Review: Ein Riesenteil – Der Anycubic Chiron

Mit dem Chiron bringt der chinesische Hersteller Anycubic einen 3D-Drucker auf den Markt, welcher nicht nur einen sehr großen Bauraum bietet sondern auch über einige smarte Features verfügt. Da der Anycubic Chiron nun bei Amazon Deutschland verfügbar ist, habe ich zugeschlagen. Hier bekommt ihr meinen Eindruck nach einer Woche und knapp 100 Stunden Druckzeit. Am Ende des Beitrags findet ihr eine Gallerie mit Bildern.

Anycubic hat mit seinem i3 Mega einige Lorbeeren sammeln können. Der Drucker besticht durch einen durchdachten Aufbau und konnte sich von den vielen Prusa i3 Klonen, nach deren Prinzip er arbeitet, abheben. Zuletzt hat der chinesische Hersteller mit dem Photon, einem DLP 3D-Drucker, ein neues Gerät vorgestellt. Nun hat sich Anycubic das beliebte CR-10 Design vorgenommen. Ordentlich Zeit gelassen hat Anycubic sich dabei: Die Geräte von anderen Herstellern sind längst am Markt und zumeist auch günstiger, wenngleich der Bauraum dort kleiner ist.

Versandverpackung des Anycubic Chiron
Versandverpackung des Anycubic Chiron. Gesamtgewicht 20 kg. Abmessungen 80x80x40 cm

Lieferumfang

Bei Amazon war ein Angebot für 499 Euro. Mittlerweile gibt es nur das Paket für 539 Euro -hier sind mehr Teile im Lieferumfang (Filament, Düsen, Düsennadeln). Der Lieferumfang besteht bei mir also nur aus dem Drucker, 0,5 kg PLA schwarz und einem Werkzeugpaket wie bei jedem Drucker. Die Lieferung erfolgte durch DHL. Ich habe am Freitag bestellt und am Mittwoch war der Drucker da. Da aus Deutschland versandt wurde fallen keine Steuern oder Zölle an. Der lange Versand lag definitiv an DHL. Der Versandkarton wiegt insgesamt 20 Kilogramm.

Technische Daten

Bauraum400 x 400 x 450 mm
Extruder1
Heizbettja, bis 105°C
ControllboardTrigorilla
BesonderheitenFilamentsensor, Autoleveling Sensor, Power Resume
Netzteil1000W
Schichtauflösungen0,05 - 0,3 mm
PositionierungsgenauigkeitX/Y 0.0125mm , Z 0.0020 mm

Anycubic macht beim Chiron einiges richtig: Das Trigorilla Board ist solide und ermöglicht das Wechseln der Steppertreiber ohne zu löten. Das heißt man kann später einfach Beispielsweise zu leiseren TMC2100 Drivern wechseln. Am Motor der Y-Achse ist ein Entkoppler verbaut, welcher die Vibrationen am Druckbett verringern soll. Auch die beiden optischen Endstops an der Z-Achse sieht man nicht an jedem „CR-10 Klon“.  Mit Zubehör und Ersatzteilen für alle seine Geräte macht Anycubic einiges anders als die vielen chinesischen Hersteller. Auf dem Youtube Kanal kann man regelmäßig neue Tutorials und Instandhaltungstipps zu den Geräten sehen.

Aufbau

Dank des modularen Designs ist der Aufbau sehr schnell erledigt. Lediglich die Z-Achse muss montiert werden. Dies geschieht mittels zwei Schrauben, welche die Profile des Portals und der Basis verbinden. Zudem wird ein T-Winkel mitgeliefert um die Achse zu stabilisieren. Zusammen mit dem Auspacken hat der Aufbau 25 Minuten gedauert – dabei habe ich gelegentlich in die Anleitung geschaut und alle Schrauben nachgezogen. Dies war bei meinem Gerät nicht notwendig. Leider ist ein kleines Stück aus dem Glasdruckbett abgesplittert. Da es am Rand liegt und nicht in den Druckbereich reicht, finde ich es nicht so schlimm – möchte es aber dennoch nicht unerwähnt lassen. Ebenso muss der Filamenthalter zusammengebaut und angebracht werden. Auch dies ist kein Problem.
Der Filamenthalter ist ebenfalls aus Metall. Leider passen nur Spulen mit maximal acht cm breite und Standard-Durchmesser. Für zwei Kilogramm Spulen muss man sich eine andere Lösung einfallen lassen. Spulen von Filament PM passen leider ebenfalls nicht, da sie neun cm breit sind.

Anleitung

Die Anleitung des Druckers ist gut gemacht. Hochwertiges Papier und gute bebilderte Erklärungen erleichtern den Einstieg. Die leider nur in Englisch verfügbare Anleitung enthält ein paar kleine Fehler. Diese liegen allerdings meist in Rechtschreibung und Grammatik. In der gedruckten Anleitung fehlte bei mir ein Abschnitt zum Autoleveling. Aber dazu später mehr. Man sollte sich also lieber die aktuelle Anleitung auf der SD Karte anschauen.

Der Drucker

Da steht er nun der Anycubic Chiron. Das Riesengerät passt fast genau auf einen IKEA Lack Tisch. Es fehlen oben und unten jeweils drei Zentimeterfür einen sicheren Halt. Zudem ragt das Druckbett dann noch über den Tisch hinaus. Insgesamt würde ich für de Chiron einen Platzbedarf von rund 100 x 100 cm und eine Höhe von 80 cm einplanen – wenn man den beiligenenden Filamentspulenhalter nutzt.
Alles in Allem macht der Drucker einen guten Eindruck. Über die „nur“ 20 x 40 mm Aluprofile kann man bei der Bauraumgröße streiten. Auf mich wirkt es soweit stabil. Am Drucker befindet sich nur ein gedrucktes Teil (die Fanduct) alle anderen Kunststoffteile sind auf herkömmliche Weise hergestellt. Dies verleiht dem Drucker eine gute Optik. Auch der „geschlossene“, d.h. mit einer Metallabdeckung versehene, Extruder sieht gut aus und wirkt hochwertiger als die meisten anderen Hotends. Schneller Zugriff auf das Coldend sind so nicht möglich.
Der Tocuscreen zeigt Inhalte in Farbe an und bietet viele Einstellmöglichkeiten. Leider kann man die Flowrate während des Drucks nicht ändern – bisher konnte ich das bei jedem Drucker der hier rumsteht. Mir gefällt auch die Anbringung der Kontrollbox und des Netzteils unter dem Druckbett gut, da der Drucker ansonsten noch mehr Platz einnehmen würde und auch das Kabelmanagement dadurch vereinfach wird. Für einen Größenvergleich: Ein Prusa i3 MK3 passt recht genau auf das Druckbett des Anycubic Chiron.

Unterseite eines Drucks. Die Ultrabase Pro macht ein interessantes Muster auf die Bauteile.
Unterseite eines Drucks. Die Ultrabase Pro macht ein interessantes Muster auf die Bauteile.

Druckbett

Das Druckbett ist mit einer Ultrabase Pro beschichtet. Diese habe ich bisher noch nicht genutzt, war also umso mehr gespannt wie Objekte haften und die Unterseite der Drucke aussieht. Die Ultrabase Pro fühlt sich etwas rau an – in etwa so, als wenn man das Glas mit Schultafellack lackiert hätte. Da die Glasplatte direkt an der Führung der Y-Achse befestigt ist, ist es nicht einfach möglich das Druckbett zu tauschen. Trotz Levelingassistent und Z-Height Kompensation sind vier Justierschrauben am Druckbett angebracht. Diese habe ich nicht genutzt. Dank der Ultrabase Pro Beschichtung haften auch großflächige Drucke optimal. Testdrucke mit ABS, HIPS und Nylon zeigten kein Warping. Nach dem Abkühlen schrumpft die Ultrabase Beschichtung im mikroskopischen Bereich und die Drucke liegen locker auf dem Druckbett. Auch bei sehr großflächigen Drucken.
Wer eine andere Druckbettbeschichtung möchte, muss wohl mit Clips arbeiten oder das Gesamte Druckbett tauschen.

Die Heizzeiten sehen bei 19°C Umgebungs- und Druckbetttemperatur wie folgt aus:

  • 215 Sekunden auf 60°C
  • 485 Sekunden auf 95°C
  • 585 Sekunden auf 105°C
Zubehörpaket Anycubic Chiron
Zubehörpaket Anycubic Chiron

Zubehör

Das Zubehör, welches dem Drucker beiliegt besteht aus:

  • Handschuhen
  • Pinzette
  • Zange
  • Sechskantschlüsseln
  • Spachtel
  • USB-Kabel
  • SD-Karte mit USB-Stick Kartenleser

Die Standardausrüstung bei 3D Druckern. Zumindest der Spachtel und der USB-Stick machen einen hochwertigen Eindruck, die Pinzette ist mit schwarzem Kunststoff überzogen. Ich habe schon schlechtere Werkzeuge gesehen. Zudem ist ein zweiter Druckkopf mit 0,4 mm Düse und Teflonschlauch dabei. Das beiliegende PLA Filament habe ich bisher nicht getestet.

Intelligente Funktionen

Dem Anycubic Chiron wurde vom Hersteller ein Filamentsensor und ein Stromausfallsensor spendiert. Dies macht meiner Meinung nach Sinn, da es die Zuverlässigkeit bei längeren Drucken (die aufgrund der Bauraumgröße ja einhergeht) erhöht. Insgesamt ist bei den dazugehörigen Prozessen noch Luft nach oben. Ebenfalls sinnvoll bei der großen Druckfläche ist der Bett Leveling Sensor mit Auto-Leveling Funktion. Im Bezug auf diese Funktionen habe ich einem Techniker von Anycubic bereits einige Fragen gestellt.

Bett Leveling Sensor

Das Bett Leveling erfolgt durch das Anstecken eines Sensors am Druckkopf. Der Anschluss erfolgt an einer Buchse auf dem Metallgehäuse des Druckkopfs. Der Sensor wird dann neben dem Hotend an einem Magneten befestigt. Danach muss man die Datei „Autoleveling.gcode“ drucken. Der Druck ist innerhalb von 0 Sekunden fertig. Nun ist im Menü ‚Tools > More > Level‘ der Punkt „Probe“ wählbar. Nach Auswahl des Punktes und anschließender Prüfung ob der Sensor richtig angebracht ist, erfolgt das Abtasten durch Bestätigung des „Okay“ Buttons. Der Chiron misst nun 25 Punkte des Druckbettes. Danach sollte die „Level_Test.gcode“ Datei auf der SD-Karte gedruckt werden. Während des Drucks können die Offsets der 25 Messpunkte eingestellt werden um das Bett zum Extruder richtig auszurichten. Der Vorgang funktioniert einfach und sollte auch Einsteigern keine Probleme bereiten – spätestens das Lesen der Anleitung (V7 von der SD-Karte) wird Klarheit bringen.
In der Autoleveling.gcode befinden sich nur drei Commands. Die letzte ist eine M1001. Diese wird verwendet um die „Probe“ im ‚Tools -> More‘ Menü freizuschalten.
Selbst wenn man keine Höhenorrektur an einzelnen Messpunkten vornimmt, muss die Z-Achse während des Drucks arbeiten. Dies habe ich in einem Twitter Video festgehalten.

Stromausfall Resume

Eine Funktion, die nach Stromausfällen den Druck fortsetzen kann, ist definitiv eine gute Idee. Der erste meiner Tests ging ordentlich in die Hose, weil ich aufgrund schlechten Kabelmanagements meinerseits tatsächlich den Drucker vom Strom abgezogen habe – ohne das zu wollen. Da Ich die Gelegenheit trotzdem direkt nutzen wollte, schaltete ich den Drucker einfach an und wollte den Druck fortsetzen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich diesen Punkt der Anleitung nicht ganz gelesen und so ging das Fortsetzen auch gehörig schief: Die Düse zerkratzte die Oberfläche der Ultrabase Pro Beschichtung. Falls ihr euch fragt was das da auf dem Druckbett ist (siehe Galerie am Ende des Beitrags). Nachdem ich beim Support angefragt habe, wurde mir empfohlen die Firmware zu aktualisieren. Mein Chiron wurde mit Version 1.2.5 ausgeliefert. Aktuell (25.10.2018) ist 1.2.8 – die Firmware ist auf der beiliegenden SD-Karte abgelegt. Nach dem Update funktionierte die Resume Funktion einwandfrei: Ich habe das Stromkabel abgezogen und nach kurzer Zeit wieder angesteckt. Dann habe ich den Druck fortgesetzt. Wie mir scheint werden ein paar Lines geskippt, da ich meist an einem Perimeter den Strom abgezogen habe. Der Drucker druckte aber im Infill weiter. Zudem sollte man sobald die Düse warm genug ist, etwas Filament nachschieben, da es in den ersten Zentimetern des fortgesetzten Drucks ansonsten zu Unterextrusion kommen kann. Der Ablauf könnte noch ein wenig verbessert werden. Im Gegensatz zum Power Resume am Prusa MK3 fährt die Nozzle nicht ein paar Milimeter vom Druck weg.
Wichtig dabei ist jedoch: Es ist notwendig in den Startcode eures Slicers am Ende ein „G5“ Kommando einzufügen. Ebenfalls sollte das Druckmodell nur im hinteren Bereich des Druckbetts platziert werden, da der Drucker zum fortsetzen einmal die Z-Achse homed. Drucke auf dem gesamten Druckbett sind leider nicht fortsetzbar nach einem Stromausfall. Dies ist sehr schade, aber wenn man es weiß dann kann man damit arbeiten. Dennoch ist dies ein Nachteil des Chiron.

Filamentsensor

Den Filamentsensor habe ich mit verschiedenen Filamenten getestet. Da es ein mechanischer Switch ist, wird er in verschiedenen Lichtumgebungen gleiche Ergebnisse liefern. Egal ob ABS, Wood, TPU oder andere flexible Filamente: Der Sensor merkt zuverlässig ob noch Filament vorhanden ist. Das sogar, wenn der Drucker gerade nicht druckt. Wenn das Filament während des Drucks abgeschnitten wird, hält der Drucker an und man hat die Möglichkeit neues Filament einzulegen. !!! Dabei wird die Düse nicht runter gekühlt sondern heizt weiter. Das ist meiner Meinung nach suboptimal.

Druckqualität

Da ich Cura nicht zum Slicen nutze musste ich mir in S3D ein eigenes Profil erstellen. Dieses stelle ich euch zum Download zur Verfügung. Die Druckqualität bei maximal 60 mm/s ist ordentlich, auch wenn ich das Profil noch nicht zu 100% richtig eingestellt habe. Es ist aber ein guter Start für euch. Der Druck keinerlei Fehler.
Nach drei 3DBenchys habe ich direkt einen 60+ Stunden Druck gestartet. Dieser lief problemfrei durch. Das gedruckte „Castle“ von MakerBot (thingiverse) ist 38 cm breit. Der Druck sieht super aus – bis auf das Stringing aufgrund eines nicht optimalen Profils. Ich habe ColorFabbs EcoPLA verwendet. Dieses hat eine Fertigungstoleranz von nur 0,1mm. Trotzdem sieht der Druck hervorragend aus und zeigt nicht die gewohnten Probleme eines günstigen Druckers der Out-of-the-Box druckt: Kein Z-Wobble oder ähnliches. Lediglich leichtes Ghosting ist zu erkennen. (Siehe Gallerie am Ende des Beitrags.

Fazit

Der Anycubic Chiron ist ein durchdachter Drucker nach Vorbild des Creality CR-10. Mit dem Trigorilla Board, optischen Endstops an der Z Achse, Filamentsensor und einer Resume Funktion bei Stromausfällen ist es nicht einfach nur ein Cr-10 Klon. Ein Kubikzentimeter Druckvolumen kostet beim Chiron nur 0,007 Euro. Bei einem Creality CR-10 sind es 0,01 Euro und bei einem Prusa i3 MK3 schlägt er mit 0,06 Euro, also fast dem 10-fachen zu Buche.
Der Aftersale Service bei Anycubic funktioniert einwandfrei. Die Mitarbeiter antworten schnell und gehen gut auf die Fragestellungen ein. Der Source Code der Firmware ist frei zugänglich. Somit sind eigene Firmwareanpassungen möglich. Bei Thigivverse habe Ich eine Collection mit Upgrades für den Chiron erstellt. Siehe hier: Anycubic Chiron Upgrades Collection

Vorteile:

  • Sehr großes Druckvolumen
  • Auto-Bedleveling
  • Filamentsensor
  • Solider Aufbau

Nachteile:

  • Netzteillüfter ist sehr laut (ca. 75 dB)
  • Platzbedarf
  • Es werden keine Ordnerstrukturen der SD-Karte angezeigt

 

Vorstellung: TITAN Heatbreaks von RS-Präzision

Das aus einer kleinen Idee ein richtig starkes Produkt werden kann, dass zeigt die Erfolgsgeschichte von RS-Präzision. 

Denn was Richard Dawidowsk und Sven Müller dort herstellen ist nicht nur Qualität, sondern auch höchste Genauigkeit „Made in Germany“.

Die von Ihnen hergestellten Titan 6AL4V Heatbreaks sollten fast jedem in der Maker-Szene bekannt sein, ansonsten sollte man sie schnellstmöglich kennenlernen.

Was macht die Heatbreaks aus?

Schauen wir mal auf das Material.
Titan 6AL4V hat im Gegenzug zu Edelstahl eine 3-fach geringere Wärmeleitfähigkeit. [21 W/(m*K) bei Edelstahl zu 6,8 W/(m*K) bei Titan 6AL4V].
Ein weiterer Punkt ist die hohe Zugfestigkeit von 895N/mm² die das Heatbreak besonders unempfindlich gegen mechanische Belastungen macht.

Doch nicht nur das, denn die Heatbreaks sind speziell gefinished, so dass der Reibungswiderstand für das Filament im Inneren sehr gering gehalten wird.

Man merkt, dass die Macher von RS-Präzision auf jahrelange Erfahrung in der Verarbeitung von Titan zurückblicken können.
Und genau dort liegt auch das Geheimnis, welches natürlich nicht preisgegeben wird.

Was heißt das für den 3D-Druck?

Die Wärme steigt dank der geringen Wärmeleitfähigkeit nicht so schnell ins Coldend. 
Messungen haben gezeigt, dass bei 250°C nur max. 50°C am oberen Ende der Freidrehung in den Kühlkörper steigt.

Uns ist aufgefallen, dass wir bei den RS-Präzisions-Heatbreaks die Retraction-Distance massiv nach unten drehen konnten. (vorher 4mm danach nur noch 1,5mm bei einem Bowden-Setup).

Für welche Materialien sind die Heatbreaks geeignet?

Die Heatbreaks sind für fast alle Materialien und natürlich in der Full-Metal-Version, besonders für Materialien mit höherer Schmelztemperatur geeignet.

Was ist beim Einsatz der Heatbreaks zu beachten?

Wer viel PLA druckt, der muss nicht unbedingt die Full-Metal-Version des Heatbreaks einsetzen.
Es gibt zum Beispiel für den CR-10 eine Variante die mit Teflon-Liner betrieben werden kann.

Ansonsten muss beim Einsatz des Titan 6AL4V Heatbreaks die Temperatur an der Nozzle angepasst werden. Dies liegt daran, dass recht kühles Filament bei hoher Geschwindigkeit die Nozzle stärker abkühlt und das Material einen recht plötzlichen Übergang von fest zu flüssig hat.
Eine gute Kombination ist übrigens der Einsatz eines Vulcano Heizblocks mit dem Heatbreak. 
Dadurch ist ein Anpassen der Temperatur an die Druckgeschwindigkeit, auch oberhalb von 120mm/sec nicht nötig.

Hier kann man das CR-10 Heatbreak als Full-Metal_version und einmal als „normale“ Version für den PTFE-Tube erkennen.

CR-10 Heatbreak "Full-Metal"
CR-10 Heatbreak "normal"
Was kostet ein Heatbreak?

Die kosten für die Heatbreaks liegen, je nach Ausführung, zwischen 12,50€ und 15,00€.

Wo können die Heatbreaks erworben werden?

RS-Präzision bietet einen Direktvertrieb der Heatbreaks an. Auf Ihrer Internetseite  http://www.rs-praezision.de/ sind die diversen Versionen zu finden. 
Zudem sind die Heatbreaks auch in anderen Onlineshops, wie zum Beispiel bei FabberFactory oder PlastikPrint zu finden.

Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und freuen uns auf weitere Produkte.

Review: Creality3D CR-X – Doppelt druckt besser

Name: CR-X
Gewicht: 15kg
Größe: 550x450x650mm
Besonderheiten: Dual (Double) Extruder, Touch Display und 24V Versorgung

Der CR-10 ist erwachsen geworden, so könnte man es kurz beschreiben. Er hat ein neues Aussehen und einige schöne Features erhalten.
Das Wichtigste: der CR-X hat zwei Extruder bekommen und kann somit mehrfarbig drucken.

Wir haben wieder einmal das Glück und dürfen Euch den Drucker in allen Einzelheiten vorstellen.
Unser besonderer Dank geht mal wieder an den Onlinehändler Gearbest, der uns diesen Test ermöglicht hat.

Anlieferung, Auspacken und Montieren

Als wir das Paket in die Arme gedrückt bekommen haben, hatten wir schon ein wenig Sorge, dass diesmal etwas kaputt ist oder fehlt. Eine Seite vom Karton war leicht geöffnet und die gesamte Umverpackung demoliert.
Doch Fehlanzeige, alle Teile waren wie immer bestens verpackt und gut geschützt im Karton vorhanden. Hier merkt man schnell, dass die Mengen an Schaumstoff doch für etwas Nütze sind, vor allem wenn man bedenkt, welchen langen Weg der Drucker aus China hinter sich hat.

Das Auspacken ist für uns fast jedes Mal wie Weihnachten. Wir schauen mit glänzenden Augen in die braune Kiste und freuen uns über jedes Teil, welches wir darin finden.
Beim CR-X ist es diesmal nicht ganz so viel, denn der Drucker besteht aus gerade einmal zwei Teilen. Das eine Teil ist der Portalrahmen mit den Spindeln, den Extrudern und dem Hotend und das andere Teil ist die Basis mit der Elektronik, dem Druckbett und dem Display.
Hier fällt besonders auf. Dass anders als bei den anderen Druckern der CR-Reihe, beim CR-X auf die externe Kontrollbox verzichtet wurde. Damit ist der CR-X die erste Standalone-Version der Serie.

Montieren ließ sich der CR-X innerhalb von nur 15 Minuten. Vier Schrauben halten von unten, durch die Basis, das Portal an seinem Platz. Dann noch schnell vier Kabel dran und es kann losgehen.
Naja, schnell ist bei den Steckern der Z-Motoren und dem Z-Endstop eher die falsche Beschreibung. Hier ist die ganze Geschichte doch sehr fummelig geraten und man braucht evtl. eine Zange um die Stecker richtig zu montieren.

Technische Daten

MarkeCreality3D
Geräte TypDIY 
ModellbezeichnungCR-X
RahmenmaterialAluminum
Druckbettbeschichtete Glasplatte
Düsenanzahl / ExtruderSingle  / Dual Extruder
Düsendurchmesser0.4mm (auswechselbar)
Drucktemperaturbis zu 250°C 
Bauraum300x300x400mm
(270x270x400mm Dual)
Schichtdicken0.05-0.3mm 
BedienungTouch Display
Druckgeschwindigkeit10 – 180mm/s 
Heizbetttemperaturbis zu 110°C
druckbare MaterialienABS,HIPS,PLA, PETG
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.004mm 
Spannung110V/220V (24V)
Leistung500W 
SlicerCura, S3D, Slic3r 
LieferformBausatz
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB
Gewicht15kg

Mechanik, Lager und Führungen

Hier gibt es nicht viel Neues zu berichten. Der CR-X setzt, wie die anderen Drucker der CR-Serie, auf die altbewährten V-Slot Profile mit passenden Führungsrollen. Diese lassen sich übrigens bequem per Exzenter-Sitz einstellen und halten den Drucker spielfrei.

Gerüchten zufolge sollte der CR-X mit einem anderen Antriebssystem der Z-Achsen ausgestattet sein. Bilder in der Bedienungsanleitung festigen diese Gerüchte und zeigen eine andere Variante, als die gelieferte. Es handelt sich um ein Bild des CR-X Synchronriemensystem, welches dann nur noch mit einem Motor angetrieben wird.
Warum man seitens Creality3D auf die Einführung verzichtet hat, bleibt unbeantwortet. Wir hätten uns diese Neuerung gerne gewünscht, da es doch immer wieder bei Druckern mit zwei Z-Achsen zu Abweichungen kommt.

Extruder, Hotend und Heizbett

Beim Extruder und vor allem beim Hotend gibt es große Unterschiede zu berichten. Und nicht nur, weil der CR-X ein Dual-Extruder-System hat.
Die Extruder sind beim CR-X aus Aluminium gefertigt und machen eine sehr gute Figur. Anscheinend hat man bei Creality3D aus den Fehlern der ersten CR-10 Drucker gelernt. Hier kann es damals reihenweise zu Defekten am Extruder durch Bruch.
Die Extruder bei unserem Testdrucker laufen sauber und fördern das Filament sehr gut durch den anschließenden Bowdenschlauch.
Ein kleiner Fehler ist aber trotzdem bei unserem Drucker aufgefallen. Durch eine unsaubere Gewindebohrung am Extruderrad rutschte dieses beim ersten Testlauf nach oben weg, weil es nicht richtig auf der Motorwelle befestigt war.
Drei Handgriffe später und das Problem war beseitigt.

Nun aber zur größten Neuerung der CR-X, dem Dual-Hotend. Dieses verbindet die beiden Extruder mittels Y-Stück zu einem Schmelzkanal. Das tolle daran ist, dass das Y-Stück mit zwei kleinen Schrauben auf dem eigentlichen Hotend befestigt ist.
Das Aussehen des darunterliegenden Hotends erinnert stark an das E3D V6.
Doch nicht nur das Y-Stück am Hotend ist neu, sondern auch die Düsen, mit dem der CR-X arbeitet. Diese sind wesentlich spitzer als die E3D-Düsen und haben ein kürzeres Gewinde.
Ein großer Vorteil daran ist, dass die neuen Düsen nicht mehr so einen großen „Bügelfaktor“ haben und viel genauer extrudieren.
Für uns ist dies ein wirklich gut gelungenes Update.

Das Heizbett beim CR-X ist übrigens keine 12V Version mehr, sondern arbeitet, wie der ganze Drucker, auf 24V. Hierdurch und durch die Isolierung auf der Rückseite erreicht man wesentlich schnellere Aufheizzeiten.
Das Aufheizen auf 60°C dauerte bei uns im Test rund 3 Minuten Das Aufheizen auf 110°C wiederum 10 Minuten, was durchaus akzeptabel ist.

Elektronik

Der Creality3D CR-X bedient sich beim Motherboard eines alten Bekannten. Es ist das Creality V2.1 Mainboard, welches nun mit einem Touchdisplay verbunden ist.
Alle Motortreiber sind, wie bei dieser Version bekannt, auf dem Board fest verlötet und können somit nicht einfach getauscht werden.
Wer es also leise mag, der muss wohl auf ein anderes Board umschwenken.

Eine wichtige Frage bleibt auch, ob sich der CR-X auf Marlin flashen lässt. Theoretisch sollte dies bei dem Creality V2.1 Board möglich sein, ob aber dann die Kommunikation zum Touchdisplay funktioniert, bleibt offen.
Wir bleiben an diesem Thema dran und halten Euch auf dem Laufenden.

Besonders auffällig ist das neue Kabelmanagement bei CR-X.
Da dieser ja, wie zu Eingangs beschrieben, eine Standalone Lösung ist, hat man bei Creality auf den Einsatz der vielen gesleevten Kabel verzichtet und nur ein zentrales Flachbandkabel eingesetzt.
Diese Idee ist simpel und unserer Meinung nach eine wirklich sehr gute Sache.

Was auch noch neu ist, ist der Einsatz eines 24V Netzteiles. Anscheinend geht hier der Trend weg von den 12V Systemen, da immer mehr Hersteller auf die höhere Spannung setzen.

Kleiner Wehrmutstropfen: wer noch andere Drucker hat, muss jetzt bei Ersatzteilen besonders aufpassen.

 

Bedienung und Features

Wie bereits mehrfach geschrieben, wird der CR-X nicht mehr über einen Dreh-Push-Knopf bedient, sondern komfortabler über ein 4,3“ Touch-Display.
Alles ist sehr übersichtlich gehalten und soll eine einfache Bedienung des Druckers ermöglichen.
Wer den CR-X zum ersten Mal anschaltet, der wird von einer melodischen Startsequenz überrascht, welche ein wenig an die GameBoy-Spiele der 90er Jahre erinnert. Auf Dauer kann dieses Gedüdel aber nerven, zumal alle Tastenducke ebenfalls mit einem Ton quittiert werden.
Gut, dass die Entwickler daran gedacht haben eine Lautstärkeregelung zu programmieren 😉.

Ein besonders nützliches Feature ist der Leveling Assistent. Dieser hilft sowohl Anfängern und auch Fortgeschrittenen bei der optimalen Ausrichtung der Bauplattform. Es lässt sich jeder Level-Punkt per Tastendruck anwählen und kann immer wieder neu angefahren werden.

Was uns beim CR-X aber überhaupt nicht gefällt, ist dass man keinerlei Möglichkeiten hat den Drucker über das Menü zu kalibrieren. Weder die Steps/mm lassen sich einstellen, noch ist ein PID Tuning möglich.
Da hätten wir mehr erwartet.

Druckergebnis

Wenn das Dual-Extrudieren einmal vernünftig eingestellt ist, dann läuft der CR-X wie geschnitten Brot. Bei unserem ersten Test haben wir das mitgelieferte Filament von CCTREE verwendet und haben eine herbe Bauchlandung erlebt. Erstens stinkt das Zeug erbärmlich und zweitens mussten wir für das PLA eine Drucktemperatur von mindestens 230°C einstellen.
Beim zweiten Mal ging es schon wesentlich besser mit dem Drucken, da wir ja die Probleme vorher kannten. Die Pilone kann sich, bis auf die obersten Schichten sehen lassen.
Und auch das Problem mit den hohen Temperaturen ist nur bei dem CCTREE Filament der Fall.
Andere Sorten, wie z.B. das Redline Filament können mit wesentlich weniger Temperatur gedruckt

Preis / Leistung

Ok, 600-700€ machen den CR-X nicht gerade zum Schnäppchen, aber Ihr erhaltet viel Drucker für den Preis. Die Verarbeitung ist sehr gut und wer einen Drucker haben möchte, der out oft he box Dual-Drucken kann, der ist mit dem CR-X gut beraten.

Fazit

Bis auf zwei, drei kleine Mängel ist der CR-X ein echter Knaller. Creality3D legt mit seinem neusten Schlachtross die Messlatte im chinesischen 3D-Druckermarkt wieder ein Stückchen höher.
Andere Hersteller werden wahrscheinlich nicht lange auf sich warten lassen und den CR-X alsbald kopieren.
Uns würde freuen, wenn der Drucker noch mit Marlin zu flashen ging und die fehlenden Einstellungsfeatures bekommen würde.

 

Der CR-X erhält unsere bisher beste Wertung von 4,75 Punkten und ist somit besonders empfehlenswert.

Bewertung
Gesamtbewertung 4,75 / 5
Zusammenbau 5 / 5
Mechanik / Elektronik 5 / 5
Ausstattung 5 / 5
Druckqualität 5 / 5
Preis / Leistung 4,5 / 5
Lautstärke 4 / 5

News: Prusa SL1 vorgestellt

Josef Prusa scheint mit dem heutigen Datum einen neuen Meilenstein in seinem Unternehmen gesetzt zu haben. Denn Prusa Research verlässt die FDM Welt und bringt mit dem SL1 seinen ersten SLA Drucker auf den Markt.

Auf einem heute aufgetauchten Video wird der neue Drucker vorgestellt.

Und wie man es von Josef Prusa nicht anders erwartet hat, hat der SL1 einige neuartige und sehr interessante Funktionen, die bei anderen SLA fehlen.

So kippt zum Beispiel das Bett der Resinwanne nach vorne, um immer eine gleichmäßige Verteilung des Harzes zu gewährleisten.
Auch Klümpchenbildung soll durch diese neuartige Technik verhindert werden

Ein weiteres Feature ist die automatische Kalibrierung und Ausrichtung der Bauplattform in der Resinwanne.
Durch aufsetzen auf dem Bed wird die Baufläche ausgerichtet und sitz damit immer perfekt.

Die Z-Spindel ist nicht einfach als Trapezgewinde-, sondern als Kugelumlaufspindel ausgeführt.
Hierdurch erreicht man einen spielfreien Lauf und hohe Genauigkeiten.

Ein Resin Sensor sorgt dafür, dassnoch genug Harz in der Resinwanne vorhanden ist.

Gedruckt wird übrigens auf einer flexiblen FEP-Folie.

Weitere Features sind:

  • Power-Panic-Funktion
  • eine Absaugung
  • WIFI
  • LAN
  • USB
  • Schutzmembrane
  • und Online Monitoring

Eine neu- und einzigartige Wash- and Curestation sorgt dafür, dass alle Drucke perfekt nachbehandelt sind.

Der Preis für den SL1 liegt bei 1299€ als Kit und 1599€ als Komplettgerät.
Die Wash- and Curestation ist für 699€ zu haben.

Quelle Bilder: https://youtube.com (Video von Prusa 3D by Josef Prusa)

Gastbeitrag: Sculpto 3D-Drucker

Hi, wir haben hier mehrere 3D-Drucker in betrieb und wollten auch für unsere Kunden ein Gerät, was idiotensicher zu bedienen ist und wo man keine Kenntnisse des Slicers benötigt.

Da ist mir irgendwann der Sculpto+* aufgefallen. Ein Gerät, was aussieht, wie eine Küchenmaschine, sehr kompakt ist aber für die Größe einen stattlichen Bauraum von 200x200x160 mm vorweisen kann.
Der Drucker hat kein beheiztes Bett.

Gute Kombination: Der Sculpto+ und das originale Hersteller Filament

Der Drucker wurde mit einer runden Bauplatte geliefert, die per Magneten in den Drehteller eingelegt wird und auch schnell entnommen werden kann. Zusätzlich ist noch eine Glasplatte erhältlich.
Beide sind mit einer Buildtak Oberfläche versehen.

Die Inbetriebnahme ist recht einfach. Drucker anschließen und sich in der Sculpto App anmelden.
Die Erstinbetriebnahme muß über die App erfolgen. Später kann man auch über jeden Browser den Drucker steuern.

Sculpto App starten und neuen Drucker einbinden. Zuerst meldet sich der Drucker als Access Point und die App greift direkt auf diesen zu.
Hier kann man dann den Zugriffscode für den Router (in meinem Fall eine Fritz Box) eingeben und der Drucker verbindet sich dann mit dieser. Danach wählt man mit der App wieder den Router an und das Gerät wäre somit schon das Setup erledigt.

Für Umgebungen, wo man einen User Namen und ein Passwort bei der Anmeldung zum Netzwerk eingeben muss, gibt es auch die Sculpto + Pro Version.

Vor dem Druck muss die Z-Achse kalibriert werden

Vor dem Druck noch die Z-Achse kalibrieren. Die App oder das Webinterface führt einen schnell und problemlos durch den Vorgang. Einfach Papier auf den Druckteller legen und an der Z-Achsen Spindel so lange herum drehen, bis das Blatt Papier so leicht kratzend durch läuft.

Dann wird das Filament geladen. Dies erfolgt auch sehr bedienerfreundlich über die App. Stellenweise ist die Übersetzung etwas lustig..wenn also dann auf dem Schirm ein Menüpunkt „Filament essen“ erfolgt, dann nicht wundern…

Nach dem Einziehen des Filaments kann der Spaß eigentlich schon los gehen.
Die App hat eine direkt Verbindung zu Thingiverse und man kann sofort von dort Teile auswählen und drucken. Somit dürften auch Anwender, die keine Konstruktionskenntnisse haben sofort mit dem Drucker starten können.
Natürlich kann man auch eigene STL-Files hochladen.
Diese werden in die Sculpto Cloud transferiert.
Vor dem Druck lässt die App dem User die Wahl zwischen einigen wenigen Druckparametern:

  • Unterstützung (hier sind die Supports gemeint) Ja/Nein
  • Stärke (Druckdichte) schwach/normal/stark
  • Qualität : schnell/normal/fein

Das wars. Die Sculpto Cloud optimiert jetzt das STL File für den Drucker und schickt den G-Code direkt an den Drucker und schon geht es los.

Was zuerst auffällt, ist dass der Drucker grundsätzlich alle Teile mit einem Raft unterlegt. Das macht bei einer nicht beheizten Bauplatte erst mal durchaus Sinn.
Bei Teilen mit einer großen Grundfläche wäre es unnötig.
Ich habe den Support von Sculpto in Dänemark schon angeschrieben und darum gebeten, dass es in der App einen Menüpunkt geben sollte, wo man den zwangsweise gedruckten Raft auch abschalten kann, wenn es unnötig ist.

Alleine schon deswegen, weil der bei einigen Filamenten schwer abzubekommen ist.
Beim Original Sculpto Filament geht das einigermaßen gut.
Daher empfiehlt der Hersteller auch, nur Original Filamente zu nutzen. Die sind allerdings 20% teurer als andere Hersteller. Ich habe aber auch andere Filamente mal probiert.
Da geht es je nach Hersteller gleich gut oder schlechter.
Aber grundsätzlich sollte man dem Anwender die Wahl lassen, ob er Rafts druckt oder nicht.

So…Drucker startet und blinkt durchgehend in einem Farbmuster.
Dieses muß man erst in die App eintippen, damit der Drucker anfängt.
Dies begründet der Hersteller mit Sicherheitsaspekten, damit der Drucker nicht unbeaufsichtigt gestartet werden kann.
In Anbetracht der angepeilten Zielgruppe eine durchaus akzeptable Vorgehensweise.

Extruderarm

Danach nimmt der Drucker seine Arbeit auf..Teller wird gedreht und an 4 Punkten wird anscheinend noch mal der Abstand zwischen Druckkopf und Bett gemessen und danach startet der Druck.
Und das geht sensationell unspektakulär.
Das ist mit Abstand der leiseste Drucker, der mir je unter gekommen ist. Die Geräuschkulisse ist sensationell niedrig und von daher kann der Drucker durchaus auch in einer Büroumgebung genutzt werden.
Lediglich das Lüftergeräusch ist zu hören, die Mechanik arbeitet sehr unscheinbar und ist akustisch kaum wahrzunehmen.

Und nun druckt er…und das Ergebnis ist eigentlich sensationell.
Ohne an zig Slicer Einstellungen herum basteln zu müssen bekommen der unbedarfte Anwender vom Start weg gut aussehende und maßhaltige 3D-Drucke.
Ich habe auch mal versucht, den Drucker in Simplify3D (S3D) in Betrieb zu nehmen.
Hier sind allerdings einige Sachen zu beachten:

Drucker anlegen als Delta mit zylindrischem Bauraum
Bauraum Maße: 200 x 200 x 160 mm
Düse 0,6 mm

Wichtig ist hier:
Bei S3D keinen Startcode eingeben, wie „home all axis“. Das führt dazu, dass der Drucker auf Anschlag läuft und erst mal rattert.

Als Endcode:

M104 S0
M17
M220 S100
M221 S100
G21
G90
G82
M665 R1
G28.4
G92 E0 X0 Y0 Z0 G0 Z3 X85
G28 Y
M104 S0
M106 S255
M18
M665 R0

Temperatur hatte ich im ersten Layer auf 225 Grad eingestellt und danach auf 200 Grad herunter gefahren. Erste Testdrucke waren erfolgreich.
Bei kleinen Objekten sollte man auch bei S3D ein Raft drunter legen, da die Druckplatte ja unbeheizt ist.

Bevor man direkt G–Code in die Sculpto Cloud schickt, muss man diese Funktion in der App freischalten und das wird in der Datenbank auch vom Hersteller vermerkt.
Dieser warnt vor Freischaltung eindringlich, dass falscher G-Code den Drucker schädigen könnte.

Über die Funktion G-Code hoch laden und drucken kann man dann auch S3D nutzen und seine Objekte drucken.

Fazit:
Dieser Drucker ist für Anfänger absolut sensationell. Schnelle Ergebnisse und vor allen Dingen gute Druckergebnisse.
Es besteht absolut keine Not, sich mit unzähligen Slicereinstellungen herum zu schlagen.
Der Fortgeschrittene kann immer noch in altgewohnter Weise S3D oder Cura nutzen und damit seine Objekte slicen.
Mit der Druckgeschwindigkeit sollte man etwas herum experimentieren und den Drucker eher etwas langsamer laufen lassen, das vermindert die Geräuschkulisse noch mal deutlich und dann ist es eigentlich auch egal, wenn der Drucker etwas länger läuft.
Wer einmal neben laut ratternden Druckern in einem Raum sitzen musste, wird den Sculpto lieben.

Plus:

  •  Kinderleichte Inbetriebnahme
  • sehr geringe Stromaufnahme, vergleichbar mit einem Laptop
  • sehr gute Ergebnisse auch ohne langwieriges Experimentieren in den Slicereinstellungen
  • sehr angenehmes Betriebsgeräusch
  • trotz kompakter Größe steht ein großer Bauraum zur Verfügung

Minus:

  • der Preis von 400 Euro liegt über dem Durchschnitt der sonst üblichen Drucker

Fazit:
Empfehlenswert

Wir danken Hans Willi Stein von Stein-Elektronik (https://stein-elektronik.de) für diesen ausführlichen und interessanten Bericht.

3DHubs schaltet ab 01.Oktober 2018 alle Privataccounts ab

Es geht ein Raunen durch die 3D-Druck Szene, denn ab dem 01.10.2018 schaltet 3dhubs.com alle privaten Accounts ab.

Der Grund, laut einer von 3dhubs veröffentlichen E-Mail, ist, dass man sich mehr auf das B2B (Business to Business) Geschäft konzentrieren möchte.
Man möchte einen hoch zuverlässigen Service anbieten.

Bereits im Februar hatte man dies schon angekündigt, doch nun schein das Ende für viele Private Nutzer des beliebten Dienstes gekommen zu sein.

Hier ein Ausschnitt aus der Email von 3DHubs:

“On Monday, October 1st, 2018, we’re going to completely switch our 3D printing service to the Fulfilled by 3D Hubs
offering. This means that it will no longer be possible for Hubs outside the Manufacturing Partner Program to receive
orders on 3D Hubs.
This email explains why we’ve decided to make this switch, what this means for you, and the options you have going
forward.
Why are we doing this?
3D Hubs’ mission is to make manufacturing easier and more accessible. Since we started we have produced more
than 1.7 million parts for customers through our online platform and global network of manufacturing Hubs. We’ve
noticed that as our platform has improved over the years, the customers who order most often are businesses. As we
discussed back in February in this blog post, it has become more and more essential for 3D Hubs to deliver a highly
reliable and consistent manufacturing service to our customers.
To achieve this we started building Fulfilled by 3D Hubs at the end of 2017. We tested the impact of a more controlled
and consistent manufacturing service and customer feedback has been so overwhelmingly positive, it is hard to
ignore. Since launching this service, we have seen significant growth in the usage of our 3D print service, particularly
by the professional user group. We’ve seen customer order value doubling since January. Therefore, over the past year
it has become clear that in order to best serve our growing number of professional customers, 3D Hubs has to double
down on standardisation. That’s why we are taking the hard decision to move away from our original peer-to-peer
model and become fully B2B focused.
What does this mean for you?
As of Monday, October 1st, 2018 Fulfilled by 3D Hubs will be the only option for ordering 3D Printed parts on 3D Hubs.
On this date, the following services will be discontinued:
Platform Orders to non-manufacturing partners
Embeddable Order widget orders
Individual Hub profile pages
Unfortunately, based on your 3D Hubs order history you don’t qualify to become a Manufacturing Partner. This means
that you won’t be able to run your 3D Printing service on 3D Hubs from October 1st, 2018.
If you’re not looking to run a commercial 3D printing business but still want to offer your 3D Printing services locally,
you can consider joining our Talk Maker Forum. On this new subsection of Talk, Hubs can freely connect with local
makers, hobbyists and students interested to get their projects 3D printed. While this is by no means a full blown
replacement of our peer-to-peer platform, we hope we can keep supporting makers, hobbyist andstudents to keep
printing locally.

Email von 3Dhubs.com an seine Nutzer

Weiter geht es nur für diejenigen, die den „Fullfilment Standards“ entsprechen und unter anderem eine gültige Umsatzsteuer-ID vorweisen können.

Man  konnte heute bereits an vielen Stellen im Netz nachlesen, dass man über die Entwicklung und Entscheidung seitens 3DHubs mehr als enttäuscht ist, denn der Dienst ist durch seine breite Community berühmt worden.

Zu welchen Netzwerk die verprellten Nutzer wechseln werden bleibt abzuwarten, denn gerade im deutschsprachigen Raum gibt es kaum Alternativen.

Vergleich: Ender-3 vs. Ender-3 Pro

Glaubensfrage oder doch mehr?

Wer in den vergangenen Tagen auf Gearbest, Aliexpress oder anderen chinesischen Verkaufsportalen geschaut hat, konnte feststellen, dass sich zum Verkaufsschlager von Creality3D, dem Ender-3, ein weiterer 3D-Drucker gesellt hat: der Ender-3 Pro.

Wir möchten in unserer Kurzvorstellung einmal alle wichtigen Unterschiede zwischen den beiden Geräten aufzeigen und schauen, ob sich der Mehrpreis von rund 80€ lohnt.

Schnellere Druckgeschwindigkeit

Laut Datenblatt des Ender-3 Pro auf Gearbest, kann der Ender-3 Pro eine bis zu 125% schnellere Druckgeschwindigkeit erzielen. (Ender-3 80 mm/s vs. Ender-3 Pro 180 mm/s)
Ob dies wirklich realistisch ist, können wir zwar nicht glauben, aber auch zurzeit nicht wiederlegen, da wir den Pro noch nicht für einen Test zur Verfügung haben. Wir denken aber, dass nicht die Druck-, sondern die Verfahrgeschwindigkeit gemeint ist. Und diese beträgt beim Ender-3 ebenfalls 180 mm/s.

Größere Druckfläche

Der Ender-3 Pro soll über eine rund 7,5% größere Druckoberfläche als der Ender-3 verfügen, wobei wir im direkten Vergleich keinen Unterschied der Größe feststellen konnten.

Verbesserte mechanische Eigenschaften

Ein 40 × 40-Aluminium-Strangpressprofil sorgt beim Ender-3 Pro für eine höhere Stabilität an der Y-Achse und damit für einen ruhigeren und spielfreieren Lauf.
 
                         

24V-Netzteil von Meanwell

Hier befindet sich die wichtigste und, unserer Meinung nach, beste Veränderung. So setzt man auf ein bekanntes Markenprodukt an der Stromversorgung und erhöht damit die Zuverlässigkeit des 3D-Druckers.

Neue magnetische Druckoberfläche

Das C-MAG Magnetdruckbett ist ebenfalls neu beim Ender-3 Pro. Die Druckplatte ist abnehmbar und flexibel, so dass die Drucke leichter von der Bauplatte abgelöst werden können.
Wir haben aber schon von Fällen gehört, wo die Magnetkraft bei Temperaturen über 90°C fast vollständig nachlässt und somit das Magnetdruckbett unbrauchbar wird.

Hier findet Ihr schonmal alle wichtigen Daten:

MarkeCreality3D
Geräte TypDIY 
ModellbezeichnungEnder-3 Pro
RahmenmaterialAluminum
DruckbettAluminum Base inkl. magnetischer Druckplatte
DüsenanzahlSingle 
Düsendurchmesser0.4mm (auswechselbar)
Drucktemperaturbis zu 250°C 
Bauraum220x220x250mm
Schichtdicken0.05-0.3mm 
LCD-Screenvorhanden
Druckgeschwindigkeit10 – 180mm/s 
Heizbetttemperaturbis zu 110°C
druckbare MaterialienABS,HIPS,PLA, PETG
Materialdurchmesser1.75mm 
SprachenEnglish 
DateiformateJPG,OBJ,STL 
XY-Genauigkeit0.012mm 
Z-Genauigkeit0.004mm 
Spannung110V/220V (24V)
Leistung360W 
SlicerCura, S3D, Slic3r 
LieferformBausatz
BetriebssystemWindows, Mac OS 
AnschlussmöglichkeitenSD card,USB
Gewicht9kg

Review: JGAURORA A5X

Das sich der CR-10 von Creality3D großer Beliebtheit erfreut, ist nicht nur bei den Benutzern, sondern auch bei den Herstellern verschiedenster 3D-Drucker angekommen.
So nun auch bei JGAurora, welcher mit dem A5X ebenfalls einen CR-10 Clone auf den Markt bringt.

Wir haben den Drucker für Euch getestet und möchten Euch unsere Erfahrungen hier in diesem Review mitteilen.

Versand, Verpackung und Motage

Alle Komponenten des A5X sind, wie immer, bestens verpackt worden, so dass das Paket trotz einiger äußeren Spuren gut bei uns angekommen ist.

Der Versand verlief, dank Gearbest German Priority, wie immer ohne Probleme und innerhalb kurzer Zeit haben wir den A5X erhalten.

Die Montage des A5X war, wie bei fast allen CR-10 Clonen, dank der vormontierten Komponeten, denkbar einfach. Vier Schrauben und zwei Seitenverbinder später stand der A5X bereits auf dem Schreibtisch.
Auch der elektrische Anschluss ist kein großes Problem, da alles gut beschriftet ist.

Technische Daten

 
HerstellerJGAURORA
ModellA5X
TechnologieFFF/FDM
AusführungBausatz / vormontiert
RahmenmaterialAluminiumprofile – Stahl pulverbeschichtet
Filament Durchmesser1.75 mm
Druckermaße (HxBxT)610 x 513 x 605 mm
Farbeschwarz
Extruder / HotendBowden Extruder mit Filament Change Assist und Run-Out-Sensor
Düsendurchmesser0.4 mm
Hersteller LandChina
DruckplattformAluminium Heizbett mit Black Diamond Platform (beschichtetes Glas)
Unterstütztes MaterialPLA, ABS, PETG uvm.
Max. Druckbereich (LxBxH)320 x 320 x 350 mm
AnschlussmöglichkeitenUSB-Buchse / USB-Port
Softwarealle gängigen Slicer
Systemanforderungenab Windows 7 / MAC OS
Dateiformat.stl , .obj, g-code
Gewicht10 kg
DisplayFull Color Touch Display

Mechanik, Lager und Führungen

Der A5X setzt, wie sein Vorbild, auf V-Slot Profile mit passenden Rollen, die teilweise über Exzenter eingestellt werden können. Alle Halterungen sind aus pulverbeschichteten Stahlblechen gefertigt und vermitteln einen guten, stabilen Eindruck. Der Halter des Heizbetts ist aus 4mm dicken Blech gefertigt und sorgt für eine gute Befestigung, ohne dass man befürchten muss, dass sich etwas verbiegt.
Auch das Laufprofil des Y-Carriage ist größer gestaltet, als beim Vorbild. Hier kommen statt 40x20mm – 60x20mm Profile zum Einsatz. Ein Pluspunkt für den A5X.

Beide Z-Achsen sind beim A5X direkt mit Motoren und vor allem mit je einem Endstop ausgestattet.
Ein weiterer Pluspunkt für den A5X, denn so kann man immer sicher gehen, dass die X-Achse nach einem Homing richtig steht.

Extruder, Hotend und Heizbett

Die Extruder und Hotend Kombination ist eine Standard MK8 Variante mit dem vom CR-10 bekannten Hotend. Die Kombination ist als Bowden-System ausgeführt. Der Extruder selbst ist aus Aluminium gefertigt und ist direkt auf dem Nema-17 Motor befestigt.

Beim Heizbett handelt es sich um ein 330 x 330mm großes MK3 Aluminium Heizbett mit 24V Anschluss.
Auf dem Heizbett selbst befindet sich die „Black-Diamond-Plattform“, eine Druckplatte mit Haftbeschichtung ähnlich die der Ultrabase von Anycubic.

Elektronik

Hier hat der A5X direkt bei uns gepunktet. Die Elektronik ist mit 24V versorgt, es gibt ein Board mit steckbaren Motortreibern und er hat ein Touch-Display.

Fangen wir mal beim Mainboard und dem Touch-Display an. Hierbei handelt es sich, wie bei seinem Bruder dem A5, um ein MKS Gen L V1.0 Board mit Makerbase 3.0 TFT Touch Display.
Das Tolle hierbei ist, dass die Motortreiber auf dem Board gesteckt sind und bei bedarf gegen andere getauscht werden können. Zudem ist das MKS Board ohne große Probleme auf Marlin zu flashen und kann so immer aktuell gehalten werden.

Das Netzteil kommt mit 360W daher und ist leider, im Gegensatz zum Netzteil des A5, ein No-Name Produkt. Wir hatten gehofft hier auch wieder ein Meanwell Netzteil vorzufinden.

Ansonsten Bietet die Elektronik noch ein paar ganz nützliche Features, wie zum Beispiel einen Filament-Run-Out-Sensor, einen Leveling Assist und wie gesagt einen zweiten Endstop auf der Z-Achse.

Druckergebnisse und Erfahrungen

Wir haben den A5X jetzt seit rund 3 Wochen im Test und können, bis auf ein zwei Sachen, nichts Negatives finden. Das Druckbild ist sauber und die Bedienung sehr einfach.

Lediglich das Einführen des Filaments ist jedes Mal eine Herausforderung, da der Filamentsensor ziemlich im Weg ist. Hier kann man aber sicherlich durch ein kleines Upgrade Abhilfe schaffen.

Leider mussten wir direkt den Bauteillüfter des A5X austauschen, da dieser defekt war und nicht richtig lief, bzw. ganz schreckliche Schabgeräusche machte.

Fazit

Für rund 350€ erhaltet Ihr bei Gearbest einen guten und soliden Drucker, der mit einigen Vorteilen gegenüber dem CR-10 punktet.

So sind der zweite Endstop der Z-Achse, das MKS- Board und die 24V Versorgung wirkliche Pluspunkte gegenüber dem Original. Auch das breitere Profil der Y-Achse gefällt uns sehr.

Wir jedenfalls haben unseren CR-10 in Ruhestand geschickt und drucken mittlerweile lieber mit dem A5X.

Bewertung
Gesamtbewertung 4,1 / 5
Zusammenbau 4,5 / 5
Mechanik / Elektronik 4 / 5
Ausstattung 4,5 / 5
Druckqualität 4 / 5
Preis / Leistung 4 / 5
Lautstärke 3,5 / 5

Scoobe3D – neuartiger 3D-Scanner vorgestellt

3D-Scan ohne Nachbearbeitung und das im Handyformat, geht nicht?!?

Doch, denn seit heute (04.09.2018) gibt es auf kickstarter.com eine neue Kampagne des deutschen Start-Ups Scoobe3D, das genau das kann. 

Der Scoobe3D-Handscanner verbindet höchste Genauigkeit mit kleiner Bauweise und das mit einer Auflösung von bis zu 0,1mm. Eine Nachbearbeitung kann somit fast entfallen.

Möglich ist dies, dank eines neuen einzigartigen Algorithmus und einer neuartigen Scan-Methode.
Der Scoobe3D gibt dabei die 3D-Modelle in den Formaten STL und OBJ aus. Das erstellte Modell kann also direkt nach dem Scan an den 3D-Drucker geschickt werden!

Das Gerät ist in der Basis-Version bereits ab 499€ in der kickstarter-Kampagne zu bekommen. Es bietet die Möglichkeit, dank der quelloffenen Programmierung, eigene Applikationen zu programmieren und zu integrieren.

Das Auslieferungsdatum ist für Mitte 2019 geplant.

Review: Alfawise U20

Ein weiterer 3D-Drucker hat sich in die Reihe der CR-10 Clone dazugesellt. Der Alfawise U20, ein Gearbest Eigenprodukt, ist seit ca. Mitte Mai auf dem Markt erhältlich und kostet rund 270€.
Der U20 ist recht unspektakulär und bietet außer dem Touch Display kaum Innovationen zum Grundmodell des CR-10.

Auspacken und Montieren

Tja, was sollen wir hier schreiben… ?
Wie immer in einem riesigen Berg von Schaumstoff verpackt hat uns der Alfawise U20 nach ca. 6 Wochen Lieferzeit erreicht.
Beim Auspacken fielen uns noch Späne von der mechanischen Bearbeitung an den Aluminiumprofilen entgegen, dies kann unter Umständen später zu Problemen beim Drucken führen. Hier sollte man seitens Alfawise bzw. Gearbest nochmal die Produktionskette verbessern.
Der Aufbau gestaltetet sich sehr einfach, schnell und unkompliziert. Auffällig ist, dass die seitlichen T-Platten am unteren Aluminiumprofil nicht mit Hammermuttern, sondern mit einem Direktgewinde verschraubt werden. Ob dies eine wirkliche Verbesserung ist, bleibt abzuwarten.

Technische Daten

 
TechnologieFFF/FDM
AusführungBausatz / vormontiert
RahmenmaterialAluminiumprofil
Filament Durchmesser1.75 mm
Druckermaße (HxBxT)395 x 575 x 610 mm
Farbeschwarz / rot
Extruder / HotendBowden Extruder
Düsendurchmesser0.4 mm
HerstellerAlfawise
Hersteller LandChina
DruckplattformAluminium Heizbett 24V
Unterstütztes MaterialPLA, ABS, PETG uvm.
Max. Druckbereich (LxBxH)300 x 300 x 400 mm
AnschlussmöglichkeitenUSB-Buchse / microSD Slot
Softwarealle gängigen Slicer
Systemanforderungenab Windows 7 / MAC OS
Dateiformat.stl , .obj, g-code
Gewicht12,0 kg
DisplayFull Color Touch Display

Mechanik, Lager und Führungen

Mechanisch ist der U20 sehr stark An den CR-10 angelehnt. Alle Achsen laufen über V-Slot Rollen an den Aluminiumprofilen entlang. Teilweise lassen Sich die Rollen auch über Exzenter verstellen, so dass das Spiel eingestellt werden kann.
Schön ist die einfache Verstellbarkeit des X-Achsen Riemen, einfach zwei Schrauben lösen, Riemen spannen und wieder festziehen.
Bei der Y-Achse jedoch sucht man diese Verstellmöglichkeit leider vergebens. Dort ist das Nachspannen nur am Heizbett möglich, da der Halter der Umlenkrolle nicht mit Hammermuttern, sondern direkt mit dem Rahmen verbunden ist.
Das der U20 ein CR-10Clone ist, merkt man auch am Aufbau der Z-Achse. Diese ist vom CR-10 „Grundmodell“ abgekupfert und arbeitet ebenfalls mit nur einem Antrieb. Bei der Länge der X-Achse kann es dadurch schon mal zu Problemen mit dem Druck kommen, da die Gegenseite abkippen kann.

Ansonsten ist der Drucker recht stabil aufgebaut. Das Heizbett sitzt auf einem soliden Carrier und bietet somit wenig Möglichkeit des Verziehens.
Leider ist das Leveln des Druckers, durch die kleinen Muttern, nicht ganz so benutzerfreundlich wie man es sich wünschen würde. Jedoch unterstütz ein Leveling-Assist beim finden der optimalen Einstellpunkte und erleichtert das ganze doch ein wenig.

Extruder, Hotend und Heizbett

Schon beim ersten Druckversuch fiel uns auf, dass der Extruder so nichts taugt. Das Filament wurde nur ganz leicht zwischen Förderritzel und Gegendruckrolle geklemmt und rutschte bei fast jeder Gelegenheit durch.
Ein Workaround musste her…
Mit einer etwas längeren Schraube, die durch den Filamentsensor führt, und einer Mutter konnten wir dem Extruder mehr „Druck“ verleihen, so dass das Filament jetzt ordentlich gefördert wird.
Bei dieser Gelegenheit tauschten wir den PTFE-Tube auch gleich mit aus, da dieser das Filament ebenfalls nicht sauber zum Hotend führte.

Apropos Hotend, der Alfawise U20 ist mit einem MK8 Hotend ausgestattet, welches wie beim CR-10an den Carrier der X-Achse mit zwei Schrauben befestigt ist.
Für die Bauteilkühlung sorgt ein 40mm Axiallüfter, der seitlich am Schutz des Hotends befestigt ist.
Trotz dieser ungewöhnlichen Anordnung konnten wir bisher keine Probleme bei der Kühlung feststellen.

Beim Heizbett handelt es sich um ein „normales“ MK3 Heizbett mit 310x310mm Grundfläche, also auch hier nichts Spektakuläres zu finden.

Elektronik

Natürlich mussten wir mal wieder einen Blick in die Controlbox werfen und schauen, was dort alles verbaut ist.

Bei der Elektronik unterscheidet sich der Alfawise jedoch deutlich vom CR-10. So läuft der 3D-Drucker nicht auf 12, sondern auf 24 Volt.
Das  Netzteil mit 15A liefert somit insgesamt 360Watt Leistung, was bei dem U20 völlig ausreichend erscheint.
Was uns aber aufgefallen ist, ist dass der Drucker trotz der ausreichenden Leistung sehr träge wirkt.
Das Aufheizen des Druckbettes dauert augenscheinlich sehr lange und auch das Aufheizen der Nozzle ist nicht gerade von Schnelligkeit geprägt.

Im Inneren des Alfawise U20 verrichtet ein uns unbekanntes Mainboard seinen Dienst. Das einzige, was zu erkennen ist, ist die Aufschrift Longer3D. Mehr konnten wir bisher auch nicht herausfinden. Ob dieses Board auf Marlin oder Repetier läuft oder ob es eine eigene Firmware besitzt oder ob es sich updaten lässt, bleibt auch für uns fraglich.
Auf dem Mainboard selbst befinden sich die Steppertreiber fest verlötet und wenn an den Angaben des Chips glauben schenken darf, verrichtet ein ARM 32bit Prozessor seinen Dienst in dem Drucker.
Ansonsten ist noch ein Mosfet mit großem Kühlkörper, der anscheinend für die „Befeuerung“ des Heizbettes zuständig ist.
Auch der Hersteller des Touchdisplays ist uns leider nicht bekannt. Hier findet man nur die Angabe T0280A.
Wir gehen davon aus, dass es für den U20 keine Custom-Firmware geben wird und raten hier allen, die diese gerne auf dem Drucker haben möchten direkt zu einem Umbau auf ein anders Board, wie zum Beispiel dem MKS GEN L 1.0 von Makerbase.

Und noch etwas Interessantes ist aufgefallen: der Extrudermotor stammt von Tronxy, ob Gearbest bzw. Alfawise mit dem bekannten Hersteller zusammenarbeitet oder einfach nur eine große Charge der Motoren aufgekauft hat, bleibt unklar.

Preis / Leistung

Der Alfawise U20 ist, wie bereits eingangs beschrieben, für rund 270€ zu bekommen. Im Vergleich zum CR-10 ein recht annehmbarer Preis, vor allem wenn man sieht, was der U20 an Mehrwert zum CR-10 bietet:

  • 24V Netzteil
  • TFT Touch Display
  • Features, wie Filamentsensor, Power Failure Protection usw.

Die Qualität und Verarbeitung des 3D-Druckers ist in Ordnung und dem Preis angemessen. Man erhält recht gute Druckergebnisse und eine einfache Bedienung.

Fazit

Zusammengefasst ist der U20 ein solider Anfängerdrucker mit ein paar kleinen Schwächen. Er liefert ganz ordentliche Druckergebnisse und ist zudem gut Verarbeitet.
Leider bietet er aufgrund des unbekannten Mainboards und Firmware keine Updatemöglichkeiten für eine Custom-Firmware, wie z.B. Marlin.
Der Alfawise U20 ist ein recht unscheinbares Modell, welches sich einfach in die Reihe der CR-10 Clone einreiht.

Wir geben 3 von 5 Punkten.

Bewertung
Gesamtbewertung 3 / 5
Zusammenbau 4 / 5
Mechanik / Elektronik 2 / 5
Ausstattung 3 / 5
Druckqualität 4 / 5
Preis / Leistung 3 / 5
Lautstärke 2 / 5