Gastbeitrag: Sculpto 3D-Drucker

Hi, wir haben hier mehrere 3D-Drucker in betrieb und wollten auch für unsere Kunden ein Gerät, was idiotensicher zu bedienen ist und wo man keine Kenntnisse des Slicers benötigt.

Da ist mir irgendwann der Sculpto+* aufgefallen. Ein Gerät, was aussieht, wie eine Küchenmaschine, sehr kompakt ist aber für die Größe einen stattlichen Bauraum von 200x200x160 mm vorweisen kann.
Der Drucker hat kein beheiztes Bett.

Gute Kombination: Der Sculpto+ und das originale Hersteller Filament

Der Drucker wurde mit einer runden Bauplatte geliefert, die per Magneten in den Drehteller eingelegt wird und auch schnell entnommen werden kann. Zusätzlich ist noch eine Glasplatte erhältlich.
Beide sind mit einer Buildtak Oberfläche versehen.

Die Inbetriebnahme ist recht einfach. Drucker anschließen und sich in der Sculpto App anmelden.
Die Erstinbetriebnahme muß über die App erfolgen. Später kann man auch über jeden Browser den Drucker steuern.

Sculpto App starten und neuen Drucker einbinden. Zuerst meldet sich der Drucker als Access Point und die App greift direkt auf diesen zu.
Hier kann man dann den Zugriffscode für den Router (in meinem Fall eine Fritz Box) eingeben und der Drucker verbindet sich dann mit dieser. Danach wählt man mit der App wieder den Router an und das Gerät wäre somit schon das Setup erledigt.

Für Umgebungen, wo man einen User Namen und ein Passwort bei der Anmeldung zum Netzwerk eingeben muss, gibt es auch die Sculpto + Pro Version.

Vor dem Druck muss die Z-Achse kalibriert werden

Vor dem Druck noch die Z-Achse kalibrieren. Die App oder das Webinterface führt einen schnell und problemlos durch den Vorgang. Einfach Papier auf den Druckteller legen und an der Z-Achsen Spindel so lange herum drehen, bis das Blatt Papier so leicht kratzend durch läuft.

Dann wird das Filament geladen. Dies erfolgt auch sehr bedienerfreundlich über die App. Stellenweise ist die Übersetzung etwas lustig..wenn also dann auf dem Schirm ein Menüpunkt „Filament essen“ erfolgt, dann nicht wundern…

Nach dem Einziehen des Filaments kann der Spaß eigentlich schon los gehen.
Die App hat eine direkt Verbindung zu Thingiverse und man kann sofort von dort Teile auswählen und drucken. Somit dürften auch Anwender, die keine Konstruktionskenntnisse haben sofort mit dem Drucker starten können.
Natürlich kann man auch eigene STL-Files hochladen.
Diese werden in die Sculpto Cloud transferiert.
Vor dem Druck lässt die App dem User die Wahl zwischen einigen wenigen Druckparametern:

  • Unterstützung (hier sind die Supports gemeint) Ja/Nein
  • Stärke (Druckdichte) schwach/normal/stark
  • Qualität : schnell/normal/fein

Das wars. Die Sculpto Cloud optimiert jetzt das STL File für den Drucker und schickt den G-Code direkt an den Drucker und schon geht es los.

Was zuerst auffällt, ist dass der Drucker grundsätzlich alle Teile mit einem Raft unterlegt. Das macht bei einer nicht beheizten Bauplatte erst mal durchaus Sinn.
Bei Teilen mit einer großen Grundfläche wäre es unnötig.
Ich habe den Support von Sculpto in Dänemark schon angeschrieben und darum gebeten, dass es in der App einen Menüpunkt geben sollte, wo man den zwangsweise gedruckten Raft auch abschalten kann, wenn es unnötig ist.

Alleine schon deswegen, weil der bei einigen Filamenten schwer abzubekommen ist.
Beim Original Sculpto Filament geht das einigermaßen gut.
Daher empfiehlt der Hersteller auch, nur Original Filamente zu nutzen. Die sind allerdings 20% teurer als andere Hersteller. Ich habe aber auch andere Filamente mal probiert.
Da geht es je nach Hersteller gleich gut oder schlechter.
Aber grundsätzlich sollte man dem Anwender die Wahl lassen, ob er Rafts druckt oder nicht.

So…Drucker startet und blinkt durchgehend in einem Farbmuster.
Dieses muß man erst in die App eintippen, damit der Drucker anfängt.
Dies begründet der Hersteller mit Sicherheitsaspekten, damit der Drucker nicht unbeaufsichtigt gestartet werden kann.
In Anbetracht der angepeilten Zielgruppe eine durchaus akzeptable Vorgehensweise.

Extruderarm

Danach nimmt der Drucker seine Arbeit auf..Teller wird gedreht und an 4 Punkten wird anscheinend noch mal der Abstand zwischen Druckkopf und Bett gemessen und danach startet der Druck.
Und das geht sensationell unspektakulär.
Das ist mit Abstand der leiseste Drucker, der mir je unter gekommen ist. Die Geräuschkulisse ist sensationell niedrig und von daher kann der Drucker durchaus auch in einer Büroumgebung genutzt werden.
Lediglich das Lüftergeräusch ist zu hören, die Mechanik arbeitet sehr unscheinbar und ist akustisch kaum wahrzunehmen.

Und nun druckt er…und das Ergebnis ist eigentlich sensationell.
Ohne an zig Slicer Einstellungen herum basteln zu müssen bekommen der unbedarfte Anwender vom Start weg gut aussehende und maßhaltige 3D-Drucke.
Ich habe auch mal versucht, den Drucker in Simplify3D (S3D) in Betrieb zu nehmen.
Hier sind allerdings einige Sachen zu beachten:

Drucker anlegen als Delta mit zylindrischem Bauraum
Bauraum Maße: 200 x 200 x 160 mm
Düse 0,6 mm

Wichtig ist hier:
Bei S3D keinen Startcode eingeben, wie „home all axis“. Das führt dazu, dass der Drucker auf Anschlag läuft und erst mal rattert.

Als Endcode:

M104 S0
M17
M220 S100
M221 S100
G21
G90
G82
M665 R1
G28.4
G92 E0 X0 Y0 Z0 G0 Z3 X85
G28 Y
M104 S0
M106 S255
M18
M665 R0

Temperatur hatte ich im ersten Layer auf 225 Grad eingestellt und danach auf 200 Grad herunter gefahren. Erste Testdrucke waren erfolgreich.
Bei kleinen Objekten sollte man auch bei S3D ein Raft drunter legen, da die Druckplatte ja unbeheizt ist.

Bevor man direkt G–Code in die Sculpto Cloud schickt, muss man diese Funktion in der App freischalten und das wird in der Datenbank auch vom Hersteller vermerkt.
Dieser warnt vor Freischaltung eindringlich, dass falscher G-Code den Drucker schädigen könnte.

Über die Funktion G-Code hoch laden und drucken kann man dann auch S3D nutzen und seine Objekte drucken.

Fazit:
Dieser Drucker ist für Anfänger absolut sensationell. Schnelle Ergebnisse und vor allen Dingen gute Druckergebnisse.
Es besteht absolut keine Not, sich mit unzähligen Slicereinstellungen herum zu schlagen.
Der Fortgeschrittene kann immer noch in altgewohnter Weise S3D oder Cura nutzen und damit seine Objekte slicen.
Mit der Druckgeschwindigkeit sollte man etwas herum experimentieren und den Drucker eher etwas langsamer laufen lassen, das vermindert die Geräuschkulisse noch mal deutlich und dann ist es eigentlich auch egal, wenn der Drucker etwas länger läuft.
Wer einmal neben laut ratternden Druckern in einem Raum sitzen musste, wird den Sculpto lieben.

Plus:

  •  Kinderleichte Inbetriebnahme
  • sehr geringe Stromaufnahme, vergleichbar mit einem Laptop
  • sehr gute Ergebnisse auch ohne langwieriges Experimentieren in den Slicereinstellungen
  • sehr angenehmes Betriebsgeräusch
  • trotz kompakter Größe steht ein großer Bauraum zur Verfügung

Minus:

  • der Preis von 400 Euro liegt über dem Durchschnitt der sonst üblichen Drucker

Fazit:
Empfehlenswert

Wir danken Hans Willi Stein von Stein-Elektronik (https://stein-elektronik.de) für diesen ausführlichen und interessanten Bericht.

Vorstellung: Sculpto+ – ein 3D-Drucker für jeden Haushalt?

Am 05. September startet auf Kickstarter die Kampagne für den Sculpto+.

Dieser soll, laut dem dänischen Hersteller Sculpto, der benutzerfreundlichste 3D-Drucker der Welt sein und vor allem Menschen ansprechen, die vorher noch nie etwas mit dem 3D-Drucken zu tun gehabt haben.

Bereits vor einem Jahr hatte das Unternehmen eine erfolgreiche Kampagne auf Kickstarter gestartet und einen der beliebtesten 3D-Drucker in Dänemark entwickelt.
Nun will man die Erfolgsgeschichte wiederholen und mit dem Sculpto+ weit über die Grenzen Dänemarks bekannt werden.

 

 

 




Doch was macht den Sculpto+ so interessant?

Als erstes wäre die Größe des Systems zu nennen. Diese ist mit 21,0 cm Breite und einer Höhe von 34,0 cm recht klein bemessen und liefert trotzdem Modelle mit einer Höhe von bis zu 16,0 cm und einer Breite von 20,0 cm. Dabei wiegt der ganze Drucker noch nicht einmal 3,0 kg.

Diese kompakten Maße erhält der Sculpto+ durch seinen besonderen Aufbau.
Der Drucker arbeitet anders als die meisten anderen 3D-Drucker nicht mit linearen Achsen, sondern besitzt einen runden Drucktisch, der zusammen mit einem Knickarm die Extruder-Positionen polar anfährt. Lediglich die Z-Achse ist mit einer Linearführung ausgestattet.

Als nächstes möchte man auch Personen ansprechen, die bisher keinerlei Vorkenntnisse im 3D-Druck Bereich haben.
Ziel sei es „Das Drucken so einfach wie das Runterladen einer App zu machen“, so Simon Breum Fisker, Gründer von Sculpto.
Mit dieser Zielsetzung wurde eine Smartphone-App entwickelt, die nicht nur den Drucker per Knopfdruck starten und kalibrieren soll, sondern auch gleichzeitig als Suchmaschine für 3D-Modell dient.
Zusätzlich wird es, laut Hersteller, auch eine Web-basierte Version für den PC geben.

Vielleicht wiederholt sich mit dem Sculpto+ die Erfolgsgeschichte des Papier-Druckers und in naher Zukunft steht in jedem Haushalt neben dem Papierdrucker ein 3D-Drucker, denn die typischen Gegenargumente, wie der hohe Preis und die komplizierte Bedienung sollen mit dem Sculpto+ der Vergangenheit angehören.

Für alle die das Projekt unterstützen möchten, gibt es die Möglichkeit dies über https://www.thunderclap.it/projects/61303-the-best-desktop-3d-printer zu tun.

 

Alle Bilder (c) sculpto Helsingforsgade 27 8200 Aarhus N Dänemark