Kurzvorstellung: Anet A9

Als hätte man es geahnt, bringt der chinesische Druckerhersteller Anet ebenfalls ein Gerät in der „Ender-Klasse“ heraus. Somit schlagen sich in diesem Feld momentan vier Hersteller um die Vormachtstellung.

Anders als sein Konkurrent, der TEVO Michelangelo, hat der A9 genauso wie der Ender-2 ein Heizbett verbaut und ist so auch für eine große Auswahl an Materialien geeignet.

Hier findet Ihr alle wichtigen Daten:

Marke:Anet 
Geräte TypDIY 
ModellbezeichnungA9 
RahmenmaterialAluminum
DruckbettAluminum Base 
DüsenanzahlSingle 
Düsendurchmesser0.4mm 
Drucktemperaturbis zu 260°C 
Bauraum16 x 16 x 20cm 
Schichtdicken0.1-0.4mm 
LCD-Screenvorhanden
Druckgeschwindigkeit40 – 120mm/s 
Heizbetttemperaturbis zu 100°C
druckbare MaterialienABS,HIPS,PLA, PETG
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.004mm 
Spannung110V/220V 
Leistung250W 
SlicerCura, S3D, Slic3r 
LieferformBausatz
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB

Tutorial: Eigenes Logo auf dem Bootscreen – so geht’s

 Das wird benötigt:

Um einen individuellen Bootscreen zu erzeugen, braucht Ihr folgende Dinge:

  • Einen 3D-Drucker mit Full Graphics LCD Controller
  • Euer Logo im JPG oder GIF Format in der Auflösung 128 x 64 Pixel, welches Ihr auf den Bootscreen übertragen wollt



So wird’s gemacht

Am einfachsten funktioniert das Ganze, wenn Euer Logo schwarz-weiß ist. Ansonsten müsst Ihr ein wenig Hand an Euer Bild anlegen und es in schwarz-weiß gestalten bzw. umwandeln.

Bei unserem Beispiel haben wir unser Logo auf das Nötigste reduzieren.

Unser Logo auf das Nötigste reduziert

Um das Bild später zu übertragen wird eine maximale Auflösung von 128 x 64 Pixel benötigt. Ihr könnt mit einer höheren Auflösung anfangen und später herunterskalieren, solltet aber bedenken, dass aufgrund der Pixel nicht alle Details sauber dargestellt werden können. Daher empfehlen wir Euch nicht zu detailreich zu starten.

In unserem Beispiel sind wir, wie folgt, vorgegangen:

Wir haben unser Logo soweit bearbeitet und reduziert, dass es schwarz-weiß exportiert werden konnte.
Als Programm haben wir in diesem Fall inkscape benutzt.

In paint.net haben wir eine neue Datei geöffnet und diese mit 128 x 64 Pixel definiert. Das zuvor in inkscape erzeugte Bild wurde per Paste & Copy in paint.net übertragen und in die Grenzen eingepasst.
(Alle zuvor probierten Varianten mit Öffnen und skalieren von anderen Dateien z.B. PNG hat bei uns immer wieder zu Problemen geführt)

Ihr solltet übrigens darauf achten, dass der Hintergrund transparent bleibt, um die Erkennung des Bildes zu verbessern.

Die Vorschau ist schon sehr pixelig – dies liegt an der niedrigen Auflösung

Die fertige Datei wird nun im JPG oder GIF-Format an einen beliebigen Ort abgespeichert.



Nun geht es ganz einfach:

Wir haben die Seite http://www.digole.com/tools/PicturetoC_Hex_converter.php geöffnet und unser Bild dort hochgeladen.


Um das Bild auf das Display zu bekommen mussten wir noch ein paar Einstellungen anpassen.
Unter „Resize to“ wird die Auflösung des Displays mit 128 x 64 Pixel angegeben.

Nach einem Druck auf „Get C string“ sieht man ein weiteres Fenster mit dem Code für das Bild und eine Vorschau des Logos, wenn alles geklappt hat.
Den Hex-Code haben wir in die Zwischenablage kopiert.

Als nächsten Schritt haben wir die marlin.ino unseres CR-10 geöffnet und die Datei _bootscreen.h gesucht.
Dort haben wir wiederum den zuvor in die Zwischenablage kopierten Text über den vorhandenen Text in den geschweiften Klammern geschrieben.

Folgende Zeilen müssen noch angepasst werden, falls die Werte noch nicht drin stehen:
#define CUSTOM_BOOTSCREEN_TIMEOUT   2500
#define CUSTOM_BOOTSCREEN_BMPWIDTH  128
#define CUSTOM_BOOTSCREEN_BMPHEIGHT 64

Jetzt muss nur noch das Ganze kompiliert und auf das Board übertragen werden.
Solltet Ihr alles richtig gemacht haben, dann könnt Ihr, nach dem Neustart, Euer Logo beim Starten des 3D-Druckers sehen.

Wer es noch ein bisschen individueller mag, der kann natürlich noch in der configuration.h unter nachfolgenden Punkt seinem 3D-Drucker eine individuelle „Ready“ Message verpassen.

// Optional custom name for your RepStrap or other custom machine
// Displayed in the LCD „Ready“ message
#define CUSTOM_MACHINE_NAME „CR-10 by SELBSTgedruckt“

Wir hoffen Euch hat dieses kleine Tutorial gefallen und Ihr besucht unsere Seite bald wieder.

Ihr wollt was wirklich Individuelles bei Eurem Drucker haben?

Wie wäre es mit einem eigenen Bootscreen? Seit Marlin 1.1.0 gibt es dieses coole Feature für Full Graphics LCD Displays und wir wollen Euch mit diesem Tutorial zeigen, wie Ihr ganz schnell und einfach das Aussehen des Startbilds verändern könnt.

Wer mag, kann uns natürlich durch Klicken auf die Produktlinks unterstützen und bei unseren Partnern einkaufen. Wir erhalten einen kleinen Beitrag zurück und können Euch somit immer wieder mit tollen neuen Infos versorgen.

Review: Zonestar P802C – Konkurrenz für den Anet A8?




Er hat (fast) alles, was sich Besitzer des Anet A8 wünschen: ein RAMPS-Board, ein aktiv gekühltes Netzteil und einen Bowden-Extruder…

Die Rede ist vom Zonestar P802C, welchen man derzeit für rund 150€ bei Gearbest bekommen kann.

Es scheint, als ob der Hersteller Zonestar mit dem P802 Modellen auf den Zug des erfolgreichen Anet A8 bzw. Anet A6 aufzuspringen will.
Ob dies gelingt, verraten wir Euch in unserem Review.

Aufbau, Mechanik und Aussehen

Wie fast alle 3D-Drucker dieser Preisklasse besteht der Grundrahmen des Zonestar P802C aus schwarzem gelaserten Acrylglas und wird durch Schrauben und Muttern miteinander verbunden.
Direkt aufgefallen ist beim Aufbau, dass Zonestar bei der Verbindung der seitlichen Verstärkungsplatten unterschiedlich große Zapfen und Ausschnitte vorgesehen hat, um eine Verwechslung der Seiten zu verhindern. Gerade für Anfänger und ungeübte Aufbauer ist dies eine willkommene Hilfe.
Die Aufbauanleitung ist in Englisch verfasst und größtenteils gut bebildert. An der ein oder anderen Stellen mussten wir zwar nochmal genauer hinsehen, konnten aber alle Teile ohne Probleme verbinden. Hilfreich war dabei die mitgelieferte Pinzette des Bordwerkzeugs.

Wie bei allen anderen Druckerbausätzen gilt auch hier:
Selbst wenn alles schon gut vorbereitet erscheint, solltet Ihr trotzdem große Sorgfalt beim Aufbau walten lassen, denn je genauer Ihr den Drucker aufbaut, umso besser sind später die Endergebnisse beim Drucken.

Das Erscheinungsbild des P802C ist eher schlicht und funktional gehalten und kommt ohne viel Schickschnack daher.
Die einzige Auffälligkeit des Druckers ist, dass dieser mit nur einem Motor für den Z-Antrieb auskommt und die Kraft bzw. die Drehung durch einen Riemenantrieb von der einen zur anderen Gewindespindel überträgt. Hierdurch soll ein synchroner Lauf beider Z-Achsen Spindeln erreicht werden.
Zu den Gewindespindeln ist direkt zu sagen, dass diese, anders als beim Anet A8, kein Trapezgewinde, sondern nur normales metrische M5er Gewinde aufweisen.
Doch gerade das Trapezgewinde ist unserer Meinung nach die technisch bessere Lösung, da metrische Gewinde nicht gut zur Übertragung von Bewegungen geeignet sind.



Keine gute Lösung für die Befestigung der Linearlager

Gespart wurde leider auch bei der Halterung des Heizbettes. Hier wurde anstatt eines Aluminium-Halterahmes auf ein gelasertes Acrylteil gesetzt. Gerade wenn man bedenkt, das ca. 10-15mm darüber das Heizbett mit einer Temperatur von bis zu 100°C und mehr sitz, keine gute Lösung.

Ein weiterer negativer Punkt der uns aufgefallen ist, ist die Befestigungsart der Linearlager. Diese werden mittels Acrylteilen an den Halterahmen des Heizbettes bzw. an den Schlitten des Extruders geklemmt. Der Abstand dafür wird durch einfache Kunststoff-Langmuttern erreicht, welche sehr leicht kaputt gehen kann, wenn man beim Festziehen zu viel Kraft aufwendet.
Warum man hier nicht auf vernünftige Lagerböcke, ähnlich wie beim Anet A8 gesetzt hat, ist uns unbegreiflich.
Trotz allem lässt sich das Druckbett und auch der Extruder leicht bewegen und weißt im ersten Moment kein Spiel auf.
Wer beim Zonestar P802C Riemenspanner sucht, der wird nur bei der Riemenumlenkung für die Z-Achse fündig. Bei allen anderen Achsen wurden auf Riemenspannern leider verzichtet.

Technische Daten

Technologie FFF/FDM
Ausführung Bausatz
Rahmenmaterial Acryl
Filament Durchmesser 1.75 mm
Druckermaße (HxBxT) 510 x 400 x 425 mm
Farbe schwarz – rot
Druckkopf Bowden Extruder
Düsendurchmesser 0.4 mm
Hersteller ZONESTAR
Hersteller Land China
Druckplattform beheizt 12V 140W
Unterstütztes Material PLA, ABS, PETG uvm.
Max. Druckbereich (HxBxT) 220 x 220 x 220 mm
Anschlussmöglichkeiten USB / SD Karte
Software alle gängigen Slicer
Systemanforderungen ab Windows 7 / MAC OS
Dateiformat .stl , .obj, g-code
Gewicht 6kg
Display LCD2004 ADC 5 Tasten

Extruder und Hotend

Der Zonestar P802C verwendet, wie anfangs beschrieben einen Bowden-Extruder mit einem E3D Clone als Hotend.
Eine durchaus gute Lösung bei diesem Drucker, da man hierdurch Gewicht auf der X-Achse sparen kann und hierdurch höhere Druckgeschwindigkeiten erreicht.
Der Motor des Extruders ist am oberen Rahmenteil des Druckers zu finden und muss vor der Verwendung montiert werden.
Das Hotend kommt fertig verkabelt und montiert aus dem Karton und wird mittels einer Klemmschraube in den Schlitten der X-Achse befestigt.
Leider mussten wir genau wegen dieser Befestigungsweise feststellen, dass das Hotend in der Halterung wackelte und unten an der Düse rund 5mm Versatz aufwies, was sich auch direkt als verschobene Layer beim Druck widerspiegelte. Beheben konnten wir das Ganze, indem wir ein Teil konstruierten, welche die Klemmkraft der Schraube nicht nur punktuell, sonder gleichmäßig auf den J-Head des Extruders verteilt.
Ein weiterer und vielleicht sogar der negativste Punkt des Druckers überhaupt, ist die nicht vorhandene Bauteilkühlung. Warum man auf ein so elementar wichtiges Teil verzichtet hat, eschließt sich uns leider nicht. Es gibt einen Lüfter am Schlitten der X-Achse, dieser dient aber lediglich zur Kühlung des Hotends und nicht des Bauteils.

Elektronik

Am Anfang des Artikels haben wir schon erwähnt, dass der Zonestar P802 mit einem RAMPS Board bzw. einem eigens für Zonestar entwickeltem Clone ausgestattet ist.
Wer nun aber meint, dass hier ein Arduino Mega2560 als Basis verwendet wurde der irrt.
Alles ist speziell für diesen Drucker zugeschnitten und aufs Wesentliche reduziert.
Als Firmware wird Repetier in der Version 0.92 eingesetzt.
Alle Anschlüsse für Thermistoren, Endschalter und Lüfter sind mit Steckern versehen und lassen ein falsches Anschließen kaum zu.
Für den Anschluss des Heizbetts, der Heizpatrone des Hotends und der Stromversorgung gibt es auf dem Board eine ordentliche Klemmleiste, die, anders als beim Anet A8, einen guten Eindruck macht.
Auch sind die Kabel, bis auf die Leitung der Heizpatrone des Hotends, mit Kabelschuhen bzw. Aderendhülsen versehen und ausreichend groß dimensioniert. Bei der Verbindung zum MK3 Heizbett wurde übrigens nicht auf einen Stecker gesetzt, sondern alle Kabel ordentlich angelötet.
Auch das aktiv gekühlte Netzteil scheint den gestellten Aufgaben gewachsen zu sein.

Alles in allem scheint man hier nicht am falschen Ende gespart zu haben und hat direkt höherwertige Komponenten als die Konkurrenz eingesetzt.
Besonders erwähnenswert ist noch, dass das Board direkt für einen zweiten Extruder ausgelegt wurde und dieser mit wenigen Handgriffen und etwas Programmieraufwand betrieben werden kann. Die Vorbereitungen hierfür sind größtenteils am Drucker bereits vorhanden. Am oberen Rahmenteil kann der weitere Extruder montiert werden, zudem liegen im Bausatz eine Motorsteuerleitung für den Extrudermotor und ein Thermistor für ein zweites Hotend bei.

Anschlussleiste am RAMPS Mainboard

Druckergebnisse

Nachdem wir das Problem des wackelnden Hotends behoben haben, lieferte der Drucker ganz brauchbare, aber nicht wirklich überragende Ergebnisse. Wahrscheinlich ist dies auch auf den fehlenden Bauteillüfter zurückzuführen.
Wer mit dem Zonestar P802C flexible Filamente verwenden möchte, dem raten wir vor dem Versuch ab, denn durch das Bowden-Setup kann man davon ausgehen, keine brauchbaren Ergebnisse zu erzielen.

Fazit

Zugegeben, für den ersten Moment haben wir gedacht mit dem Zonestar P802C DEN Konkurrenten des Anet A8 gefunden zu haben. Denn der Drucker verfügt über (fast) alles, was wir und Ihr euch beim Anet A8 wünschen: ein RAMPS-Board, ein Bowden-Extruder und ein aktiv gekühltes Netzteil, sowie vernünftige Kabelverbindungen.
Doch beim genaueren Hinsehen mussten wir festgestellt, dass der P802C in keinster Weise an den Anet A8 heranreicht.
Sei es die fehlende Bauteilkühlung, die metrischen Gewindespindeln für die Z-Achse oder die Befestigung der Linearlager, so hat der Zonestar P802C große mechanische Defizite, welche auch die besseren elektronischen Komponenten nicht ausbessern können.

Wenn wir uns etwas wünschen dürften, dann wäre dies eine Mischung aus der Mechanik der Anet Drucker und der Elektronik des Zonestar P802C, gepaart mit Marlin als Firmware und es wäre ein abolut guter Drucker geworden.

So können wir derzeit nur vom Kauf abraten und sagen: Elektronik hui, Mechanik Pfui.

Der Drucker erhält von uns nur 2 von 5 Punkten.

Magazin: Anet E10 – alles nur ein Hype?




Das Ziel von Anet ist klar: Mit dem E10 will man dem Creality CR10 Konkurenz machen. Doch ist das überhaupt möglich?

Wir sind über ein Video im Internet gestolpert, in dem der E10 unter die Lupe genommen wurde. Schnell wird klar, der Anet E10 kommt in dem Video nicht gut weg.
Als erstes wird bemängelt, dass beim Anet E10 Bauteile verwendet werden, die aus dem 3D-Drucker stammen. Über diesen Punkt lässt sich streiten, denn viele andere Hersteller tun dies auch.

Weiter geht es damit, dass Bauteile aus Aluminium hergestellt sind und man auf die Gefahr des Verbiegens achten soll.
Natürlich sind Aluminium Bauteile durch die etwas geringere Festigkeit nicht so stabil wie Stahlbauteile, aber auch da kann es kann es passieren, dass diese verbiegen.

Was natürlich sehr negativ auffällt, ist die Tatsache, dass anstelle von V-Slot Profilen nur T-Slot Profile verwendet wurden.
Gerade bei der sehr stark beanspruchten X-Achse ist dies schon fast ein „No-Go“.

Auch bei den Riemen wird aber ganz schnell klar: hier wurde am falsch Ende gespart und man hätte besser Riemen mit Glasfasereinlage verwendet.

 

 

Worüber man aber nicht ein Wort verliert ist, dass der Anet E10 über zwei Z-Spindeln und nicht wie der CR10 nur über eine Spindel verfügt.
Gerade dies scheint aber eher der Pluspunkt für den E10 zu sein.

Bleibt abzuwarten, wie die Elektronikkomponenten des Anet E10 sind. Diese sind bekanntlich bei Anet nicht wirklich haltbar und können eventuell zum Brand führen.
Alles in Summe gesehen scheint der E10 eine Chinakopie eines chinesischen Herstellers zu sein, der den Preis von rund 265€ bzw. $300 nicht gerecht wird.

Eine wirkliche Alternative scheint der Tronxy X3S darzustellen. Dieser ist zumindest mit V-Slot Profilen aufgebaut und fällt in die selbe Kategorie wie der CR10 und der E10.

Magazin: ANET A8 – eine ehrliche Meinung

Viele auf der Suche nach dem ersten 3D-Drucker haben von ihm oder seinem großen Bruder schon einmal gehört – die Rede ist vom ANET A8 bzw. dem A6.
Oft werden diese beiden Drucker als vermeintliche Anfängerdrucker genannt und wegen des günstigen Preises als Schnäppchen empfohlen.

Doch wie sieht die Realität aus?

Wir haben selber einen A8 bei gearbest.com bestellt, um zu sehen, was das System kann.

Aufbau des Druckers

Falsch hergestelltes Rahmenteil | Quelle: Facebook [Jens Heß]
Der Aufbau des A8 ist an die erfolgreichen Prusa Drucker angelehnt worden und kommt in offener Bauweise daher.
Der Rahmen besteht, wie bei fast allen Druckern dieser Preisklasse, aus gelaserten Acrylteilen.
Leider kommt es immer wieder zu gebrochenen oder falsch gefertigten Bauteilen, die dann selbst geklebt bzw. nachgearbeitet werden müssen, um den Drucker doch noch aufgebaut zu bekommen.
Eine Reklamation der defekten Teile beim Hersteller versteht sich dabei von selbst.
Ein weiterer großer Nachteil der Acrylteile ist die Stabilität.
Sehr oft lösen sich die Schraubverbindungen der Rahmenteile und selbst dann ist der gesamte Aufbau nicht steif genug und wackelt hin und her, bzw. zieht sich beim Spannen der Antriebsriemen zusammen.
Abhilfe schafft da nur den Rahmen mittels gedruckten Bauteilen zu verstärken, oder direkt als AM8 mit Aluminiumrahmengestell aufzubauen.
Somit ist erst mal Drucken für den Drucker angesagt.

 

 

Lager und Riemen

Die Wellen und Lager des ANET A8 scheinen auf den ersten Blick den Anforderungen gerecht zu werden.
Natürlich sind auch hier wieder sehr günstige Komponenten verbaut, so dass defekte Teile nicht ausgeschlossen werden können.
Wir haben uns im Netz umgesehen und geschaut, was dort empfohlen wird.
Immer wieder liest man von Umbauten auf igus® DryLin®*-Lager um den Drucker laufruhig zu bekommen. Genauso oft liest man von Problemen, die diese Lager mitbringen.
Das Problem ist, dass die igus® DryLin®* -Lager einen leichten Presssitz benötigen, um ihre endgültige Passung herzustellen. Dies kann aber mit den Originalbauteilen nicht oder nur bedingt erreicht werden.  Ein Verkanten und Klemmen der Laufwagen ist die Folge.

Wir empfehlen auf den Umbau mit igus® DryLin®*-Lagern zu verzichten und stattdessen die vorhandenen Lager vorerst nicht aus-  oder Feststoffgleitlager mit Graphiteinlagerungen *einzubauen, da diese eine gute Alternative sind.

Wer seinem ANET zusätzlich noch etwas Gutes tun will, der tauscht die steifen Originalriemen gegen GT2-Riemen mit Glasfasereinlage* aus. Diese sind flexibler und haltbarer als die Mitgelieferten. Wer  Riemenspanner bei den ANET Druckern sucht, der wird enttäuscht. Hier seid Ihr gefragt welche zu drucken, denn ohne wird es ganz schnell problematisch mit sauberen Druckergebnissen.
Als nice-to-have kann man noch die Umlenkrollen gegen Zahnriemenscheiben* tauschen. Unserer Erfahrung nach ist dies aber nicht nötig, da sich das Druckbild nur minimal verbessert.

Die Elektronik

Abgebrannter Hotend-Stecker | Quelle: Facebook [Jan Greth]
Als größte Schwachstelle könnte man jetzt die verwendeten Elektronikkomponenten beschreiben.
So liest man immer wieder von abgerauchten Mainboards*, durchgeschmorten Heizbettsteckern oder kaputten Netzteilen, auch PSU (Power Supply Unit) genannt.
Hier gibt es eine ganze Menge zu verändern.
Als wichtigstes Update solltet Ihr sowohl für das Heizbett, wie auch für das Hotend ein MOSFET * (metal-oxide-semiconductor field-effect transistor) verwenden.
Der MOSFET *  schützt Euer Mainboards* vor dem Durchschmoren, da er, vereinfacht gesagt, die hohen Ströme von Heizbett (11A) und Hotend (3A) nicht über das Board leitet, sondern, wie ein Relais, direkt schaltet.
Neben dem MOSFET* solltet Ihr auch auf eine saubere Verkabelung mit Kabelschuhen und Aderendhülsen achten, damit Ihr keine Kontaktprobleme und damit eventuelle Kurzschlüsse bekommt.
Der Stecker des Heizbettes ist einer der am meisten defekten Bauteile. Dieser wird durch die hohe Strombelastung heiß und verschmort dann während des Benutzens.
Daher  solltet Ihr den verbauten Stecker entweder, mit zwei zusätzlichen Kabeln für die Stromversorgung, erweitern oder ganz gegen hochflexible Silikonleitungen *austauschen.

Tipp: Das Heizbett vor dem Löten im Backofen vorheizen, damit Ihr keine Wärmeverluste über das kalte Aluminium bekommt und dadurch die Lötstellen unsauber werden.

Netzteil mit Lüfter | Quelle: Facebook [Kev Möbius]
Wer übrigens ganz auf Nummer sicher gehen möchte, der tauscht noch das Netzteil gegen ein aktiv gekühltes Server- bzw. LED-Netzteil *aus. Alternativ dazu könnt Ihr einen Lüfter zum Kühlen des Netzteils montieren.

Den Anschluss des Netzteiles solltet Ihr übrigens immer von einem Fachmann machen lassen. Nur eine ausgebildete Elektrofachkraft weiß, worauf man alles achten muss. Fragt doch in Eurem Bekanntenkreis nach, wer beim Anschließen helfen kann.

Kommen wir nochmal zum Mainboard*, ab und an kann es übrigens vorkommen, dass Ihr die Anschlussklemmen nachlöten müsst.

 

 

 

 

 

 

Extruder und Hotend

Ein Filamentwechsel stellt viele Nutzer des ANET A8 immer wieder vor große Probleme, denn der Wechsel ist nicht bzw. kaum ohne Demontage des Extruderkühlers  möglich. Hier gibt es  mittlerweile gute Updates, die man selber herstellen kann.

Ein anderer Trend ist, den ANET auf ein E3D V6 Hotend* umzubauen und mit Bowdenextruder zu betreiben.
Diese Lösung ist unserer Meinung nach nicht optimal, da Ihr mit einem Direktextruder doch bessere Druckergebnisse erzielen könnt. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass der Bowden flexibel ist und nachfedert, was zu unschönen Druckergebnissen führen kann.

Unser Drucker läuft übrigens mit einem E3D V6 Clone * und Direktextruder*. Bis jetzt sind wir mit den erhaltenen Ergebnissen ganz zufrieden.

 

Software / Firmware

Der Anet A8 wird ursprünglich mit Repetier als Firmware ausgeliefert. Hier empfehlen wir das Update auf Skynet bzw. Marlin.
Alleine schon die Thermischen  Sicherheitsfunktionen dieser Firmware sprechen für einen Wechsel.

Anleitungen zum Wechsel findet Ihr hier:

 

Weitere Ergänzungen

Neben den zuvor beschriebenen Verbesserungen, gibt es noch weitere, die dem Drucker keinesfalls schaden. So solltet Ihr das Heizbett nicht wie beschrieben montieren, sondern den H-Träger durchbohren und die Schrauben am Heizbett mit einer Unterlegscheibe fixieren.
Jetzt könnt Ihr ganz einfach das Bett über die Flügelmuttern einstellen.
Wer mag, der kann auch noch Rändelknöpfe für die Flügelmuttern drucken, um diese einfach zu bewegen.
Kabel-, bzw. Energieketten zur Verlegung der Kabel stellen eine schöne Ergänzung dar und helfen alles ordentlich zu montieren.

SELBSTgedruckt-Heizbettverstellung

Fazit

Wir finden, der ANET A8 ist keinesfalls ein „Anfängermodell“, als das er so oft empfohlen wird.
Viel zu groß sind die Enttäuschungen über die schlechten Druckergebnisse, die der ANET aufgrund von Fertigungstoleranzen und anderen Problemen liefert.
Um wiederkehrend gute Drucke zu erzielen benötigt der ANET einiges an Updates und Verbesserungen. Auch einen Hang zum Basteln und Ausprobieren sollte man als Besitzer des A8 haben.
Das einzig Gute daran ist, man lernt die Technik von Anfang an kennen und versteht, welche Zusammenhänge es im 3D Druck gibt.
Wenn man bedenkt, wie viel Zeit und Geld manch einer in den ANET steckt, um diesen „drucktauglich“ zu machen ist dieser unterm Strich meist sogar teurer als viele Alternativdrucker.
So kommen zu den 150€  schnell Kosten in Höhe von  80 – 100€ für MOSFETs, Netzteil, Kabel, Kabelschuhe etc. dazu. Zusätzlich  muss man die Zeit betrachten, die man zum Drucken von Verstärkungsteilen und Updates benötigt, was ebenfalls Material, Strom usw. kostet.
Schnell kommt man an einen Preis heran, bei dem sich die Anschaffung eines anderen, teureren Druckermodells gelohnt hätte.

Hier könnte man zum Beispiel den XYZ daVinci Mini w* oder den Wanhao Duplicator i3 Plus* nennen.

Und dennoch geben wir dem ANET A8 drei von fünf Punkten.

Wir haben das Modell verflucht und trotzdem lieben gelernt. Wenn er einmal läuft, dann gibt es sogar ganz gute Ergebnisse, auch wenn der Weg dorthin nicht einfach und kostenintensiv ist.

Magazin: 3D Druck – ein brandgefährliches Hobby?

Immer öfter kann man in den Medien folgende Überschrift lesen:
„3D-Drucker setzt Haus in Brand“ oder „Wohnungsbrand durch 3D-Drucker ausgelöst“

Artikel von chiemgau24.de: http://bit.ly/2sAUzKw

Was macht das Hobby so brandgefährlich?

Abgebannte Platine eines 3D Drucker. Bildrecht: Sergej Michel [https://www.facebook.com/sergej.michel.35]

Heißer Kunststoff wird auf eine heiße Druckplattform aufgetragen, alles im Temperaturbereich von rund 220°C, also nicht viel wärmer als ein Backofen.
Und dennoch kommt es immer wieder zu verheerenden Bränden, bei dem im glücklichsten Fall nur der Drucker ein Raub der Flammen wird.
Die Ursachen liegen meist nicht am Prozess, sondern an den verwendeten Geräten selbst.
Man sieht immer wieder Brände auf Platinen, abgefackelte Extruder oder zerstörte Netzteile.

Aber auch am Arbeitsplatz selbst findet man eine sehr große Brandlast.
Es stehen oft Spraydosen mit Reinigungs- und Schmiermitteln oder Haarspray in der Nähe des Druckers, Kabel liegen offen oder sind schlecht verlegt.
Möglicherweise liegt noch der Lötkolben angeschaltet daneben.

Wie kommt es zum Brand?

Es gibt auf dem Markt viele Geräte, die den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und somit sicher sind.
Dies schlägt sich aber in den Anschaffungskosten eines solchen Druckers nieder, welche dann schnell auf  1000EUR und mehr belaufen können.

Doch gerade im Hobbybereich wird der Markt derzeit von sehr günstigen 3D-Drucker Bausätzen aus China überschwemmt, die für knapp 200EUR zu kaufen sind.
Diese Bausätze entsprechen weder europäischen, noch deutschen Richtlinien und bergen ein großes Gefahrenpotenzial.
Die Netzteile sind nicht geprüft, Platinen haben sehr dürftige Lötstellen und die verarbeiteten Komponenten sind oftmals von schlechter Qualität.
Hinzu kommt, dass diese Drucker auch noch aus Acrylglas bestehen, so dass sich ein entstehendes Feuer sehr schnell ausbreiten kann.

Neben der Brandgefahr gibt es bei diesen Bausätzen auch eine elektrische Gefahr durch Verdrahtungsarbeiten, die eigentlich nur Elektrofachkräfte ausführen dürfen.

Es besteht das Risiko durch einen Stromschlag verletzt oder sogar getötet zu werden!

Was kann ich machen?

Solltet Ihr trotzdem so einen „China Kracher“ benutzen wollen, so haben wir ein paar Tipps für Euch zusammengestellt, wie Ihr Euren Drucker und Euch schützen könnt.

Unsere Kaufempfehlungen findet Ihr am Ende des Artikels.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass sämtliche Arbeiten und Veränderungen an den Geräten oder den Steuerungen auf Eure eigene Gefahr auszuführen sind und wir keinerlei Verantwortung und Haftung bei Defekten, Unfällen oder sonstigen Schadensereignissen übernehmen.

Klick Euch hier durch unsere Bilderstrecke, um mehr zu erfahren:


1. Achtung Stromschlag!

Bild 1 von 10

Solltet Ihr keine Elektrofachkraft sein, so fragt Freunde oder Bekannte mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung, ob sie euch den Drucker anschließen. Somit reduziert Ihr das Risiko verletzt zu werden auf ein Minimum.

Bildquellen: https://pixabay.com/


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