig an die GameBoy-Spiele der 90er Jahre erinnert. Auf Dauer kann dieses Gedüdel aber nerven, zumal alle Tastenducke ebenfalls mit einem Ton quittiert werden.
Gut, dass die Entwickler daran gedacht haben eine Lautstärkeregelung zu programmieren 😉.

Ein besonders nützliches Feature ist der Leveling Assistent. Dieser hilft sowohl Anfängern und auch Fortgeschrittenen bei der optimalen Ausrichtung der Bauplattform. Es lässt sich jeder Level-Punkt per Tastendruck anwählen und kann immer wieder neu angefahren werden.

Was uns beim CR-X aber überhaupt nicht gefällt, ist dass man keinerlei Möglichkeiten hat den Drucker über das Menü zu kalibrieren. Weder die Steps/mm lassen sich einstellen, noch ist ein PID Tuning möglich.
Da hätten wir mehr erwartet.

Druckergebnis

Wenn das Dual-Extrudieren einmal vernünftig eingestellt ist, dann läuft der CR-X wie geschnitten Brot. Bei unserem ersten Test haben wir das mitgelieferte Filament von CCTREE verwendet und haben eine herbe Bauchlandung erlebt. Erstens stinkt das Zeug erbärmlich und zweitens mussten wir für das PLA eine Drucktemperatur von mindestens 230°C einstellen.
Beim zweiten Mal ging es schon wesentlich besser mit dem Drucken, da wir ja die Probleme vorher kannten. Die Pilone kann sich, bis auf die obersten Schichten sehen lassen.
Und auch das Problem mit den hohen Temperaturen ist nur bei dem CCTREE Filament der Fall.
Andere Sorten, wie z.B. das Redline Filament können mit wesentlich weniger Temperatur gedruckt

Preis / Leistung

Ok, 600-700€ machen den CR-X nicht gerade zum Schnäppchen, aber Ihr erhaltet viel Drucker für den Preis. Die Verarbeitung ist sehr gut und wer einen Drucker haben möchte, der out oft he box Dual-Drucken kann, der ist mit dem CR-X gut beraten.

Fazit

Bis auf zwei, drei kleine Mängel ist der CR-X ein echter Knaller. Creality3D legt mit seinem neusten Schlachtross die Messlatte im chinesischen 3D-Druckermarkt wieder ein Stückchen höher.
Andere Hersteller werden wahrscheinlich nicht lange auf sich warten lassen und den CR-X alsbald kopieren.
Uns würde freuen, wenn der Drucker noch mit Marlin zu flashen ging und die fehlenden Einstellungsfeatures bekommen würde.

 

Der CR-X erhält unsere bisher beste Wertung von 4,75 Punkten und ist somit besonders empfehlenswert.

Bewertung
Gesamtbewertung 4,75 / 5
Zusammenbau 5 / 5
Mechanik / Elektronik 5 / 5
Ausstattung 5 / 5
Druckqualität 5 / 5
Preis / Leistung 4,5 / 5
Lautstärke 4 / 5

News: Prusa SL1 vorgestellt

Josef Prusa scheint mit dem heutigen Datum einen neuen Meilenstein in seinem Unternehmen gesetzt zu haben. Denn Prusa Research verlässt die FDM Welt und bringt mit dem SL1 seinen ersten SLA Drucker auf den Markt.

Auf einem heute aufgetauchten Video wird der neue Drucker vorgestellt.

Und wie man es von Josef Prusa nicht anders erwartet hat, hat der SL1 einige neuartige und sehr interessante Funktionen, die bei anderen SLA fehlen.

So kippt zum Beispiel das Bett der Resinwanne nach vorne, um immer eine gleichmäßige Verteilung des Harzes zu gewährleisten.
Auch Klümpchenbildung soll durch diese neuartige Technik verhindert werden

Ein weiteres Feature ist die automatische Kalibrierung und Ausrichtung der Bauplattform in der Resinwanne.
Durch aufsetzen auf dem Bed wird die Baufläche ausgerichtet und sitz damit immer perfekt.

Die Z-Spindel ist nicht einfach als Trapezgewinde-, sondern als Kugelumlaufspindel ausgeführt.
Hierdurch erreicht man einen spielfreien Lauf und hohe Genauigkeiten.

Ein Resin Sensor sorgt dafür, dassnoch genug Harz in der Resinwanne vorhanden ist.

Gedruckt wird übrigens auf einer flexiblen FEP-Folie.

Weitere Features sind:

  • Power-Panic-Funktion
  • eine Absaugung
  • WIFI
  • LAN
  • USB
  • Schutzmembrane
  • und Online Monitoring

Eine neu- und einzigartige Wash- and Curestation sorgt dafür, dass alle Drucke perfekt nachbehandelt sind.

Der Preis für den SL1 liegt bei 1299€ als Kit und 1599€ als Komplettgerät.
Die Wash- and Curestation ist für 699€ zu haben.

Quelle Bilder: https://youtube.com (Video von Prusa 3D by Josef Prusa)

Gastbeitrag: Sculpto 3D-Drucker

Hi, wir haben hier mehrere 3D-Drucker in betrieb und wollten auch für unsere Kunden ein Gerät, was idiotensicher zu bedienen ist und wo man keine Kenntnisse des Slicers benötigt.

Da ist mir irgendwann der Sculpto+* aufgefallen. Ein Gerät, was aussieht, wie eine Küchenmaschine, sehr kompakt ist aber für die Größe einen stattlichen Bauraum von 200x200x160 mm vorweisen kann.
Der Drucker hat kein beheiztes Bett.

Gute Kombination: Der Sculpto+ und das originale Hersteller Filament

Der Drucker wurde mit einer runden Bauplatte geliefert, die per Magneten in den Drehteller eingelegt wird und auch schnell entnommen werden kann. Zusätzlich ist noch eine Glasplatte erhältlich.
Beide sind mit einer Buildtak Oberfläche versehen.

Die Inbetriebnahme ist recht einfach. Drucker anschließen und sich in der Sculpto App anmelden.
Die Erstinbetriebnahme muß über die App erfolgen. Später kann man auch über jeden Browser den Drucker steuern.

Sculpto App starten und neuen Drucker einbinden. Zuerst meldet sich der Drucker als Access Point und die App greift direkt auf diesen zu.
Hier kann man dann den Zugriffscode für den Router (in meinem Fall eine Fritz Box) eingeben und der Drucker verbindet sich dann mit dieser. Danach wählt man mit der App wieder den Router an und das Gerät wäre somit schon das Setup erledigt.

Für Umgebungen, wo man einen User Namen und ein Passwort bei der Anmeldung zum Netzwerk eingeben muss, gibt es auch die Sculpto + Pro Version.

Vor dem Druck muss die Z-Achse kalibriert werden

Vor dem Druck noch die Z-Achse kalibrieren. Die App oder das Webinterface führt einen schnell und problemlos durch den Vorgang. Einfach Papier auf den Druckteller legen und an der Z-Achsen Spindel so lange herum drehen, bis das Blatt Papier so leicht kratzend durch läuft.

Dann wird das Filament geladen. Dies erfolgt auch sehr bedienerfreundlich über die App. Stellenweise ist die Übersetzung etwas lustig..wenn also dann auf dem Schirm ein Menüpunkt „Filament essen“ erfolgt, dann nicht wundern…

Nach dem Einziehen des Filaments kann der Spaß eigentlich schon los gehen.
Die App hat eine direkt Verbindung zu Thingiverse und man kann sofort von dort Teile auswählen und drucken. Somit dürften auch Anwender, die keine Konstruktionskenntnisse haben sofort mit dem Drucker starten können.
Natürlich kann man auch eigene STL-Files hochladen.
Diese werden in die Sculpto Cloud transferiert.
Vor dem Druck lässt die App dem User die Wahl zwischen einigen wenigen Druckparametern:

  • Unterstützung (hier sind die Supports gemeint) Ja/Nein
  • Stärke (Druckdichte) schwach/normal/stark
  • Qualität : schnell/normal/fein

Das wars. Die Sculpto Cloud optimiert jetzt das STL File für den Drucker und schickt den G-Code direkt an den Drucker und schon geht es los.

Was zuerst auffällt, ist dass der Drucker grundsätzlich alle Teile mit einem Raft unterlegt. Das macht bei einer nicht beheizten Bauplatte erst mal durchaus Sinn.
Bei Teilen mit einer großen Grundfläche wäre es unnötig.
Ich habe den Support von Sculpto in Dänemark schon angeschrieben und darum gebeten, dass es in der App einen Menüpunkt geben sollte, wo man den zwangsweise gedruckten Raft auch abschalten kann, wenn es unnötig ist.

Alleine schon deswegen, weil der bei einigen Filamenten schwer abzubekommen ist.
Beim Original Sculpto Filament geht das einigermaßen gut.
Daher empfiehlt der Hersteller auch, nur Original Filamente zu nutzen. Die sind allerdings 20% teurer als andere Hersteller. Ich habe aber auch andere Filamente mal probiert.
Da geht es je nach Hersteller gleich gut oder schlechter.
Aber grundsätzlich sollte man dem Anwender die Wahl lassen, ob er Rafts druckt oder nicht.

So…Drucker startet und blinkt durchgehend in einem Farbmuster.
Dieses muß man erst in die App eintippen, damit der Drucker anfängt.
Dies begründet der Hersteller mit Sicherheitsaspekten, damit der Drucker nicht unbeaufsichtigt gestartet werden kann.
In Anbetracht der angepeilten Zielgruppe eine durchaus akzeptable Vorgehensweise.

Extruderarm

Danach nimmt der Drucker seine Arbeit auf..Teller wird gedreht und an 4 Punkten wird anscheinend noch mal der Abstand zwischen Druckkopf und Bett gemessen und danach startet der Druck.
Und das geht sensationell unspektakulär.
Das ist mit Abstand der leiseste Drucker, der mir je unter gekommen ist. Die Geräuschkulisse ist sensationell niedrig und von daher kann der Drucker durchaus auch in einer Büroumgebung genutzt werden.
Lediglich das Lüftergeräusch ist zu hören, die Mechanik arbeitet sehr unscheinbar und ist akustisch kaum wahrzunehmen.

Und nun druckt er…und das Ergebnis ist eigentlich sensationell.
Ohne an zig Slicer Einstellungen herum basteln zu müssen bekommen der unbedarfte Anwender vom Start weg gut aussehende und maßhaltige 3D-Drucke.
Ich habe auch mal versucht, den Drucker in Simplify3D (S3D) in Betrieb zu nehmen.
Hier sind allerdings einige Sachen zu beachten:

Drucker anlegen als Delta mit zylindrischem Bauraum
Bauraum Maße: 200 x 200 x 160 mm
Düse 0,6 mm

Wichtig ist hier:
Bei S3D keinen Startcode eingeben, wie „home all axis“. Das führt dazu, dass der Drucker auf Anschlag läuft und erst mal rattert.

Als Endcode:

M104 S0
M17
M220 S100
M221 S100
G21
G90
G82
M665 R1
G28.4
G92 E0 X0 Y0 Z0 G0 Z3 X85
G28 Y
M104 S0
M106 S255
M18
M665 R0

Temperatur hatte ich im ersten Layer auf 225 Grad eingestellt und danach auf 200 Grad herunter gefahren. Erste Testdrucke waren erfolgreich.
Bei kleinen Objekten sollte man auch bei S3D ein Raft drunter legen, da die Druckplatte ja unbeheizt ist.

Bevor man direkt G–Code in die Sculpto Cloud schickt, muss man diese Funktion in der App freischalten und das wird in der Datenbank auch vom Hersteller vermerkt.
Dieser warnt vor Freischaltung eindringlich, dass falscher G-Code den Drucker schädigen könnte.

Über die Funktion G-Code hoch laden und drucken kann man dann auch S3D nutzen und seine Objekte drucken.

Fazit:
Dieser Drucker ist für Anfänger absolut sensationell. Schnelle Ergebnisse und vor allen Dingen gute Druckergebnisse.
Es besteht absolut keine Not, sich mit unzähligen Slicereinstellungen herum zu schlagen.
Der Fortgeschrittene kann immer noch in altgewohnter Weise S3D oder Cura nutzen und damit seine Objekte slicen.
Mit der Druckgeschwindigkeit sollte man etwas herum experimentieren und den Drucker eher etwas langsamer laufen lassen, das vermindert die Geräuschkulisse noch mal deutlich und dann ist es eigentlich auch egal, wenn der Drucker etwas länger läuft.
Wer einmal neben laut ratternden Druckern in einem Raum sitzen musste, wird den Sculpto lieben.

Plus:

  •  Kinderleichte Inbetriebnahme
  • sehr geringe Stromaufnahme, vergleichbar mit einem Laptop
  • sehr gute Ergebnisse auch ohne langwieriges Experimentieren in den Slicereinstellungen
  • sehr angenehmes Betriebsgeräusch
  • trotz kompakter Größe steht ein großer Bauraum zur Verfügung

Minus:

  • der Preis von 400 Euro liegt über dem Durchschnitt der sonst üblichen Drucker

Fazit:
Empfehlenswert

Wir danken Hans Willi Stein von Stein-Elektronik (https://stein-elektronik.de) für diesen ausführlichen und interessanten Bericht.

Vergleich: Ender-3 vs. Ender-3 Pro

Glaubensfrage oder doch mehr?

Wer in den vergangenen Tagen auf Gearbest, Aliexpress oder anderen chinesischen Verkaufsportalen geschaut hat, konnte feststellen, dass sich zum Verkaufsschlager von Creality3D, dem Ender-3, ein weiterer 3D-Drucker gesellt hat: der Ender-3 Pro.

Wir möchten in unserer Kurzvorstellung einmal alle wichtigen Unterschiede zwischen den beiden Geräten aufzeigen und schauen, ob sich der Mehrpreis von rund 80€ lohnt.

Schnellere Druckgeschwindigkeit

Laut Datenblatt des Ender-3 Pro auf Gearbest, kann der Ender-3 Pro eine bis zu 125% schnellere Druckgeschwindigkeit erzielen. (Ender-3 80 mm/s vs. Ender-3 Pro 180 mm/s)
Ob dies wirklich realistisch ist, können wir zwar nicht glauben, aber auch zurzeit nicht wiederlegen, da wir den Pro noch nicht für einen Test zur Verfügung haben. Wir denken aber, dass nicht die Druck-, sondern die Verfahrgeschwindigkeit gemeint ist. Und diese beträgt beim Ender-3 ebenfalls 180 mm/s.

Größere Druckfläche

Der Ender-3 Pro soll über eine rund 7,5% größere Druckoberfläche als der Ender-3 verfügen, wobei wir im direkten Vergleich keinen Unterschied der Größe feststellen konnten.

Verbesserte mechanische Eigenschaften

Ein 40 × 40-Aluminium-Strangpressprofil sorgt beim Ender-3 Pro für eine höhere Stabilität an der Y-Achse und damit für einen ruhigeren und spielfreieren Lauf.
 
                         

24V-Netzteil von Meanwell

Hier befindet sich die wichtigste und, unserer Meinung nach, beste Veränderung. So setzt man auf ein bekanntes Markenprodukt an der Stromversorgung und erhöht damit die Zuverlässigkeit des 3D-Druckers.

Neue magnetische Druckoberfläche

Das C-MAG Magnetdruckbett ist ebenfalls neu beim Ender-3 Pro. Die Druckplatte ist abnehmbar und flexibel, so dass die Drucke leichter von der Bauplatte abgelöst werden können.
Wir haben aber schon von Fällen gehört, wo die Magnetkraft bei Temperaturen über 90°C fast vollständig nachlässt und somit das Magnetdruckbett unbrauchbar wird.

Hier findet Ihr schonmal alle wichtigen Daten:

MarkeCreality3D
Geräte TypDIY 
ModellbezeichnungEnder-3 Pro
RahmenmaterialAluminum
DruckbettAluminum Base inkl. magnetischer Druckplatte
DüsenanzahlSingle 
Düsendurchmesser0.4mm (auswechselbar)
Drucktemperaturbis zu 250°C 
Bauraum220x220x250mm
Schichtdicken0.05-0.3mm 
LCD-Screenvorhanden
Druckgeschwindigkeit10 – 180mm/s 
Heizbetttemperaturbis zu 110°C
druckbare MaterialienABS,HIPS,PLA, PETG
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.004mm 
Spannung110V/220V (24V)
Leistung360W 
SlicerCura, S3D, Slic3r 
LieferformBausatz
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB
Gewicht9kg

Review: JGAURORA A5X

Das sich der CR-10 von Creality3D großer Beliebtheit erfreut, ist nicht nur bei den Benutzern, sondern auch bei den Herstellern verschiedenster 3D-Drucker angekommen.
So nun auch bei JGAurora, welcher mit dem A5X ebenfalls einen CR-10 Clone auf den Markt bringt.

Wir haben den Drucker für Euch getestet und möchten Euch unsere Erfahrungen hier in diesem Review mitteilen.

Versand, Verpackung und Motage

Alle Komponenten des A5X sind, wie immer, bestens verpackt worden, so dass das Paket trotz einiger äußeren Spuren gut bei uns angekommen ist.

Der Versand verlief, dank Gearbest German Priority, wie immer ohne Probleme und innerhalb kurzer Zeit haben wir den A5X erhalten.

Die Montage des A5X war, wie bei fast allen CR-10 Clonen, dank der vormontierten Komponeten, denkbar einfach. Vier Schrauben und zwei Seitenverbinder später stand der A5X bereits auf dem Schreibtisch.
Auch der elektrische Anschluss ist kein großes Problem, da alles gut beschriftet ist.

Technische Daten

 
HerstellerJGAURORA
ModellA5X
TechnologieFFF/FDM
AusführungBausatz / vormontiert
RahmenmaterialAluminiumprofile – Stahl pulverbeschichtet
Filament Durchmesser1.75 mm
Druckermaße (HxBxT)610 x 513 x 605 mm
Farbeschwarz
Extruder / HotendBowden Extruder mit Filament Change Assist und Run-Out-Sensor
Düsendurchmesser0.4 mm
Hersteller LandChina
DruckplattformAluminium Heizbett mit Black Diamond Platform (beschichtetes Glas)
Unterstütztes MaterialPLA, ABS, PETG uvm.
Max. Druckbereich (LxBxH)320 x 320 x 350 mm
AnschlussmöglichkeitenUSB-Buchse / USB-Port
Softwarealle gängigen Slicer
Systemanforderungenab Windows 7 / MAC OS
Dateiformat.stl , .obj, g-code
Gewicht10 kg
DisplayFull Color Touch Display

Mechanik, Lager und Führungen

Der A5X setzt, wie sein Vorbild, auf V-Slot Profile mit passenden Rollen, die teilweise über Exzenter eingestellt werden können. Alle Halterungen sind aus pulverbeschichteten Stahlblechen gefertigt und vermitteln einen guten, stabilen Eindruck. Der Halter des Heizbetts ist aus 4mm dicken Blech gefertigt und sorgt für eine gute Befestigung, ohne dass man befürchten muss, dass sich etwas verbiegt.
Auch das Laufprofil des Y-Carriage ist größer gestaltet, als beim Vorbild. Hier kommen statt 40x20mm – 60x20mm Profile zum Einsatz. Ein Pluspunkt für den A5X.

Beide Z-Achsen sind beim A5X direkt mit Motoren und vor allem mit je einem Endstop ausgestattet.
Ein weiterer Pluspunkt für den A5X, denn so kann man immer sicher gehen, dass die X-Achse nach einem Homing richtig steht.

Extruder, Hotend und Heizbett

Die Extruder und Hotend Kombination ist eine Standard MK8 Variante mit dem vom CR-10 bekannten Hotend. Die Kombination ist als Bowden-System ausgeführt. Der Extruder selbst ist aus Aluminium gefertigt und ist direkt auf dem Nema-17 Motor befestigt.

Beim Heizbett handelt es sich um ein 330 x 330mm großes MK3 Aluminium Heizbett mit 24V Anschluss.
Auf dem Heizbett selbst befindet sich die „Black-Diamond-Plattform“, eine Druckplatte mit Haftbeschichtung ähnlich die der Ultrabase von Anycubic.

Elektronik

Hier hat der A5X direkt bei uns gepunktet. Die Elektronik ist mit 24V versorgt, es gibt ein Board mit steckbaren Motortreibern und er hat ein Touch-Display.

Fangen wir mal beim Mainboard und dem Touch-Display an. Hierbei handelt es sich, wie bei seinem Bruder dem A5, um ein MKS Gen L V1.0 Board mit Makerbase 3.0 TFT Touch Display.
Das Tolle hierbei ist, dass die Motortreiber auf dem Board gesteckt sind und bei bedarf gegen andere getauscht werden können. Zudem ist das MKS Board ohne große Probleme auf Marlin zu flashen und kann so immer aktuell gehalten werden.

Das Netzteil kommt mit 360W daher und ist leider, im Gegensatz zum Netzteil des A5, ein No-Name Produkt. Wir hatten gehofft hier auch wieder ein Meanwell Netzteil vorzufinden.

Ansonsten Bietet die Elektronik noch ein paar ganz nützliche Features, wie zum Beispiel einen Filament-Run-Out-Sensor, einen Leveling Assist und wie gesagt einen zweiten Endstop auf der Z-Achse.

Druckergebnisse und Erfahrungen

Wir haben den A5X jetzt seit rund 3 Wochen im Test und können, bis auf ein zwei Sachen, nichts Negatives finden. Das Druckbild ist sauber und die Bedienung sehr einfach.

Lediglich das Einführen des Filaments ist jedes Mal eine Herausforderung, da der Filamentsensor ziemlich im Weg ist. Hier kann man aber sicherlich durch ein kleines Upgrade Abhilfe schaffen.

Leider mussten wir direkt den Bauteillüfter des A5X austauschen, da dieser defekt war und nicht richtig lief, bzw. ganz schreckliche Schabgeräusche machte.

Fazit

Für rund 350€ erhaltet Ihr bei Gearbest einen guten und soliden Drucker, der mit einigen Vorteilen gegenüber dem CR-10 punktet.

So sind der zweite Endstop der Z-Achse, das MKS- Board und die 24V Versorgung wirkliche Pluspunkte gegenüber dem Original. Auch das breitere Profil der Y-Achse gefällt uns sehr.

Wir jedenfalls haben unseren CR-10 in Ruhestand geschickt und drucken mittlerweile lieber mit dem A5X.

Bewertung
Gesamtbewertung 4,1 / 5
Zusammenbau 4,5 / 5
Mechanik / Elektronik 4 / 5
Ausstattung 4,5 / 5
Druckqualität 4 / 5
Preis / Leistung 4 / 5
Lautstärke 3,5 / 5

Review: Alfawise U20

Ein weiterer 3D-Drucker hat sich in die Reihe der CR-10 Clone dazugesellt. Der Alfawise U20, ein Gearbest Eigenprodukt, ist seit ca. Mitte Mai auf dem Markt erhältlich und kostet rund 270€.
Der U20 ist recht unspektakulär und bietet außer dem Touch Display kaum Innovationen zum Grundmodell des CR-10.

Auspacken und Montieren

Tja, was sollen wir hier schreiben… ?
Wie immer in einem riesigen Berg von Schaumstoff verpackt hat uns der Alfawise U20 nach ca. 6 Wochen Lieferzeit erreicht.
Beim Auspacken fielen uns noch Späne von der mechanischen Bearbeitung an den Aluminiumprofilen entgegen, dies kann unter Umständen später zu Problemen beim Drucken führen. Hier sollte man seitens Alfawise bzw. Gearbest nochmal die Produktionskette verbessern.
Der Aufbau gestaltetet sich sehr einfach, schnell und unkompliziert. Auffällig ist, dass die seitlichen T-Platten am unteren Aluminiumprofil nicht mit Hammermuttern, sondern mit einem Direktgewinde verschraubt werden. Ob dies eine wirkliche Verbesserung ist, bleibt abzuwarten.

Technische Daten

 
TechnologieFFF/FDM
AusführungBausatz / vormontiert
RahmenmaterialAluminiumprofil
Filament Durchmesser1.75 mm
Druckermaße (HxBxT)395 x 575 x 610 mm
Farbeschwarz / rot
Extruder / HotendBowden Extruder
Düsendurchmesser0.4 mm
HerstellerAlfawise
Hersteller LandChina
DruckplattformAluminium Heizbett 24V
Unterstütztes MaterialPLA, ABS, PETG uvm.
Max. Druckbereich (LxBxH)300 x 300 x 400 mm
AnschlussmöglichkeitenUSB-Buchse / microSD Slot
Softwarealle gängigen Slicer
Systemanforderungenab Windows 7 / MAC OS
Dateiformat.stl , .obj, g-code
Gewicht12,0 kg
DisplayFull Color Touch Display

Mechanik, Lager und Führungen

Mechanisch ist der U20 sehr stark An den CR-10 angelehnt. Alle Achsen laufen über V-Slot Rollen an den Aluminiumprofilen entlang. Teilweise lassen Sich die Rollen auch über Exzenter verstellen, so dass das Spiel eingestellt werden kann.
Schön ist die einfache Verstellbarkeit des X-Achsen Riemen, einfach zwei Schrauben lösen, Riemen spannen und wieder festziehen.
Bei der Y-Achse jedoch sucht man diese Verstellmöglichkeit leider vergebens. Dort ist das Nachspannen nur am Heizbett möglich, da der Halter der Umlenkrolle nicht mit Hammermuttern, sondern direkt mit dem Rahmen verbunden ist.
Das der U20 ein CR-10Clone ist, merkt man auch am Aufbau der Z-Achse. Diese ist vom CR-10 „Grundmodell“ abgekupfert und arbeitet ebenfalls mit nur einem Antrieb. Bei der Länge der X-Achse kann es dadurch schon mal zu Problemen mit dem Druck kommen, da die Gegenseite abkippen kann.

Ansonsten ist der Drucker recht stabil aufgebaut. Das Heizbett sitzt auf einem soliden Carrier und bietet somit wenig Möglichkeit des Verziehens.
Leider ist das Leveln des Druckers, durch die kleinen Muttern, nicht ganz so benutzerfreundlich wie man es sich wünschen würde. Jedoch unterstütz ein Leveling-Assist beim finden der optimalen Einstellpunkte und erleichtert das ganze doch ein wenig.

Extruder, Hotend und Heizbett

Schon beim ersten Druckversuch fiel uns auf, dass der Extruder so nichts taugt. Das Filament wurde nur ganz leicht zwischen Förderritzel und Gegendruckrolle geklemmt und rutschte bei fast jeder Gelegenheit durch.
Ein Workaround musste her…
Mit einer etwas längeren Schraube, die durch den Filamentsensor führt, und einer Mutter konnten wir dem Extruder mehr „Druck“ verleihen, so dass das Filament jetzt ordentlich gefördert wird.
Bei dieser Gelegenheit tauschten wir den PTFE-Tube auch gleich mit aus, da dieser das Filament ebenfalls nicht sauber zum Hotend führte.

Apropos Hotend, der Alfawise U20 ist mit einem MK8 Hotend ausgestattet, welches wie beim CR-10an den Carrier der X-Achse mit zwei Schrauben befestigt ist.
Für die Bauteilkühlung sorgt ein 40mm Axiallüfter, der seitlich am Schutz des Hotends befestigt ist.
Trotz dieser ungewöhnlichen Anordnung konnten wir bisher keine Probleme bei der Kühlung feststellen.

Beim Heizbett handelt es sich um ein „normales“ MK3 Heizbett mit 310x310mm Grundfläche, also auch hier nichts Spektakuläres zu finden.

Elektronik

Natürlich mussten wir mal wieder einen Blick in die Controlbox werfen und schauen, was dort alles verbaut ist.

Bei der Elektronik unterscheidet sich der Alfawise jedoch deutlich vom CR-10. So läuft der 3D-Drucker nicht auf 12, sondern auf 24 Volt.
Das  Netzteil mit 15A liefert somit insgesamt 360Watt Leistung, was bei dem U20 völlig ausreichend erscheint.
Was uns aber aufgefallen ist, ist dass der Drucker trotz der ausreichenden Leistung sehr träge wirkt.
Das Aufheizen des Druckbettes dauert augenscheinlich sehr lange und auch das Aufheizen der Nozzle ist nicht gerade von Schnelligkeit geprägt.

Im Inneren des Alfawise U20 verrichtet ein uns unbekanntes Mainboard seinen Dienst. Das einzige, was zu erkennen ist, ist die Aufschrift Longer3D. Mehr konnten wir bisher auch nicht herausfinden. Ob dieses Board auf Marlin oder Repetier läuft oder ob es eine eigene Firmware besitzt oder ob es sich updaten lässt, bleibt auch für uns fraglich.
Auf dem Mainboard selbst befinden sich die Steppertreiber fest verlötet und wenn an den Angaben des Chips glauben schenken darf, verrichtet ein ARM 32bit Prozessor seinen Dienst in dem Drucker.
Ansonsten ist noch ein Mosfet mit großem Kühlkörper, der anscheinend für die „Befeuerung“ des Heizbettes zuständig ist.
Auch der Hersteller des Touchdisplays ist uns leider nicht bekannt. Hier findet man nur die Angabe T0280A.
Wir gehen davon aus, dass es für den U20 keine Custom-Firmware geben wird und raten hier allen, die diese gerne auf dem Drucker haben möchten direkt zu einem Umbau auf ein anders Board, wie zum Beispiel dem MKS GEN L 1.0 von Makerbase.

Und noch etwas Interessantes ist aufgefallen: der Extrudermotor stammt von Tronxy, ob Gearbest bzw. Alfawise mit dem bekannten Hersteller zusammenarbeitet oder einfach nur eine große Charge der Motoren aufgekauft hat, bleibt unklar.

Preis / Leistung

Der Alfawise U20 ist, wie bereits eingangs beschrieben, für rund 270€ zu bekommen. Im Vergleich zum CR-10 ein recht annehmbarer Preis, vor allem wenn man sieht, was der U20 an Mehrwert zum CR-10 bietet:

  • 24V Netzteil
  • TFT Touch Display
  • Features, wie Filamentsensor, Power Failure Protection usw.

Die Qualität und Verarbeitung des 3D-Druckers ist in Ordnung und dem Preis angemessen. Man erhält recht gute Druckergebnisse und eine einfache Bedienung.

Fazit

Zusammengefasst ist der U20 ein solider Anfängerdrucker mit ein paar kleinen Schwächen. Er liefert ganz ordentliche Druckergebnisse und ist zudem gut Verarbeitet.
Leider bietet er aufgrund des unbekannten Mainboards und Firmware keine Updatemöglichkeiten für eine Custom-Firmware, wie z.B. Marlin.
Der Alfawise U20 ist ein recht unscheinbares Modell, welches sich einfach in die Reihe der CR-10 Clone einreiht.

Wir geben 3 von 5 Punkten.

Bewertung
Gesamtbewertung 3 / 5
Zusammenbau 4 / 5
Mechanik / Elektronik 2 / 5
Ausstattung 3 / 5
Druckqualität 4 / 5
Preis / Leistung 3 / 5
Lautstärke 2 / 5

Eure Fragen zum Anycubic Photon

Nachdem ich den Artikel über den Anycubic Photon geschrieben habe, erreichten mich viele Anfragen per Mail und einige hier in den Kommentaren. Zum einen ging es um Testdrucke – welche ich natürlich gerne bearbeitet habe. Zum Anderen hattet ihr noch einige Fragen, die ich gerne einmal hier im Artikel beantworten möchte. *Leider* kam zwischenzeitlich gutes Wetter und ein pflegebedürftiger Garten dazu, sodass sich die Fertigstellung des Artikels etwas hingezogen hat. Also bitte nicht sauer sein, falls genau deine Mail nicht direkt beantwortet wurde – die Antwort bekommst du jetzt.

Belichtungszeiten

Sehr viele von euch wollten wissen, welche Belichtungszeiten für verschiedene Resins benötigt werden. Hierzu möchte ich euch ein Google Sheet verlinken, welches viele Resins und ihre Belichtungszeiten enthält. Die Liste wird von mehreren Leuten bearbeitet und enthält deren Erfahrungswerte. Falls du diese Liste erweitern kannst – tue dies gerne. So profitieren alle davon. Zum Google Sheet kommt ihr hier: docs.google.com

Verwendetes Resin

Ich habe bisher das beiliegende Resin von Anycubic, sowie Industrial Blend schwarz, Snow White und unpigmentiertes Resin von FunToDo verwendet. Da ich bis auf ein paar Testobjekte nur Kundenaufträge damit drucke, kann ich zu weiteren Eigenschaften nichts sagen. Von anderen Nutzern weiss ich, dass auch das Wanhao Resin gut ist. Die Resins unterscheiden sich oft in ihrer Flüssigkeit – manche sind sehr dünn- und manche eher dickflüssig. Bisher hat dies aber keine Auswirkung auf die Härte des gedruckten Objekts, nach dem aushärten. Bei Amazon gibt es viele verschiedene Resins zur Auswahl.

Wie unterscheidet sich Resin von ABS und PLA Filament?

Resin hat eine höhere Temperaturbeständigkeit als ABS und PLA. Zudem sind Resins oft chemiebeständiger. Hier gibt es wie bei Filamenten Unterschiede von Material zu Material. Am besten sollte man in die Datenblätter schauen. Da ich neben drei Testdrucken nur Kundenaufträge gedruckt habe, welche meist Dekoteile waren, kann ich nicht direkt etwas zu den mechanischen Eigenschaften sagen. Im allgemeinen eignet sich Resin aber nicht für mechanisch beanspruchte Bauteile da die Widerstandsfähig- und Haltbarkeit schlecht sind Was die Temperatur- und Chemiekalienbeständigkeit angeht sind manche Resins im Vorteil. Leider ist Resin nicht besonders UV-Beständig, weshalb die Drucke nicht über längere Zeit in der Sonne stehen sollten (nach dem Aushärten).

Nachbearbeitung und Aushärten

UV Kammer
UV Kammer zum Aushärten der Modelle nach dem Druck. Kammer befindet sich noch im Aufbau. Foto und Kammer: Sven O.

Anders als beim FDM Druck, wo man oft bei supportlosen Drucken keine Nachbearbeitung benötigt, wird bei DLP Druck immer Nachbearbeitung nötig sein. Nach dem Druck hängen noch flüssige Resinreste am Objekt und es ist noch nicht vollständig ausgehärtet.
Bei mir sieht die Nachbearbeitung folgendermaßen aus:

  1. Objekt im ersten IPA Bad spülen
  2. Objekt im zweiten IPA Bad spülen
  3. Supports entfernen
  4. Objekt in klarem Wasser spülen
  5. Objekt abtrocknen
  6. Objekt weiter aushärten lassen
UV Kammer
UV Kammer zum Aushärten der Modelle nach dem Druck. Kammer befindet sich noch im Aufbau. Foto und Kammer: Sven O.

Das Aushärten nach dem Reinigen ist notwendig, da das Resin nach dem Druck noch nicht vollstänidg ausgehärtet ist. Man kann das fertige Objekt z.B. an einem sonnigen Ort aushärten lassen. Bisher habe ich das aushärten nach dem Druck auch im Drucker gemacht. Einfach einen Quader „drucken“ ohne das Resin in der Wanne ist.

Auf lange Sicht werde ich mir wohl eine Aushärtungskammer bauen. Sven O. hat mir erlaubt die Bilder seiner noch im Bau befindlichen Aushärtungskammer zu veröffentlichen. Danke Sven. Alternativ nutzen Maker auch Nagellampen. Hier sollte drauf geachtet werden, eine zu nehmen, bei welcher die Belichtungszeit frei einstellbar ist. Ansonsten muss man die Lampe regelmäßig anschalten.

Materialsicherheit nach dem Druck

Die Sicherheitshinweise beziehen sich jeweils auf das flüssige Resin sowie das Resin während des Druckvorganges und solange es nicht gänzlich ausgehärtet ist. Nach dem Härten geht keine Gefahr von den Druckobjekten aus. Wer die Objekte weiterbearbeitet (feilen, sägen etc), sollte sich auch entsprechend schützen, da die Stäube weiterhin gesundheitsschädlich sind und nicht eingeatmet werden sollten.

Was benötigt man ausser dem Drucker noch?

Neben einer Möglichkeit die Drucke auszuhärten werden noch folgende Utensilien benötigt:

Sicherheitsausrüstung:

Verbrauchsmaterial:

Druckerschrank/Abluft

Die Abluftkammer hat viele von euch interessiert, deswegen möchte ich euch hier kurze Infos dazu geben. Die Kammer besteht aus 8mm Spanplatten mit weissem Furnier. Im Schrank ist Platz für den Drucker und den Radiallüfter. Zudem habe ich den Drucker auf einem Brett mit Schubladenschienen gestellt, damit der Schrank nicht so hoch sein muss, wie der Drucker in geöffnetem Zustand. So hat der Schrank aussenmaße von 70x30x30cm. Insgesamt hat der Schrank um die 50 Euro gekostet (ohne den Lüfter, da ich diesen von einem Freund bekommen habe) der Lüfter ist so eingebaut, dass er die Luft direkt über dem Drucker absaugt und über ein CombiDec Abluftrohr nach draussen leitet. Da ich den Abluftschlauch aus dem Fenster hänge ist das CombiDec nur 10cm im Durchmesser. Der Lüfter schaut oben ein wenig aus dem Gehäuse, sodass ich einen Adapter von 12,5cm auf 10cm erstellt habe.

Der Lüfter saugt so stark, dass Zigarettenrauch durch die Schlitze der Tür angesaugt wird. Genau wie ich es mir vorgestellt habe.

Supports

Scheinbar war die Aussage zu den Supportstrukturen etwas irreführend. Mit der Anycubic Software lassen sich die Supports anpassen und auch manuelle hinufügen. Jedoch sind es hier punktuell anliegende baumartige Supports, welche über 3 verschiedene Bereiche verfügen die individualisiert werden können: Top, Middle, Bottom. Mit der Software Meshmixer lassen sich wesentlich bessere Supports erstellen. Die STL kann dann ganz normal in der Anycubic Software gesliced werden ohne das dort Supports aktiviert werden.

Alternativen

Interessiert habt ihr euch auch für Alternativen aus dem FFF Drucker Bereich. Wichtig ist hier anzumerken, dass die Detailgenaugikeit eines SLA/DLP Druckers niemals mit FFF Druck erreicht werden kann. Wer nicht gerade Figuren für seine H0 Eisenbahnstadt drucken möchte, der kann sich meiner Meinung nach mal folgende Drucker anschauen.

Zur Vergleichbarkeit mit anderen DLP Druckern kann ich nichts sagen, da ich bisher keine anderen DLP Drucke in „Real Life“ gesehen habe. Grob kann man sagen, dass sich DLP für sehr detailgetreue kleine Objekte, welche kaum mechanisch beansprucht werden und nicht ständig mit Sonnenlicht in Berührung kommen, eignet. Vor allem für Table Top Spieler kann ein SLA Drucker Sinn machen.

Falls ihr weitere Fragen habt, stellt sie bitte in den Kommentaren. So haben alle was davon! Vielen Dank fürs Lesen!

Review: TEVO Michelangelo

Der Konkurrenzkampf tobt:
Die chinesischen Druckerhersteller beobachten den Markt sehr genau und so verwundert es nicht, dass sich zum Erfolgsmodell Ender-2 schnell ein Konkurrent gesellt.

Dieser heißt in diesem Fall Michelangelo und stammt aus dem Hause TEVO.
Kompakt, leise, schnell – diese drei Attribute beschreiben das neue Kompaktgerät schon ganz gut.
Fast wäre es sogar gelungen uns komplett zu begeistern, aber dem kleinen TEVO fehlt ein entscheidendes Detail: er hat KEIN Heizbett!
Warum man auf dieses fast schon existenzielle Bauteil verzichtet bleibt rätselhaft. Dennoch weiß der Zwerg zu begeistern und sein Defizit gut wett zu machen.

Lieferung und Aufbau

Da der TEVO Michelangelo zu 99,99% schon fertig aufgebaut ist, brauchten wir nur noch die vier Füße und den Drehknopf für das Display zu montieren. Da ist besonders für absolute Neuanfänger sehr interessant.
Auch die Verpackung des gesamten Druckers ist sehr vorbildlich gestaltet. Der freihängende Arm wird mit einer dicken Portion Schaumstoff so gut festgehalten, das während des Transports eigentlich nichts passieren sollte.
Leider bringt der Michelangelo nicht viel Zubehör mit. So hätte man zum Beispiel wenigstens ein Filamentsample und den guten alten Seitenschneider mit dazu legen können.
Auch ein Spulenhalter fehlt dem TEVO Michelangelo leider gänzlich.

Grund genug für uns selbst einen zu konstruieren und auf thingiverse zu stellen. Der Halter lässt sich übrigens auf dem Michelangelo drucken, so dass Ihr nicht auf einen zweiten Drucker zurückgreifen müsst.
Unseren Halter findet Ihr als Download hier:

https://www.thingiverse.com/thing:2841917

Technische Daten

 
MarkeTEVO
Geräte TypFertiggerät
ModellbezeichnungMichelangelo V1.0
RahmenmaterialAluminum
DruckbettAluminum Base 
DüsenanzahlSingle 
Düsendurchmesser0.4mm 
Drucktemperaturbis zu 260°C 
Bauraum150x150x150 mm
Schichtdicken0.05-0.3mm 
LCD-Screenvorhanden
Druckgeschwindigkeit60-120 mm/s 
Heizbett
druckbare MaterialienPLA, TPU
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.05mm 
Spannung110V/220V 
Leistung60W
SlicerCura, S3D, Slic3r 
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB
Gewicht6,5 kg

Mechanik und Führungen

Da der TEVO Michelangelo ein Klon des Ender2 bzw. Tronxy X1 ist, ist natürlich auch der mechanische Aufbau ähnlich gestaltet.
Abweichungen findet man aber trotzdem, so ist zum Beispiel der Riemen der X-Achse nicht komplett durch das Aluminiumprofil geführt, sondern nur auf der Oberseite. Wir finden diese Variante gelungener als beim Ender, da es weniger Probleme mit eventuellen Ecken gibt, wo sich der Riemen aufreiben kann.
Ebenfalls besser gelöst finden wir die Anbindung der kompletten Y-Achse. Diese ist fest auf der Grundplatte des TEVO Michelangelo verschraubt und erhält hierdurch eine gute Steifigkeit. Der Riemenantrieb befindet sich seitlich daneben und wird über mehrere Umlenkrollen geführt.
Durch seine feste Basis und die verwendeten Aluprofile scheint der Aufbau des Michelangelo schon gut gelungen.

Geführt wird der Michelangelo übrigens über V-Slot Rollen im Aluminiumprofil, einer mittlerweile sehr verbreiteten Lösung.

Hotend und Extruder

Ein direkter Pluspunkt geht an die Bauteilkühlung des TEVO Michelangelo, denn diese ist von Anfang an mit zwei Radiallüftern ausgestattet und bringt so gute Kühlergebnisse.
Beim Hotend setzt TEVO wieder auf sein standardmäßig verbautes Hotend, welches bereits beim Tornado, Tarantula etc. zu finden ist. Die Kühlung des Hotends erfolgt über einen nicht zu lauten 30×30 Axiallüfter.
Der Extruder, wie sollte es schon fast anders sein, ist der TEVOeigene Klon des E3D Titan Extruders. Der TEVO Titan Extruder hat uns bisher bei allen Druckern sehr gut gefallen und stellt eine günstige Alternative zum Original da. Durch die Untersetzung des Extruders und dem kurzen PTFE Liner, welcher am Michelangelo Verwendung findet, scheinen Förderprobleme fast ausgeschlossen. Selbst flexible Materialien können, mit gut angepassten Druckeinstellungen, beim Michelangelo eingesetzt werden.

Leider schränkt das fehlende Heizbett die Auswahl der Materialien sehr ein.
Warum TEVO auf dieses elementare Bauteil verzichtet hat, bleibt rätselhaft. Zumal dies doch heutzutage zur Grundausstattung eines 3D-Druckers gehören sollte.
Mittlerweile gibt es aber Möglichkeiten dieses nachzurüsten und somit den Michelangelo für (fast) alles gängigen Materialien nutzbar zu machen. Ein gutes Video zum Nachrüsten findet Ihr übrigens hier:

Heizbett für den MIchelangelo [Video von Rics_3D]

Elektronik

Besonders hier sammelt der TEVO Michelangelo Pluspunkte. Verbaut ist ein MKS Gen_L V1.0. Beim Display wurde das MKS MINI 12864 verbaut. Beide Komponenten sind sehr wertig und versehen ohne Probleme den Dienst.
Besonders zu erwähnen ist aber, dass der Michelangelo nicht mit mechanischen, sondern kapazitiven Endschaltern ausgerüstet ist. Gerade in dieser Preisklasse wirklich top.

Durch das fehlende Heizbett konnte natürlich das Netzteil entsprechend klein ausfallen, so dass man im Inneren des 3D-Druckers nur ein 12V – 90W Netzteil findet. Eine Nachrüstung mit einem Heizbett bedeutet also, entweder ein größeres Netzteil zu verbauen, was aber aufgrund des Platzangebotes gut möglich ist, oder aber eine 230V Variante einzusetzen.
Wir tendieren aufgrund der Gefahr, die von 230V ausgehen, immer zur ersten Lösung.

Wer sich Gedanken um die Kühlung des TEVO Michelangelo macht, dem sei gesagt, dass dieser aufgrund des kleinen Netzteils und eines serienmäßig verbauten Lüfters sehr gut ausgestattet ist.

Eine Tatsache die übrigens urig ist, ist dass dem TEVO Michelangelo eine 512MB SD-Speicherkarte beiliegt. Da kommt der Charme der frühen 2000er auf. 😀

 

Druckergebnisse

Die bisher gedruckten Teile sehen sehr gut aus und auch die Geschwindigkeit des kleinen Druckers überrascht. Die Schichtstärken liegen laut Hersteller zwischen 0,02 und 0,3mm, wobei eine Auflösung von 0,1mm eher der Realität entspricht. Dabei darf die Druckgeschwindigkeit aber gerne mal über 80mm/s und mehr betragen.

Preis / Leistung

Der TEVO Michelangelo ist für rund 150-250€ bei diversen Händlern erhältlich.
Ein ganz akzeptabler Preis, zumal der Michelangelo doch mit einigen Feature daherkommt:

  • Eine gute und wertige Elektronik
  • Stabile Basis und Profile aus Aluminium
  • kapazitive Endschalter

Die Qualität und Verarbeitung des 3D-Druckers ist in Ordnung und dem Preis angemessen.

Fazit

Der TEVO Michelangelo ist ein kleiner, schneller Anfängerdrucker mit großen Stärken, aber auch einem sehr großem Defizit. Das fehlende Heizbett schränkt die Materialauswahl beträchtlich ein. Trotzdem punktet der 3D-Drucker in Sachen Geschwindigkeit und Ausstattung. Neben einem Geared Extruder und kapazitiven Endschaltern sind auch die anderen Komponenten sehr wertig.
Durch eine schwere Basis und ausreichend dimensionierten Aluprofilen liefert der Michelangelo sehr gute Druckergebnisse und bleibt dabei trotzdem portabel.

Wir finden den TEVO Michelangelo gut gelungen und empfehlen diesen gerne als Zweit- oder Drittgerät. Aber auch Anfänger sollten diesen 3D-Drucker ins Auge fassen.

Zu kaufen gibt es den TEVO Michelangelo natürlich, wie immer bei Gearbest, AliExpress usw

Bewertung
Gesamtbewertung 4 / 5
Zusammenbau 5 / 5
Mechanik / Elektronik 4 / 5
Ausstattung 3 / 5
Druckqualität 4 / 5
Preis / Leistung 4 / 5
Lautstärke 4,5 / 5

Kurzvorstellung: Alfawise U10

Kommt jetzt der Creality3D CR-10 Killer?

Der chinesische Onlinehändler Gearbest stellt unter seiner Eigenmarke Alfawise den U10 vor.

Der 3D-Drucker will vor allem mit seiner Bauraumgröße von 400x400x500mm! und einem unschlagbaren Preis von rund 400€ punkten.

Der Alfawise U10 bietet dabei von Haus aus schon viele Features, die wir bereits vom CR-10S kennen:

  • zwei Z-Achsenspindeln
  • Filamentsensor
  • Resume Printing Function nach einem Stromausfall

Wir werden den Alfawise U10 natürlich testen und später hier im Magazin ausführlich vorstellen.

Hier findet Ihr schonmal alle wichtigen Daten:

MarkeAlfawise
Geräte TypDIY 
ModellbezeichnungU10
RahmenmaterialAluminum
DruckbettAluminum Base 
DüsenanzahlSingle 
Düsendurchmesser0.4mm 
Drucktemperaturbis zu 260°C 
Bauraum400x400x500mm
Schichtdicken0.05-0.3mm 
LCD-Screenvorhanden
Druckgeschwindigkeit10 – 150mm/s 
Heizbetttemperaturbis zu 100°C
druckbare MaterialienABS,HIPS,PLA, PETG
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.004mm 
Spannung110V/220V 
Leistung360W 
SlicerCura, S3D, Slic3r 
LieferformBausatz
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB
Gewicht15kg