Vorstellung: Prusa MINI – klein aber oho

Es schien um Prusa ein wenig still geworden zu sein, wenn man die letzten Wochen etwas zurückverfolgt hat.
Doch wie heiß es bekanntlich: „Stille Wasser sind tief.“
So war es dann auch bei Josef Prusa und Team, denn seit dem 12.10.2019 gibt es ein neues Mitglied in der Prusa Familie, den Prusa MINI.

Wie heißt es auf der Shoppingseite des Prusa MINI: „Wir stellen unseren neuen kompakten 3D-Drucker mit all dem Schnickschnack vor, den Sie von den Machern der preisgekrönten Original Prusa i3 MK2 und MK3S erwarten würden!“
Und wenn man sich einmal die Features des MINI anschaut, dann scheint es, dass man den Mund nicht zu voll genommen hat.

Aussehen und Aufbau

Natürlich fällt auf den ersten Blick die neue Aufbauart des MINI ins Auge.
Im Gegensatz zu seinen großen Brüdern verzichtet man beim Prusa MINI auf den typischen Rahmen in der Mitte und verwendet stattdessen einen freitragenden Auslegerarm, welcher die X-Achse bildet.
Getragen wird das Ganze von einer Z-Achse, welche mit einer Doppelstangenführung ausgestattet worden ist, um die einseitig wirkenden Kräfte aufzunehmen.
Die Y-Achse bildet das Chassis und nimmt neben der Kontrollbox auch das Display auf.

Wohlmöglich das dem einen oder anderen Leser die Aufbauart bekannt vorkommt, denn auch der Creality Ender-2 und der Tevo Michelangelo sind so konzipiert worden.

Druckgröße

Bei einer Grundfläche von 38 × 33 cm bietet der MINI ein Druckvolumen von 18 x 18 x 18 cm und ist damit unglaublich kompakt. Gerade dieses Merkmal macht den MINI als Zweit- oder Drittgerät für viele Nutzer interessant, die um jeden Zentimeter im Regal kämpfen müssen.

Und was spricht eigentlich dagegen eine Druckfarm mit dem Prusa MINI aufzubauen? 😉

Quelle: https://blog.prusaprinters.org
Quelle: https://shop.prusa3d.com

Elektronik, Mainboard und Display

So ist der MINI der erste 3D-Drucker aus dem Hause Prusa, der über ein 32-bit Board verfügt, waren bisher „nur“ 8-bit Boards verbaut worden. 

Quelle: https://blog.prusaprinters.org

Eine weitere Besonderheit ist, dass das neue „Buddy“-Board, so der Prusa eigene Name. Es handelt sich um eine speziell für Prusa entwickelte Sonderanfertigung mit STM32 Chip. Für die Ansteuerung der Motoren werden TMC2209 Treiber aus dem Hause Trinamic verwendet, welche auch ein Sensorless Homig möglich machen.

Weitere Neuheiten des neuen Boards sind das Vorhandensein einer Netzwerksteckdose (RJ45), die Möglichkeit das Board zukünftig mit einem ESP WIFI Modul zu erweitern und der direkte Druck über einen USB-Stick. In späteren Firmware-Versionen soll eine Software sogar dafür sorgen, dass mehrere Prusa MINI in einer Druckfarm betrieben werden können.

Beim Display hat sich auch einiges getan, so gibt es nun statt des monochromatischen LCD einen 2.8″ Grafik 65k Farbbildschirm. Dieser scheint aber nicht per Touch bedient zu werden.

Hotend und Extruder

Quelle: https://blog.prusaprinters.org

Durch die kompakte Bauform und den Freiarm des MINI musste auch ein neues Zuführkonzept her.
So wurde diesmal kein Direktextruder verwendet, sondern ein 3:1 Übersetzter Bowdenantrieb mit einem E3D kompatiblen Hotend.
Für Drucke mit hoher Auflösung kann auch hier wieder die Düse mit E3D Form getauscht werden.

Funktionen & Parameter

  • Abnehmbares magnetisches Federstahlblech mit PEI-Oberfläche
  • Neuheit 32-bit „Buddy“ Motherboard
  • Leise Trinamic 2209 Schrittmotor-Treiber
  • Schneller Druck: 200+ mm/s
  • Ethernet RJ45 Port und optionales zukünftiges ESP Wi-Fi Modul Upgrade
  • 3 Thermistoren, Lüfterdrehzahlsensoren
  • Druckvolumen 18 x 18 x 18 cm
  • Bowden-System mit 3:1 Untersetzung
  • Schichthöhe Trinamic Treiber mit 256 Mikroschritten
  • Schnelles Vorheizen: PLA 1 min / ASA 3 min
  • Sensorlose Referenzfahrt für X- und Y-Achsen
  • 2.8″ Grafik 65k Farbbildschirm mit G-Code Vorschau
  • Unterstützte Materialien – PLA, PETG, ASA, ABS, Flex
Quelle: https://blog.prusaprinters.org

Vergleich

Hier könnt Ihr nochmal in aller Kürze die Unterschiede vom Prusa MINI zum i3 MK3S nachlesen:

 Prusa MINIPrusa i3 MK3S
Druckraum18 x 18 x 18 cm | 7 x 7 x 7 in25 x 21 x 20 cm | 9.84 x 8.3 x 8
Schichthöhe0.05 – 0.35 mm0.05 – 0.35 mm
Geschwindigkeit200+ mm/s200+ mm/s
Max Hotend/Heizbett Temp.280 °C / 100 °C (500 °F / 212 °F)300 °C / 120 °C (572 °F / 248 °F)
Controller32bit STM32 Sonderanfertigung8bit Ultimachine Rambo
Schrittmotor-Treiber2209 Trinamic2130 Trinamic
ExtruderBowden-System mit 3:1-UntersetzungDirect Drive
LCD Bildschirm2.8″ Grafik 65k FarbbildschirmMonochromatisches LCD
Druckoberflächemagnetisches Heizbett mit abnehmbaren PEI-Federstahlblechenmagnetisches Heizbett mit abnehmbaren PEI-Federstahlblechen
Filamentdurchmesser1.75mm1.75mm
Düsendurchmesser0.4mm (Standard) / andere Düsendurchmesser werden unterstützt0.4mm (Standard) / andere Düsendurchmesser werden unterstützt
Unterstütze MaterialienPLA, PETG, ASA, ABS, FlexJeder Thermoplast einschließlich Nylon und Polycarbonat
Filament SensorOptionales UpgradeJa (IR)
Power PanicNeinJa
Ethernet-VerbindungJaVia Raspberry Pi
Wi-Fi-VerbindungOptionales UpgradeVia Raspberry Pi
Fortgeschrittene Sensoren3 Thermistoren, Lüfterdrehzahlsensoren4 Thermistoren, Lüfterdrehzahlsensoren
Farm ModusJa (kommende Funktion)Nein
KalibrierungAutomatisch, GitterbettnivellierungAutomatisch, Gitterbettnivellierung
DruckmediumUSB-Laufwerk / LANSD Karte
Firmware-Update-SchnittstelleUSB-Laufwerk / LANUSB Port
Stromversorgung160W, externer Adapter von Meanwell oder Delta je nach Region240W, maßgeschneidert von Delta mit Power Panic HW
Bausatz Preis349 USD / 379 EUR (VAT incl.)749 USD / 769 EUR (VAT incl.)
Montierter Drucker Preis999 USD / 999 EUR (VAT incl.)

Ausblick

Wer es bis hierhin geschafft hat zu lesen, dem sei noch ein weiteres „Geheimnis“ verraten. Man arbeitet im Hause Prusa bereits an einem, nennen wir es mal „Prusa XL“.
Wenn man den Aussagen von Josef Prusa glauben schenken darf, dann wird dieser ein Druckvolumen von 40 x 40 x 40 cm erreichen und nicht mehr auf der I3 (Iteration 3) Serie aufbauen, sondern eine Core-XY Variante werden.

Wir jedenfalls sind gespannt, was sich noch alles tut im Hause Prusa und freuen uns schon auf den neuen Prusa MINI, den wir hoffentlich Ende November testen können. Denn bestellt ist unser schon…

News: Prusa SL1 vorgestellt

Josef Prusa scheint mit dem heutigen Datum einen neuen Meilenstein in seinem Unternehmen gesetzt zu haben. Denn Prusa Research verlässt die FDM Welt und bringt mit dem SL1 seinen ersten SLA Drucker auf den Markt.

Auf einem heute aufgetauchten Video wird der neue Drucker vorgestellt.

Und wie man es von Josef Prusa nicht anders erwartet hat, hat der SL1 einige neuartige und sehr interessante Funktionen, die bei anderen SLA fehlen.

So kippt zum Beispiel das Bett der Resinwanne nach vorne, um immer eine gleichmäßige Verteilung des Harzes zu gewährleisten.
Auch Klümpchenbildung soll durch diese neuartige Technik verhindert werden

Ein weiteres Feature ist die automatische Kalibrierung und Ausrichtung der Bauplattform in der Resinwanne.
Durch aufsetzen auf dem Bed wird die Baufläche ausgerichtet und sitz damit immer perfekt.

Die Z-Spindel ist nicht einfach als Trapezgewinde-, sondern als Kugelumlaufspindel ausgeführt.
Hierdurch erreicht man einen spielfreien Lauf und hohe Genauigkeiten.

Ein Resin Sensor sorgt dafür, dassnoch genug Harz in der Resinwanne vorhanden ist.

Gedruckt wird übrigens auf einer flexiblen FEP-Folie.

Weitere Features sind:

  • Power-Panic-Funktion
  • eine Absaugung
  • WIFI
  • LAN
  • USB
  • Schutzmembrane
  • und Online Monitoring

Eine neu- und einzigartige Wash- and Curestation sorgt dafür, dass alle Drucke perfekt nachbehandelt sind.

Der Preis für den SL1 liegt bei 1299€ als Kit und 1599€ als Komplettgerät.
Die Wash- and Curestation ist für 699€ zu haben.

Quelle Bilder: https://youtube.com (Video von Prusa 3D by Josef Prusa)

News: Prusa i3 MK3 – der beste Prusa den es je gab?

Anknüpfend an die Erfolgsgeschichte des Prusa i3 MK2 könnt Ihr seit heute das neue Meisterwerk von Josef Prusa, den Prusa i3 MK3 vorbestellen.


 Ein optischer Filamentsensor, EINSY RAMBo Motherboard mit 256 Microsteps Trinamic Treibern und ein neuartiger Aufbau der Y-Achse sind nur einige der großen Neuerungen des MK3.
Es scheint so, als ob Josef Prusa wieder ein genialer Coup gelungen ist.

Schauen wir uns mal genauer an, was uns mit dem neuen MK3 alles erwartet:

Quelle: Screenshot YouTube Video by Prusa Research (https://youtu.be/hwNIzQLtHnU)

 

Wie bereits geschrieben, wird der neue Prusa i3 MK3 über einen optischen Filamentsensor verfügen, der nicht nur den Fluss des Filamentes überwacht und bei drohender Verstopfung der Düse den Druck unterbricht, sondern er hilft beim Einfädeln des Filaments in den Extruder und stoppt den Druck bei Materialende.

Der neuartige Bondtech Extruder ist laut Prusa Research einer der besten, den es je gab. Durch seine zwei Förderrollen ist ein Durchrutschen des Materials fast unmöglich.
Zudem verfügt der neue Extruder nun über einen P.I.N.D.A 2  Autolevelsensor, welcher dank eines eingebauten Thermistors die Temperaturschwankungen beim Bedlevelling kompensiert.
Eine radiale Lüfterdüse sorgt für die optimale Kühlung des Materials nach dem Austritt aus der Düse und gibt die Luft nun von zwei Seiten ab.

Quelle: Screenshot YouTube Video by Pursa Resaerch (https://youtu.be/hwNIzQLtHnU)

 

Die größte Neuerung allerdings ist der Schritt zur 24V Stromversorgung und dem Einsatz des EINSY RAMBo motherboard. Dies macht es möglich, dass der Prusa i3 MK3 mit Trinamic Microsteppern ausgestattet worden ist, welche 256 Mircosteps Auflösung haben und damit sehr viel leiser sind, als die bisherigen Steppertreiber. Des Weiteren soll eine Kontrollfunktion das sogenannte „layer shifting“ also ein Versatz der Layer verhindern. Doch nicht nur die neuen Steppertreiber sorgen für Ruhe, so wurde beim MK3 auf drehzahlgesteuerte Noctua Lüfter gesetzt, welche nochmal erheblich leiser sein sollen.

 

Quelle: Screenshot YouTube Video by Pursa Resaerch (https://youtu.be/hwNIzQLtHnU)

Neu ist auch der Aufbau der Y-Achse, denn hier werden mit dem MK3 erstmals Aluminiumprofile verbaut, die dafür Sorge tragen, dass mit dem Prusa i3 MK3 Druckgeschwindigkeiten von 200mm/s und mehr erreichet werden können.

Auf der Y-Achse befindet sich übrigens noch eine weitere Innovation:
Ein neuartiges Druckbett mit Magnetwechselsystem.  Durch auswechselbare Federstahlblechplatten mit bewährter PEI-Oberfläche, lassen sich ganz schnell neue Druckjobs starten, ohne das man auf das Abkühlen des Druckbettes warten muss. Zudem können die Drucke dank der Biegsamkeit der Federblechplatte schnell und einfach von der PEI-Oberfläche gelöst werden.

 

 

Der 769,00€ teure Bausatz bzw. das 999,00€ teure Fertiggerät kann ab sofort bei Prusa Research vorbestellt werden und wird ab November 2017 ausgeliefert.