3DHubs schaltet ab 01.Oktober 2018 alle Privataccounts ab

Es geht ein Raunen durch die 3D-Druck Szene, denn ab dem 01.10.2018 schaltet 3dhubs.com alle privaten Accounts ab.

Der Grund, laut einer von 3dhubs veröffentlichen E-Mail, ist, dass man sich mehr auf das B2B (Business to Business) Geschäft konzentrieren möchte.
Man möchte einen hoch zuverlässigen Service anbieten.

Bereits im Februar hatte man dies schon angekündigt, doch nun schein das Ende für viele Private Nutzer des beliebten Dienstes gekommen zu sein.

Hier ein Ausschnitt aus der Email von 3DHubs:

“On Monday, October 1st, 2018, we’re going to completely switch our 3D printing service to the Fulfilled by 3D Hubs
offering. This means that it will no longer be possible for Hubs outside the Manufacturing Partner Program to receive
orders on 3D Hubs.
This email explains why we’ve decided to make this switch, what this means for you, and the options you have going
forward.
Why are we doing this?
3D Hubs’ mission is to make manufacturing easier and more accessible. Since we started we have produced more
than 1.7 million parts for customers through our online platform and global network of manufacturing Hubs. We’ve
noticed that as our platform has improved over the years, the customers who order most often are businesses. As we
discussed back in February in this blog post, it has become more and more essential for 3D Hubs to deliver a highly
reliable and consistent manufacturing service to our customers.
To achieve this we started building Fulfilled by 3D Hubs at the end of 2017. We tested the impact of a more controlled
and consistent manufacturing service and customer feedback has been so overwhelmingly positive, it is hard to
ignore. Since launching this service, we have seen significant growth in the usage of our 3D print service, particularly
by the professional user group. We’ve seen customer order value doubling since January. Therefore, over the past year
it has become clear that in order to best serve our growing number of professional customers, 3D Hubs has to double
down on standardisation. That’s why we are taking the hard decision to move away from our original peer-to-peer
model and become fully B2B focused.
What does this mean for you?
As of Monday, October 1st, 2018 Fulfilled by 3D Hubs will be the only option for ordering 3D Printed parts on 3D Hubs.
On this date, the following services will be discontinued:
Platform Orders to non-manufacturing partners
Embeddable Order widget orders
Individual Hub profile pages
Unfortunately, based on your 3D Hubs order history you don’t qualify to become a Manufacturing Partner. This means
that you won’t be able to run your 3D Printing service on 3D Hubs from October 1st, 2018.
If you’re not looking to run a commercial 3D printing business but still want to offer your 3D Printing services locally,
you can consider joining our Talk Maker Forum. On this new subsection of Talk, Hubs can freely connect with local
makers, hobbyists and students interested to get their projects 3D printed. While this is by no means a full blown
replacement of our peer-to-peer platform, we hope we can keep supporting makers, hobbyist andstudents to keep
printing locally.

Email von 3Dhubs.com an seine Nutzer

Weiter geht es nur für diejenigen, die den „Fullfilment Standards“ entsprechen und unter anderem eine gültige Umsatzsteuer-ID vorweisen können.

Man  konnte heute bereits an vielen Stellen im Netz nachlesen, dass man über die Entwicklung und Entscheidung seitens 3DHubs mehr als enttäuscht ist, denn der Dienst ist durch seine breite Community berühmt worden.

Zu welchen Netzwerk die verprellten Nutzer wechseln werden bleibt abzuwarten, denn gerade im deutschsprachigen Raum gibt es kaum Alternativen.

Vergleich: Ender-3 vs. Ender-3 Pro

Glaubensfrage oder doch mehr?

Wer in den vergangenen Tagen auf Gearbest, Aliexpress oder anderen chinesischen Verkaufsportalen geschaut hat, konnte feststellen, dass sich zum Verkaufsschlager von Creality3D, dem Ender-3, ein weiterer 3D-Drucker gesellt hat: der Ender-3 Pro.

Wir möchten in unserer Kurzvorstellung einmal alle wichtigen Unterschiede zwischen den beiden Geräten aufzeigen und schauen, ob sich der Mehrpreis von rund 80€ lohnt.

Schnellere Druckgeschwindigkeit

Laut Datenblatt des Ender-3 Pro auf Gearbest, kann der Ender-3 Pro eine bis zu 125% schnellere Druckgeschwindigkeit erzielen. (Ender-3 80 mm/s vs. Ender-3 Pro 180 mm/s)
Ob dies wirklich realistisch ist, können wir zwar nicht glauben, aber auch zurzeit nicht wiederlegen, da wir den Pro noch nicht für einen Test zur Verfügung haben. Wir denken aber, dass nicht die Druck-, sondern die Verfahrgeschwindigkeit gemeint ist. Und diese beträgt beim Ender-3 ebenfalls 180 mm/s.

Größere Druckfläche

Der Ender-3 Pro soll über eine rund 7,5% größere Druckoberfläche als der Ender-3 verfügen, wobei wir im direkten Vergleich keinen Unterschied der Größe feststellen konnten.

Verbesserte mechanische Eigenschaften

Ein 40 × 40-Aluminium-Strangpressprofil sorgt beim Ender-3 Pro für eine höhere Stabilität an der Y-Achse und damit für einen ruhigeren und spielfreieren Lauf.
 
                         

24V-Netzteil von Meanwell

Hier befindet sich die wichtigste und, unserer Meinung nach, beste Veränderung. So setzt man auf ein bekanntes Markenprodukt an der Stromversorgung und erhöht damit die Zuverlässigkeit des 3D-Druckers.

Neue magnetische Druckoberfläche

Das C-MAG Magnetdruckbett ist ebenfalls neu beim Ender-3 Pro. Die Druckplatte ist abnehmbar und flexibel, so dass die Drucke leichter von der Bauplatte abgelöst werden können.
Wir haben aber schon von Fällen gehört, wo die Magnetkraft bei Temperaturen über 90°C fast vollständig nachlässt und somit das Magnetdruckbett unbrauchbar wird.

Hier findet Ihr schonmal alle wichtigen Daten:

MarkeCreality3D
Geräte TypDIY 
ModellbezeichnungEnder-3 Pro
RahmenmaterialAluminum
DruckbettAluminum Base inkl. magnetischer Druckplatte
DüsenanzahlSingle 
Düsendurchmesser0.4mm (auswechselbar)
Drucktemperaturbis zu 250°C 
Bauraum220x220x250mm
Schichtdicken0.05-0.3mm 
LCD-Screenvorhanden
Druckgeschwindigkeit10 – 180mm/s 
Heizbetttemperaturbis zu 110°C
druckbare MaterialienABS,HIPS,PLA, PETG
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.004mm 
Spannung110V/220V (24V)
Leistung360W 
SlicerCura, S3D, Slic3r 
LieferformBausatz
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB
Gewicht9kg

Review: JGAURORA A5X

Das sich der CR-10 von Creality3D großer Beliebtheit erfreut, ist nicht nur bei den Benutzern, sondern auch bei den Herstellern verschiedenster 3D-Drucker angekommen.
So nun auch bei JGAurora, welcher mit dem A5X ebenfalls einen CR-10 Clone auf den Markt bringt.

Wir haben den Drucker für Euch getestet und möchten Euch unsere Erfahrungen hier in diesem Review mitteilen.

Versand, Verpackung und Motage

Alle Komponenten des A5X sind, wie immer, bestens verpackt worden, so dass das Paket trotz einiger äußeren Spuren gut bei uns angekommen ist.

Der Versand verlief, dank Gearbest German Priority, wie immer ohne Probleme und innerhalb kurzer Zeit haben wir den A5X erhalten.

Die Montage des A5X war, wie bei fast allen CR-10 Clonen, dank der vormontierten Komponeten, denkbar einfach. Vier Schrauben und zwei Seitenverbinder später stand der A5X bereits auf dem Schreibtisch.
Auch der elektrische Anschluss ist kein großes Problem, da alles gut beschriftet ist.

Technische Daten

 
HerstellerJGAURORA
ModellA5X
TechnologieFFF/FDM
AusführungBausatz / vormontiert
RahmenmaterialAluminiumprofile – Stahl pulverbeschichtet
Filament Durchmesser1.75 mm
Druckermaße (HxBxT)610 x 513 x 605 mm
Farbeschwarz
Extruder / HotendBowden Extruder mit Filament Change Assist und Run-Out-Sensor
Düsendurchmesser0.4 mm
Hersteller LandChina
DruckplattformAluminium Heizbett mit Black Diamond Platform (beschichtetes Glas)
Unterstütztes MaterialPLA, ABS, PETG uvm.
Max. Druckbereich (LxBxH)320 x 320 x 350 mm
AnschlussmöglichkeitenUSB-Buchse / USB-Port
Softwarealle gängigen Slicer
Systemanforderungenab Windows 7 / MAC OS
Dateiformat.stl , .obj, g-code
Gewicht10 kg
DisplayFull Color Touch Display

Mechanik, Lager und Führungen

Der A5X setzt, wie sein Vorbild, auf V-Slot Profile mit passenden Rollen, die teilweise über Exzenter eingestellt werden können. Alle Halterungen sind aus pulverbeschichteten Stahlblechen gefertigt und vermitteln einen guten, stabilen Eindruck. Der Halter des Heizbetts ist aus 4mm dicken Blech gefertigt und sorgt für eine gute Befestigung, ohne dass man befürchten muss, dass sich etwas verbiegt.
Auch das Laufprofil des Y-Carriage ist größer gestaltet, als beim Vorbild. Hier kommen statt 40x20mm – 60x20mm Profile zum Einsatz. Ein Pluspunkt für den A5X.

Beide Z-Achsen sind beim A5X direkt mit Motoren und vor allem mit je einem Endstop ausgestattet.
Ein weiterer Pluspunkt für den A5X, denn so kann man immer sicher gehen, dass die X-Achse nach einem Homing richtig steht.

Extruder, Hotend und Heizbett

Die Extruder und Hotend Kombination ist eine Standard MK8 Variante mit dem vom CR-10 bekannten Hotend. Die Kombination ist als Bowden-System ausgeführt. Der Extruder selbst ist aus Aluminium gefertigt und ist direkt auf dem Nema-17 Motor befestigt.

Beim Heizbett handelt es sich um ein 330 x 330mm großes MK3 Aluminium Heizbett mit 24V Anschluss.
Auf dem Heizbett selbst befindet sich die „Black-Diamond-Plattform“, eine Druckplatte mit Haftbeschichtung ähnlich die der Ultrabase von Anycubic.

Elektronik

Hier hat der A5X direkt bei uns gepunktet. Die Elektronik ist mit 24V versorgt, es gibt ein Board mit steckbaren Motortreibern und er hat ein Touch-Display.

Fangen wir mal beim Mainboard und dem Touch-Display an. Hierbei handelt es sich, wie bei seinem Bruder dem A5, um ein MKS Gen L V1.0 Board mit Makerbase 3.0 TFT Touch Display.
Das Tolle hierbei ist, dass die Motortreiber auf dem Board gesteckt sind und bei bedarf gegen andere getauscht werden können. Zudem ist das MKS Board ohne große Probleme auf Marlin zu flashen und kann so immer aktuell gehalten werden.

Das Netzteil kommt mit 360W daher und ist leider, im Gegensatz zum Netzteil des A5, ein No-Name Produkt. Wir hatten gehofft hier auch wieder ein Meanwell Netzteil vorzufinden.

Ansonsten Bietet die Elektronik noch ein paar ganz nützliche Features, wie zum Beispiel einen Filament-Run-Out-Sensor, einen Leveling Assist und wie gesagt einen zweiten Endstop auf der Z-Achse.

Druckergebnisse und Erfahrungen

Wir haben den A5X jetzt seit rund 3 Wochen im Test und können, bis auf ein zwei Sachen, nichts Negatives finden. Das Druckbild ist sauber und die Bedienung sehr einfach.

Lediglich das Einführen des Filaments ist jedes Mal eine Herausforderung, da der Filamentsensor ziemlich im Weg ist. Hier kann man aber sicherlich durch ein kleines Upgrade Abhilfe schaffen.

Leider mussten wir direkt den Bauteillüfter des A5X austauschen, da dieser defekt war und nicht richtig lief, bzw. ganz schreckliche Schabgeräusche machte.

Fazit

Für rund 350€ erhaltet Ihr bei Gearbest einen guten und soliden Drucker, der mit einigen Vorteilen gegenüber dem CR-10 punktet.

So sind der zweite Endstop der Z-Achse, das MKS- Board und die 24V Versorgung wirkliche Pluspunkte gegenüber dem Original. Auch das breitere Profil der Y-Achse gefällt uns sehr.

Wir jedenfalls haben unseren CR-10 in Ruhestand geschickt und drucken mittlerweile lieber mit dem A5X.

Bewertung
Gesamtbewertung 4,1 / 5
Zusammenbau 4,5 / 5
Mechanik / Elektronik 4 / 5
Ausstattung 4,5 / 5
Druckqualität 4 / 5
Preis / Leistung 4 / 5
Lautstärke 3,5 / 5

Scoobe3D – neuartiger 3D-Scanner vorgestellt

3D-Scan ohne Nachbearbeitung und das im Handyformat, geht nicht?!?

Doch, denn seit heute (04.09.2018) gibt es auf kickstarter.com eine neue Kampagne des deutschen Start-Ups Scoobe3D, das genau das kann. 

Der Scoobe3D-Handscanner verbindet höchste Genauigkeit mit kleiner Bauweise und das mit einer Auflösung von bis zu 0,1mm. Eine Nachbearbeitung kann somit fast entfallen.

Möglich ist dies, dank eines neuen einzigartigen Algorithmus und einer neuartigen Scan-Methode.
Der Scoobe3D gibt dabei die 3D-Modelle in den Formaten STL und OBJ aus. Das erstellte Modell kann also direkt nach dem Scan an den 3D-Drucker geschickt werden!

Das Gerät ist in der Basis-Version bereits ab 499€ in der kickstarter-Kampagne zu bekommen. Es bietet die Möglichkeit, dank der quelloffenen Programmierung, eigene Applikationen zu programmieren und zu integrieren.

Das Auslieferungsdatum ist für Mitte 2019 geplant.

Tutorial: Repetier Server V 0.90.1 mit SSD-Speicher

Repetier-Server ist eines meiner Lieblingsthemen beim 3D Druck.
Nachdem mich die SD-Karten ziemlich annervten, wollte ich den Server auf einer SSD unterbringen.
Versuche, das zu dem Zeitpunkt verfügbare Image, auf so ein Teil zu flashen scheiterten leider.

Die übliche Vorgehensweise die config.txt so einzurichten, dass die richtige Laufwerksbezeichnung eingesetzt wurde funktionierte auch nicht.
Dann fand ich ein Tutorial (https://www.randombrick.de/raspberry-pi-3-von-usb-sticks-und-ssd-festplatten-booten/), dass eine andere Möglichkeit bot die SSD ans Laufen zu bekommen.
Das hat sogar funktioniert und die Geschwindigkeit mit der der Raspberry und Repetier-Server dann unterwegs sind, ist klasse.

Ja, aber einen Haken hatte die Geschichte und ich habe wie ein Blöder gesucht, warum der Druck mittendrin einfror.
Das passierte recht häufig und nervt natürlich, denn nur die Mechanik blieb stehen und die Heizungen machten fleißig weiter.
Gegencheck mit einer SD-Karte und identischem Image lief sauber.

Dann kam das neue Update vom Repetier-Server auf 0.90.1 und ich war gespannt, ob meine SSD direkt zu Flashen geht.
Es geht und die SSD startete sofort ohne Änderungen von Laufwerksbezeichnungen. Nur das Display musste wieder eingestellt werden, was aber immer gemacht werden muss.
Meine persönlichen Anpassungen für die Funksteckdose liefen einwandfrei nach dem schönen Tutorial auf https://selbstgedruckt.de/funksteckdosen-repetier
Die Funksteckdose schaltete sofort über die Weboberfläche. Die zusätzlichen Gcode-Befehle arbeiten auch.

Was überraschender Weise nicht funktionierte, war der manuelle Aufruf der Skripte mit dem User „pi“, der aber als Benutzer für die Anpassungen verwendet wird. Im Verzeichnis raspberry-remote konnte der Befehl „send“ genutzt werden, aber über eine Ansteuerung aus einem anderen, übergeordneten Pfad wollte das Teil einfach nicht.
Da ich nun nicht der Linuxprofi bin, konnte ich mir das nicht erklären. Die Funktion im Server ist zwar da, aber das hat genervt.

Durch Zufall habe ich dann herausgefunden, dass es nur funktioniert, wenn die den sonst nötigen „.“ (Punkt) vor dem Befehl weggelassen habe.
Damit ich auch zufrieden bin, habe ich die Skripte angepasst und für den Benutzer „pi“ im Bashskript eine Abfrage eingebaut, die abfragt welcher Benutzer aufgerufen hat und dann über eine IF-Anweisung zwei verschieden Befehle steuert.

Ich habe mir inzwischen erklären lassen, dass es mit einer Vorsichtsmaßnahme für den Superuser zusammenhängen soll und das von diesem nicht zufällig ausgeführt wird und eventuelle Schadsoftware das System beschädigen kann. Verifizieren kann ich das im Moment nicht.

Alles lief und dann der Blick auf den Speicher des Pi. Der Befehl „free“ im Terminalfenster zeigte dann den beruhigenden Wert unter „available“ an.

Nicht mehr ca. 40.000 sondern >700.000 wurde beim Druck angezeigt und auch die Vorschau des Werkzeugweges im Steuerungsfenster lief wieder flüssig.

Zusätzlich noch eine Webcam dran und trotzdem kein Leistungseinbruch.

Fazit: Ich bin begeistert und sehr zufrieden. Das neue Update kam also zum richtigen Zeitpunkt. Die verwendete SSD ist im Foto zu sehen. Der Adapter nennt sich „mSATA SSD Erweiterungs-Platine für den Raspberry Pi“ und die benötigte SSD „Mini mSATA 3 1,8 Zoll SSD Solid State Drive

Review: Alfawise U20

Ein weiterer 3D-Drucker hat sich in die Reihe der CR-10 Clone dazugesellt. Der Alfawise U20, ein Gearbest Eigenprodukt, ist seit ca. Mitte Mai auf dem Markt erhältlich und kostet rund 270€.
Der U20 ist recht unspektakulär und bietet außer dem Touch Display kaum Innovationen zum Grundmodell des CR-10.

Auspacken und Montieren

Tja, was sollen wir hier schreiben… ?
Wie immer in einem riesigen Berg von Schaumstoff verpackt hat uns der Alfawise U20 nach ca. 6 Wochen Lieferzeit erreicht.
Beim Auspacken fielen uns noch Späne von der mechanischen Bearbeitung an den Aluminiumprofilen entgegen, dies kann unter Umständen später zu Problemen beim Drucken führen. Hier sollte man seitens Alfawise bzw. Gearbest nochmal die Produktionskette verbessern.
Der Aufbau gestaltetet sich sehr einfach, schnell und unkompliziert. Auffällig ist, dass die seitlichen T-Platten am unteren Aluminiumprofil nicht mit Hammermuttern, sondern mit einem Direktgewinde verschraubt werden. Ob dies eine wirkliche Verbesserung ist, bleibt abzuwarten.

Technische Daten

 
TechnologieFFF/FDM
AusführungBausatz / vormontiert
RahmenmaterialAluminiumprofil
Filament Durchmesser1.75 mm
Druckermaße (HxBxT)395 x 575 x 610 mm
Farbeschwarz / rot
Extruder / HotendBowden Extruder
Düsendurchmesser0.4 mm
HerstellerAlfawise
Hersteller LandChina
DruckplattformAluminium Heizbett 24V
Unterstütztes MaterialPLA, ABS, PETG uvm.
Max. Druckbereich (LxBxH)300 x 300 x 400 mm
AnschlussmöglichkeitenUSB-Buchse / microSD Slot
Softwarealle gängigen Slicer
Systemanforderungenab Windows 7 / MAC OS
Dateiformat.stl , .obj, g-code
Gewicht12,0 kg
DisplayFull Color Touch Display

Mechanik, Lager und Führungen

Mechanisch ist der U20 sehr stark An den CR-10 angelehnt. Alle Achsen laufen über V-Slot Rollen an den Aluminiumprofilen entlang. Teilweise lassen Sich die Rollen auch über Exzenter verstellen, so dass das Spiel eingestellt werden kann.
Schön ist die einfache Verstellbarkeit des X-Achsen Riemen, einfach zwei Schrauben lösen, Riemen spannen und wieder festziehen.
Bei der Y-Achse jedoch sucht man diese Verstellmöglichkeit leider vergebens. Dort ist das Nachspannen nur am Heizbett möglich, da der Halter der Umlenkrolle nicht mit Hammermuttern, sondern direkt mit dem Rahmen verbunden ist.
Das der U20 ein CR-10Clone ist, merkt man auch am Aufbau der Z-Achse. Diese ist vom CR-10 „Grundmodell“ abgekupfert und arbeitet ebenfalls mit nur einem Antrieb. Bei der Länge der X-Achse kann es dadurch schon mal zu Problemen mit dem Druck kommen, da die Gegenseite abkippen kann.

Ansonsten ist der Drucker recht stabil aufgebaut. Das Heizbett sitzt auf einem soliden Carrier und bietet somit wenig Möglichkeit des Verziehens.
Leider ist das Leveln des Druckers, durch die kleinen Muttern, nicht ganz so benutzerfreundlich wie man es sich wünschen würde. Jedoch unterstütz ein Leveling-Assist beim finden der optimalen Einstellpunkte und erleichtert das ganze doch ein wenig.

Extruder, Hotend und Heizbett

Schon beim ersten Druckversuch fiel uns auf, dass der Extruder so nichts taugt. Das Filament wurde nur ganz leicht zwischen Förderritzel und Gegendruckrolle geklemmt und rutschte bei fast jeder Gelegenheit durch.
Ein Workaround musste her…
Mit einer etwas längeren Schraube, die durch den Filamentsensor führt, und einer Mutter konnten wir dem Extruder mehr „Druck“ verleihen, so dass das Filament jetzt ordentlich gefördert wird.
Bei dieser Gelegenheit tauschten wir den PTFE-Tube auch gleich mit aus, da dieser das Filament ebenfalls nicht sauber zum Hotend führte.

Apropos Hotend, der Alfawise U20 ist mit einem MK8 Hotend ausgestattet, welches wie beim CR-10an den Carrier der X-Achse mit zwei Schrauben befestigt ist.
Für die Bauteilkühlung sorgt ein 40mm Axiallüfter, der seitlich am Schutz des Hotends befestigt ist.
Trotz dieser ungewöhnlichen Anordnung konnten wir bisher keine Probleme bei der Kühlung feststellen.

Beim Heizbett handelt es sich um ein „normales“ MK3 Heizbett mit 310x310mm Grundfläche, also auch hier nichts Spektakuläres zu finden.

Elektronik

Natürlich mussten wir mal wieder einen Blick in die Controlbox werfen und schauen, was dort alles verbaut ist.

Bei der Elektronik unterscheidet sich der Alfawise jedoch deutlich vom CR-10. So läuft der 3D-Drucker nicht auf 12, sondern auf 24 Volt.
Das  Netzteil mit 15A liefert somit insgesamt 360Watt Leistung, was bei dem U20 völlig ausreichend erscheint.
Was uns aber aufgefallen ist, ist dass der Drucker trotz der ausreichenden Leistung sehr träge wirkt.
Das Aufheizen des Druckbettes dauert augenscheinlich sehr lange und auch das Aufheizen der Nozzle ist nicht gerade von Schnelligkeit geprägt.

Im Inneren des Alfawise U20 verrichtet ein uns unbekanntes Mainboard seinen Dienst. Das einzige, was zu erkennen ist, ist die Aufschrift Longer3D. Mehr konnten wir bisher auch nicht herausfinden. Ob dieses Board auf Marlin oder Repetier läuft oder ob es eine eigene Firmware besitzt oder ob es sich updaten lässt, bleibt auch für uns fraglich.
Auf dem Mainboard selbst befinden sich die Steppertreiber fest verlötet und wenn an den Angaben des Chips glauben schenken darf, verrichtet ein ARM 32bit Prozessor seinen Dienst in dem Drucker.
Ansonsten ist noch ein Mosfet mit großem Kühlkörper, der anscheinend für die „Befeuerung“ des Heizbettes zuständig ist.
Auch der Hersteller des Touchdisplays ist uns leider nicht bekannt. Hier findet man nur die Angabe T0280A.
Wir gehen davon aus, dass es für den U20 keine Custom-Firmware geben wird und raten hier allen, die diese gerne auf dem Drucker haben möchten direkt zu einem Umbau auf ein anders Board, wie zum Beispiel dem MKS GEN L 1.0 von Makerbase.

Und noch etwas Interessantes ist aufgefallen: der Extrudermotor stammt von Tronxy, ob Gearbest bzw. Alfawise mit dem bekannten Hersteller zusammenarbeitet oder einfach nur eine große Charge der Motoren aufgekauft hat, bleibt unklar.

Preis / Leistung

Der Alfawise U20 ist, wie bereits eingangs beschrieben, für rund 270€ zu bekommen. Im Vergleich zum CR-10 ein recht annehmbarer Preis, vor allem wenn man sieht, was der U20 an Mehrwert zum CR-10 bietet:

  • 24V Netzteil
  • TFT Touch Display
  • Features, wie Filamentsensor, Power Failure Protection usw.

Die Qualität und Verarbeitung des 3D-Druckers ist in Ordnung und dem Preis angemessen. Man erhält recht gute Druckergebnisse und eine einfache Bedienung.

Fazit

Zusammengefasst ist der U20 ein solider Anfängerdrucker mit ein paar kleinen Schwächen. Er liefert ganz ordentliche Druckergebnisse und ist zudem gut Verarbeitet.
Leider bietet er aufgrund des unbekannten Mainboards und Firmware keine Updatemöglichkeiten für eine Custom-Firmware, wie z.B. Marlin.
Der Alfawise U20 ist ein recht unscheinbares Modell, welches sich einfach in die Reihe der CR-10 Clone einreiht.

Wir geben 3 von 5 Punkten.

Bewertung
Gesamtbewertung 3 / 5
Zusammenbau 4 / 5
Mechanik / Elektronik 2 / 5
Ausstattung 3 / 5
Druckqualität 4 / 5
Preis / Leistung 3 / 5
Lautstärke 2 / 5

Eure Fragen zum Anycubic Photon

Nachdem ich den Artikel über den Anycubic Photon geschrieben habe, erreichten mich viele Anfragen per Mail und einige hier in den Kommentaren. Zum einen ging es um Testdrucke – welche ich natürlich gerne bearbeitet habe. Zum Anderen hattet ihr noch einige Fragen, die ich gerne einmal hier im Artikel beantworten möchte. *Leider* kam zwischenzeitlich gutes Wetter und ein pflegebedürftiger Garten dazu, sodass sich die Fertigstellung des Artikels etwas hingezogen hat. Also bitte nicht sauer sein, falls genau deine Mail nicht direkt beantwortet wurde – die Antwort bekommst du jetzt.

Belichtungszeiten

Sehr viele von euch wollten wissen, welche Belichtungszeiten für verschiedene Resins benötigt werden. Hierzu möchte ich euch ein Google Sheet verlinken, welches viele Resins und ihre Belichtungszeiten enthält. Die Liste wird von mehreren Leuten bearbeitet und enthält deren Erfahrungswerte. Falls du diese Liste erweitern kannst – tue dies gerne. So profitieren alle davon. Zum Google Sheet kommt ihr hier: docs.google.com

Verwendetes Resin

Ich habe bisher das beiliegende Resin von Anycubic, sowie Industrial Blend schwarz, Snow White und unpigmentiertes Resin von FunToDo verwendet. Da ich bis auf ein paar Testobjekte nur Kundenaufträge damit drucke, kann ich zu weiteren Eigenschaften nichts sagen. Von anderen Nutzern weiss ich, dass auch das Wanhao Resin gut ist. Die Resins unterscheiden sich oft in ihrer Flüssigkeit – manche sind sehr dünn- und manche eher dickflüssig. Bisher hat dies aber keine Auswirkung auf die Härte des gedruckten Objekts, nach dem aushärten. Bei Amazon gibt es viele verschiedene Resins zur Auswahl.

Wie unterscheidet sich Resin von ABS und PLA Filament?

Resin hat eine höhere Temperaturbeständigkeit als ABS und PLA. Zudem sind Resins oft chemiebeständiger. Hier gibt es wie bei Filamenten Unterschiede von Material zu Material. Am besten sollte man in die Datenblätter schauen. Da ich neben drei Testdrucken nur Kundenaufträge gedruckt habe, welche meist Dekoteile waren, kann ich nicht direkt etwas zu den mechanischen Eigenschaften sagen. Im allgemeinen eignet sich Resin aber nicht für mechanisch beanspruchte Bauteile da die Widerstandsfähig- und Haltbarkeit schlecht sind Was die Temperatur- und Chemiekalienbeständigkeit angeht sind manche Resins im Vorteil. Leider ist Resin nicht besonders UV-Beständig, weshalb die Drucke nicht über längere Zeit in der Sonne stehen sollten (nach dem Aushärten).

Nachbearbeitung und Aushärten

UV Kammer
UV Kammer zum Aushärten der Modelle nach dem Druck. Kammer befindet sich noch im Aufbau. Foto und Kammer: Sven O.

Anders als beim FDM Druck, wo man oft bei supportlosen Drucken keine Nachbearbeitung benötigt, wird bei DLP Druck immer Nachbearbeitung nötig sein. Nach dem Druck hängen noch flüssige Resinreste am Objekt und es ist noch nicht vollständig ausgehärtet.
Bei mir sieht die Nachbearbeitung folgendermaßen aus:

  1. Objekt im ersten IPA Bad spülen
  2. Objekt im zweiten IPA Bad spülen
  3. Supports entfernen
  4. Objekt in klarem Wasser spülen
  5. Objekt abtrocknen
  6. Objekt weiter aushärten lassen
UV Kammer
UV Kammer zum Aushärten der Modelle nach dem Druck. Kammer befindet sich noch im Aufbau. Foto und Kammer: Sven O.

Das Aushärten nach dem Reinigen ist notwendig, da das Resin nach dem Druck noch nicht vollstänidg ausgehärtet ist. Man kann das fertige Objekt z.B. an einem sonnigen Ort aushärten lassen. Bisher habe ich das aushärten nach dem Druck auch im Drucker gemacht. Einfach einen Quader „drucken“ ohne das Resin in der Wanne ist.

Auf lange Sicht werde ich mir wohl eine Aushärtungskammer bauen. Sven O. hat mir erlaubt die Bilder seiner noch im Bau befindlichen Aushärtungskammer zu veröffentlichen. Danke Sven. Alternativ nutzen Maker auch Nagellampen. Hier sollte drauf geachtet werden, eine zu nehmen, bei welcher die Belichtungszeit frei einstellbar ist. Ansonsten muss man die Lampe regelmäßig anschalten.

Materialsicherheit nach dem Druck

Die Sicherheitshinweise beziehen sich jeweils auf das flüssige Resin sowie das Resin während des Druckvorganges und solange es nicht gänzlich ausgehärtet ist. Nach dem Härten geht keine Gefahr von den Druckobjekten aus. Wer die Objekte weiterbearbeitet (feilen, sägen etc), sollte sich auch entsprechend schützen, da die Stäube weiterhin gesundheitsschädlich sind und nicht eingeatmet werden sollten.

Was benötigt man ausser dem Drucker noch?

Neben einer Möglichkeit die Drucke auszuhärten werden noch folgende Utensilien benötigt:

Sicherheitsausrüstung:

Verbrauchsmaterial:

Druckerschrank/Abluft

Die Abluftkammer hat viele von euch interessiert, deswegen möchte ich euch hier kurze Infos dazu geben. Die Kammer besteht aus 8mm Spanplatten mit weissem Furnier. Im Schrank ist Platz für den Drucker und den Radiallüfter. Zudem habe ich den Drucker auf einem Brett mit Schubladenschienen gestellt, damit der Schrank nicht so hoch sein muss, wie der Drucker in geöffnetem Zustand. So hat der Schrank aussenmaße von 70x30x30cm. Insgesamt hat der Schrank um die 50 Euro gekostet (ohne den Lüfter, da ich diesen von einem Freund bekommen habe) der Lüfter ist so eingebaut, dass er die Luft direkt über dem Drucker absaugt und über ein CombiDec Abluftrohr nach draussen leitet. Da ich den Abluftschlauch aus dem Fenster hänge ist das CombiDec nur 10cm im Durchmesser. Der Lüfter schaut oben ein wenig aus dem Gehäuse, sodass ich einen Adapter von 12,5cm auf 10cm erstellt habe.

Der Lüfter saugt so stark, dass Zigarettenrauch durch die Schlitze der Tür angesaugt wird. Genau wie ich es mir vorgestellt habe.

Supports

Scheinbar war die Aussage zu den Supportstrukturen etwas irreführend. Mit der Anycubic Software lassen sich die Supports anpassen und auch manuelle hinufügen. Jedoch sind es hier punktuell anliegende baumartige Supports, welche über 3 verschiedene Bereiche verfügen die individualisiert werden können: Top, Middle, Bottom. Mit der Software Meshmixer lassen sich wesentlich bessere Supports erstellen. Die STL kann dann ganz normal in der Anycubic Software gesliced werden ohne das dort Supports aktiviert werden.

Alternativen

Interessiert habt ihr euch auch für Alternativen aus dem FFF Drucker Bereich. Wichtig ist hier anzumerken, dass die Detailgenaugikeit eines SLA/DLP Druckers niemals mit FFF Druck erreicht werden kann. Wer nicht gerade Figuren für seine H0 Eisenbahnstadt drucken möchte, der kann sich meiner Meinung nach mal folgende Drucker anschauen.

Zur Vergleichbarkeit mit anderen DLP Druckern kann ich nichts sagen, da ich bisher keine anderen DLP Drucke in „Real Life“ gesehen habe. Grob kann man sagen, dass sich DLP für sehr detailgetreue kleine Objekte, welche kaum mechanisch beansprucht werden und nicht ständig mit Sonnenlicht in Berührung kommen, eignet. Vor allem für Table Top Spieler kann ein SLA Drucker Sinn machen.

Falls ihr weitere Fragen habt, stellt sie bitte in den Kommentaren. So haben alle was davon! Vielen Dank fürs Lesen!

Review: TEVO Michelangelo

Der Konkurrenzkampf tobt:
Die chinesischen Druckerhersteller beobachten den Markt sehr genau und so verwundert es nicht, dass sich zum Erfolgsmodell Ender-2 schnell ein Konkurrent gesellt.

Dieser heißt in diesem Fall Michelangelo und stammt aus dem Hause TEVO.
Kompakt, leise, schnell – diese drei Attribute beschreiben das neue Kompaktgerät schon ganz gut.
Fast wäre es sogar gelungen uns komplett zu begeistern, aber dem kleinen TEVO fehlt ein entscheidendes Detail: er hat KEIN Heizbett!
Warum man auf dieses fast schon existenzielle Bauteil verzichtet bleibt rätselhaft. Dennoch weiß der Zwerg zu begeistern und sein Defizit gut wett zu machen.

Lieferung und Aufbau

Da der TEVO Michelangelo zu 99,99% schon fertig aufgebaut ist, brauchten wir nur noch die vier Füße und den Drehknopf für das Display zu montieren. Da ist besonders für absolute Neuanfänger sehr interessant.
Auch die Verpackung des gesamten Druckers ist sehr vorbildlich gestaltet. Der freihängende Arm wird mit einer dicken Portion Schaumstoff so gut festgehalten, das während des Transports eigentlich nichts passieren sollte.
Leider bringt der Michelangelo nicht viel Zubehör mit. So hätte man zum Beispiel wenigstens ein Filamentsample und den guten alten Seitenschneider mit dazu legen können.
Auch ein Spulenhalter fehlt dem TEVO Michelangelo leider gänzlich.

Grund genug für uns selbst einen zu konstruieren und auf thingiverse zu stellen. Der Halter lässt sich übrigens auf dem Michelangelo drucken, so dass Ihr nicht auf einen zweiten Drucker zurückgreifen müsst.
Unseren Halter findet Ihr als Download hier:

https://www.thingiverse.com/thing:2841917

Technische Daten

 
MarkeTEVO
Geräte TypFertiggerät
ModellbezeichnungMichelangelo V1.0
RahmenmaterialAluminum
DruckbettAluminum Base 
DüsenanzahlSingle 
Düsendurchmesser0.4mm 
Drucktemperaturbis zu 260°C 
Bauraum150x150x150 mm
Schichtdicken0.05-0.3mm 
LCD-Screenvorhanden
Druckgeschwindigkeit60-120 mm/s 
Heizbett
druckbare MaterialienPLA, TPU
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.05mm 
Spannung110V/220V 
Leistung60W
SlicerCura, S3D, Slic3r 
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB
Gewicht6,5 kg

Mechanik und Führungen

Da der TEVO Michelangelo ein Klon des Ender2 bzw. Tronxy X1 ist, ist natürlich auch der mechanische Aufbau ähnlich gestaltet.
Abweichungen findet man aber trotzdem, so ist zum Beispiel der Riemen der X-Achse nicht komplett durch das Aluminiumprofil geführt, sondern nur auf der Oberseite. Wir finden diese Variante gelungener als beim Ender, da es weniger Probleme mit eventuellen Ecken gibt, wo sich der Riemen aufreiben kann.
Ebenfalls besser gelöst finden wir die Anbindung der kompletten Y-Achse. Diese ist fest auf der Grundplatte des TEVO Michelangelo verschraubt und erhält hierdurch eine gute Steifigkeit. Der Riemenantrieb befindet sich seitlich daneben und wird über mehrere Umlenkrollen geführt.
Durch seine feste Basis und die verwendeten Aluprofile scheint der Aufbau des Michelangelo schon gut gelungen.

Geführt wird der Michelangelo übrigens über V-Slot Rollen im Aluminiumprofil, einer mittlerweile sehr verbreiteten Lösung.

Hotend und Extruder

Ein direkter Pluspunkt geht an die Bauteilkühlung des TEVO Michelangelo, denn diese ist von Anfang an mit zwei Radiallüftern ausgestattet und bringt so gute Kühlergebnisse.
Beim Hotend setzt TEVO wieder auf sein standardmäßig verbautes Hotend, welches bereits beim Tornado, Tarantula etc. zu finden ist. Die Kühlung des Hotends erfolgt über einen nicht zu lauten 30×30 Axiallüfter.
Der Extruder, wie sollte es schon fast anders sein, ist der TEVOeigene Klon des E3D Titan Extruders. Der TEVO Titan Extruder hat uns bisher bei allen Druckern sehr gut gefallen und stellt eine günstige Alternative zum Original da. Durch die Untersetzung des Extruders und dem kurzen PTFE Liner, welcher am Michelangelo Verwendung findet, scheinen Förderprobleme fast ausgeschlossen. Selbst flexible Materialien können, mit gut angepassten Druckeinstellungen, beim Michelangelo eingesetzt werden.

Leider schränkt das fehlende Heizbett die Auswahl der Materialien sehr ein.
Warum TEVO auf dieses elementare Bauteil verzichtet hat, bleibt rätselhaft. Zumal dies doch heutzutage zur Grundausstattung eines 3D-Druckers gehören sollte.
Mittlerweile gibt es aber Möglichkeiten dieses nachzurüsten und somit den Michelangelo für (fast) alles gängigen Materialien nutzbar zu machen. Ein gutes Video zum Nachrüsten findet Ihr übrigens hier:

Heizbett für den MIchelangelo [Video von Rics_3D]

Elektronik

Besonders hier sammelt der TEVO Michelangelo Pluspunkte. Verbaut ist ein MKS Gen_L V1.0. Beim Display wurde das MKS MINI 12864 verbaut. Beide Komponenten sind sehr wertig und versehen ohne Probleme den Dienst.
Besonders zu erwähnen ist aber, dass der Michelangelo nicht mit mechanischen, sondern kapazitiven Endschaltern ausgerüstet ist. Gerade in dieser Preisklasse wirklich top.

Durch das fehlende Heizbett konnte natürlich das Netzteil entsprechend klein ausfallen, so dass man im Inneren des 3D-Druckers nur ein 12V – 90W Netzteil findet. Eine Nachrüstung mit einem Heizbett bedeutet also, entweder ein größeres Netzteil zu verbauen, was aber aufgrund des Platzangebotes gut möglich ist, oder aber eine 230V Variante einzusetzen.
Wir tendieren aufgrund der Gefahr, die von 230V ausgehen, immer zur ersten Lösung.

Wer sich Gedanken um die Kühlung des TEVO Michelangelo macht, dem sei gesagt, dass dieser aufgrund des kleinen Netzteils und eines serienmäßig verbauten Lüfters sehr gut ausgestattet ist.

Eine Tatsache die übrigens urig ist, ist dass dem TEVO Michelangelo eine 512MB SD-Speicherkarte beiliegt. Da kommt der Charme der frühen 2000er auf. 😀

 

Druckergebnisse

Die bisher gedruckten Teile sehen sehr gut aus und auch die Geschwindigkeit des kleinen Druckers überrascht. Die Schichtstärken liegen laut Hersteller zwischen 0,02 und 0,3mm, wobei eine Auflösung von 0,1mm eher der Realität entspricht. Dabei darf die Druckgeschwindigkeit aber gerne mal über 80mm/s und mehr betragen.

Preis / Leistung

Der TEVO Michelangelo ist für rund 150-250€ bei diversen Händlern erhältlich.
Ein ganz akzeptabler Preis, zumal der Michelangelo doch mit einigen Feature daherkommt:

  • Eine gute und wertige Elektronik
  • Stabile Basis und Profile aus Aluminium
  • kapazitive Endschalter

Die Qualität und Verarbeitung des 3D-Druckers ist in Ordnung und dem Preis angemessen.

Fazit

Der TEVO Michelangelo ist ein kleiner, schneller Anfängerdrucker mit großen Stärken, aber auch einem sehr großem Defizit. Das fehlende Heizbett schränkt die Materialauswahl beträchtlich ein. Trotzdem punktet der 3D-Drucker in Sachen Geschwindigkeit und Ausstattung. Neben einem Geared Extruder und kapazitiven Endschaltern sind auch die anderen Komponenten sehr wertig.
Durch eine schwere Basis und ausreichend dimensionierten Aluprofilen liefert der Michelangelo sehr gute Druckergebnisse und bleibt dabei trotzdem portabel.

Wir finden den TEVO Michelangelo gut gelungen und empfehlen diesen gerne als Zweit- oder Drittgerät. Aber auch Anfänger sollten diesen 3D-Drucker ins Auge fassen.

Zu kaufen gibt es den TEVO Michelangelo natürlich, wie immer bei Gearbest, AliExpress usw

Bewertung
Gesamtbewertung 4 / 5
Zusammenbau 5 / 5
Mechanik / Elektronik 4 / 5
Ausstattung 3 / 5
Druckqualität 4 / 5
Preis / Leistung 4 / 5
Lautstärke 4,5 / 5

Kurzvorstellung: Alfawise U10

Kommt jetzt der Creality3D CR-10 Killer?

Der chinesische Onlinehändler Gearbest stellt unter seiner Eigenmarke Alfawise den U10 vor.

Der 3D-Drucker will vor allem mit seiner Bauraumgröße von 400x400x500mm! und einem unschlagbaren Preis von rund 400€ punkten.

Der Alfawise U10 bietet dabei von Haus aus schon viele Features, die wir bereits vom CR-10S kennen:

  • zwei Z-Achsenspindeln
  • Filamentsensor
  • Resume Printing Function nach einem Stromausfall

Wir werden den Alfawise U10 natürlich testen und später hier im Magazin ausführlich vorstellen.

Hier findet Ihr schonmal alle wichtigen Daten:

MarkeAlfawise
Geräte TypDIY 
ModellbezeichnungU10
RahmenmaterialAluminum
DruckbettAluminum Base 
DüsenanzahlSingle 
Düsendurchmesser0.4mm 
Drucktemperaturbis zu 260°C 
Bauraum400x400x500mm
Schichtdicken0.05-0.3mm 
LCD-Screenvorhanden
Druckgeschwindigkeit10 – 150mm/s 
Heizbetttemperaturbis zu 100°C
druckbare MaterialienABS,HIPS,PLA, PETG
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.004mm 
Spannung110V/220V 
Leistung360W 
SlicerCura, S3D, Slic3r 
LieferformBausatz
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB
Gewicht15kg

Kurzvorstellung: Anet A9

Als hätte man es geahnt, bringt der chinesische Druckerhersteller Anet ebenfalls ein Gerät in der „Ender-Klasse“ heraus. Somit schlagen sich in diesem Feld momentan vier Hersteller um die Vormachtstellung.

Anders als sein Konkurrent, der TEVO Michelangelo, hat der A9 genauso wie der Ender-2 ein Heizbett verbaut und ist so auch für eine große Auswahl an Materialien geeignet.

Hier findet Ihr alle wichtigen Daten:

Marke:Anet 
Geräte TypDIY 
ModellbezeichnungA9 
RahmenmaterialAluminum
DruckbettAluminum Base 
DüsenanzahlSingle 
Düsendurchmesser0.4mm 
Drucktemperaturbis zu 260°C 
Bauraum16 x 16 x 20cm 
Schichtdicken0.1-0.4mm 
LCD-Screenvorhanden
Druckgeschwindigkeit40 – 120mm/s 
Heizbetttemperaturbis zu 100°C
druckbare MaterialienABS,HIPS,PLA, PETG
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.004mm 
Spannung110V/220V 
Leistung250W 
SlicerCura, S3D, Slic3r 
LieferformBausatz
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB