Review: JGAURORA A5 – verboten gut

Selten sind wir von Anfang an zu begeistern, aber wir müssen sagen, dass der JGAURORA A5 unsere Erwartungen bei weitem übertroffen hat.
Natürlich gibt es hier und da ein paar Punkte, die uns nicht so gut gefallen, aber bis jetzt überwiegt der erste positive Eindruck.

Alleine schon die Verarbeitung des 3D-Druckers macht Spaß anzuschauen. Es gibt CNC-gefräste Halterungen, ein 24V Netzteil und ein Full-Color Display mit Touch. Warum man immer wieder hört, dass es Probleme beim Zoll mit dem Drucker geben soll bleibt erstmal unverständlich. Da sind andere Geräte viel schlechter verarbeitet und weisen sicherlich eine größere Anzahl an Mängeln auf als der JGAURORA A5.

Auspacken und Montieren

Wie immer und fast nicht anders zu erwarten, wurde der JGAURORA A5 gut verpackt und sogar sehr schnell von Gearbest geliefert. Auffällig war direkt, dass nochmal eine Pappbanderole um den Karton geklebt wurde. Es scheint fast so, dass auf dem Versandweg einige Drucker verloren gegangen sind und man deshalb auf diese Schutzmaßnahme zurückgreifen muss.
Innen erwarten uns, mal wieder mit viel Schaumstoff verpackt, die Bauteile vom A5. Da es sich um einen fast vollständig zusammengesetzten 3D-Drucker handelt besteht der Inhalt nur aus dem Unterteil, dem Portal und einem kleinen Zubehörkarton.

Die Montage des Druckers ist denkbar einfach: Portal aufstellen, Unterteil einsetzen, alles verschrauben und die Kabel einstecken, fertig.
Nicht einmal 10 Minuten und es erwartet Euch ein fast druckbereites System. Einzig die Druckplatte muss noch manuell gelevelt werden. Dies ist aber dank mitgelieferter Abstandskarte und Auto Leveling Assist überhaupt kein Problem.

Der einzige Wehmutstropfen den wir beim JGAURORA A5 hatten ist, dass der Lüfter vom Hotend ein dermaßen schlimmes Geräusch macht, weil dieser nicht mit dem Blech in dem er sitzt verschraubt ist. Warum das so ist, fragen wir uns an dieser Stelle auch. Zwei Schrauben später und der Lüfter schnurrt wie ein Kätzchen…

Technische Daten

 
TechnologieFFF/FDM
AusführungBausatz / vormontiert
RahmenmaterialStahl – pulverlackiert
Filament Durchmesser1.75 mm
Druckermaße (HxBxT)540 x 480 x 545 mm
Farbeschwarz
Extruder / HotendBowden Extruder mit Filament Change Assist
Düsendurchmesser0.4 mm
HerstellerJGAURORA
Hersteller LandChina
DruckplattformAluminium Heizbett mit Black Diamond Platform (beschichtetes Glas)
Unterstütztes MaterialPLA, ABS, PETG uvm.
Max. Druckbereich (LxBxH)305 x 305 x 320 mm
AnschlussmöglichkeitenUSB-Buchse / USB-Port
Softwarealle gängigen Slicer
Systemanforderungenab Windows 7 / MAC OS
Dateiformat.stl , .obj, g-code
Gewicht13,5 kg
DisplayFull Color Touch Display

Mechanik, Lager und Führungen

Fangen wir mal mit dem Schlechten an.
Die Lager der X- und Y-Schlitten scheinen irgendwo aus einer 20 Jahre alten Maschine ausgebaut worden zu sein 😉. Die Linearbuchsen klappern und machen Geräusche, dass einem wirklich angst und bange wird. Ein Spiel in den Führungen konnten wir aber nicht feststellen.
Sicherlich macht es für den geübten Bastler sinn die Lager gegen hochwertige Linearbuchsen auszutauschen um die Geräusche, soweit es möglich ist, zu minimieren.

Gefallen hat uns wiederum beim A5, dass sämtliche Halter aus gefrästen Aluminiumblöcken bestehen, was bei einer Preisklasse um die 400-500€ absolut nicht selbstverständlich ist. Der gesamte Aufbau ist sehr stabil, was vor allem durch die Stahlbleche kommt, aus denen der A5 gefertigt ist. Schon beim Anycubic i3 MEGA ist dies ein absoluter Vorteil gegenüber anderen 3D-Druckern. Interessant ist auch, dass die Wellen für die Y-Achse nicht aus Ø8mm, sondern aus Ø10mm Durchmesser bestehen. Auch der Halter des Heizbettes ist sehr stabil mit Verstärkungen ausgeführt, so dass hier ein Verbiegen der Druckoberfläche fast ausgeschlossen werden kann.

Extruder, Hotend und Heizbett
Ein Eigenbau: Das Hotend vom JGAURORA A5. Es dient gleichzeitig zur Aufnahme der Linearlagerbuchsen.

Die beim JGAURORA A5 eingesetzte Extruder/Hotend-Kombination scheint recht gut aufeinander abgestimmt zu sein. Diese ist als Bowden-Setup ausgeführt und hat bisher alle Tests gut absolviert. Was ein wenig stören könnte ist, dass der PTFE-Liner zusammen mit anderen Kabeln zum Hotend geführt wird und dadurch sehr lang ist. Gerade beim Bowden sollte man immer auf einen nicht zu langen Teflon-Liner achten, da es sonst zu Förderproblemen kommen kann.
Zum Hotend können wir nicht viel sagen, da dieses anscheinend eine Eigenentwicklung von JGAURORA ist, die gleichzeitigt die Linearlager der X-Achse mitaufnimmt. Bei den Düsen handelt es sich aber um handelsübliche E3D-Düsen, die ohne Probleme ausgetauscht werden können.

Auf der einen Seite schön, aber auf der anderen Seite problematisch könnte der automatische Einzug des Filaments werden, denn man hat keinerlei Möglichkeit das Filament manuell einzufädeln, bzw. herauszuziehen. Gerade wenn mal eine Verstopfung im Hotend vorliegt oder man das Material wechseln möchte, kann so kein Cold-Pull ausgeführt werden. Ansonsten ist beim A5 noch ein mechanischer Filamentsensor vorhanden, der den Drucker, im Falle einer leeren Spule, pausiert und somit einen Fehldruck vermeidet. Was ein sehr schönes und nützliches Feature ist.

Heizbett

Anders als die erste Version des A5 kommt unser Modell nicht mit einer Magnetwechselplatte, sondern mit einer „Black Diamond Platform“ daher. Dieses Druckbett erinnert schon sehr stark an die Ultrabase von Anycubic und ist auch vom Haftungsverhalten fast identisch. Aufgeklebt ist die Glasplatte auf einem 305x305mm großen Heizbett, welches über die üblichen vier Schrauben gelevelt wird. Somit bietet der JGAURORA A5 mit einer Druckhöhe von 320mm ein sehr großes Druckvolumen.

Elektronik

Der JGAURORA A5 läuft auf 24V, was wirklich sehr gut ist, denn so heißt das Druckbett sehr schnell hoch. Knapp drei Minuten bis zur 60°C Marke und nochmal 14 Minuten mehr bis 110°C. Bei einer Druckfläche von 305 x 305 mm sind das annehmbare Werte. Wer es noch ein wenig schneller mag, der kann natürlich sein Heizbett von unten zusätzlich isolieren.

Im Inneren verrichtet ein Makerbase MKS GEN L 1.0 seinen Dienst und wird über ein Makerbase 3.0 TFT Touch Display gesteuert.
Zur Ansteuerung der Motoren befinden sich austauschbare Pololu A4988 Stepper-Treiber auf dem Board. Dies ist besonders dann interessant, wenn man den Drucker noch leiser bekommen möchte und die Treiber gegen Andere wechselt.

Die Stromversorgung liefert, wie bereits erwähnt, ein 24V Netzteil mit 350W von Meanwell.
Wer beim JGAURORA nach Lüftern im Unterteil sucht, der wird enttäuscht. Lediglich der Netzteillüfter verrichtet ab und an seinen Dienst. Es gibt für das Board keinen zusätzlichen Lüfter, ob sich dies bei längeren Drucken bemerkbar macht bleibt abzuwarten.

Bedienung und Features

Wir hatten es ja schon angerissen, dass der JGAURORA über einige tolle Features verfügt.

  • TFT Touch Display
  • Filament-Ende Sensor
  • Black Diamond Platform

Der Drucker hat aber noch mehr zu bieten:

Power Failure Protection

Nach einem Stromausfall ist es beim JGAURORA A5 möglich den Druck an der Stelle fortzusetzten, an dem der Drucker zuletzt stehen geblieben ist. Man muss aber dazusagen, dass man die Nahtstelle, an der der Drucker wieder angesetzt hat, deutlich erkennt.

Leveling Assist

Ein überaus nützliches Feature ist der Leveling Assist. Dieser hilft sowohl Anfängern und auch Fortgeschrittenen das Druckbett optimal auszurichten. Jeder Levelpunkt lässt sich ganz einfach mit einem Tastendruck anfahren und einstellen.

Leider etwas irreführend ist der Punkt WIFI im Menü des Druckers, welcher aber keinerlei Funktion aufweist. Vielleicht wird dies einmal bei späteren Modellen von JGAURORA eingesetzt.

Preis / Leistung

Der JGAURORA ist für rund 400-500€ bei diversen Händlern erhältlich.
Ein nicht zu hoher Preis, wenn man bedenkt was man alles dafür bekommt:

  • Eine gute und wertige Elektronik
  • 24V Netzteil
  • Halterungen aus Aluminium
  • TFT Touch Display
  • Features, wie Filamentsensor, Power Failure Protection usw.

Die Qualität und Verarbeitung des 3D-Druckers ist in Ordnung und dem Preis angemessen.
Auch die Optik ist bei diesem Gerät durch die schwarz-pulverlackierten Bleche und den abgerundeten Formen sehr angenehm. Eine unserer Frauen meinte, dies ist endlich ein Modell, was auch mal im Wohnzimmer Platz finden könnte 😉.

Fazit

Bis jetzt hat uns der JGAURORA A5 überzeugen können. Hier und da weist der 3D-Drucker zwar noch ein paar Schwächen auf, wie zum Beispiel die klapperigen Lager oder der lange Teflon Liner, aber insgesamt ist das System stimmig und zu einem guten Preis erhältlich.
Besonders seine netten Zusatzfunktionen, wie der Filamentsensor und der Leveling Assist sind nicht oft in dieser Preisklasse zu finden. Auch die Halterungen aus Aluminium haben uns überzeugt.
Der Aufbau ist schnell, einfach und auch für Laien durchzuführen.
Durch das Touch Display sind alle Funktionen schön und ordentlich zu finden. Inwieweit man später eine quelloffene Firmware wie z.B. Marlin oder Repetier aufspielen kann bleibt abzuwarten.

Uns jedenfalls macht der JGAURORA A5 sehr viel Spaß und erhält daher 4 von 5 Punkten.

Bewertung
Gesamtbewertung 4 / 5
Zusammenbau 5 / 5
Mechanik / Elektronik 5 / 5
Ausstattung 4,5 / 5
Druckqualität 4 / 5
Preis / Leistung 3 / 5
Lautstärke 2 / 5

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Ulrich Saßmannshausen

Ulrich Saßmannshausen

Mein Name ist Ulrich Saßmannshausen, ich bin der Gründer und Hauptautor von SELBSTgedruckt - 3D-Druck Magazin
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3 Gedanken zu „Review: JGAURORA A5 – verboten gut

  • 30. Mai 2018 um 18:11
    Permalink

    Hallo Samuel, vielen Dank für diesen Test.
    Falls du etwas Zeit hast, hätte ich eine Frage.
    Ich habe seit 3 Wochen den Wanhao D9. Leider ist mir dieser kaputt gegangen.
    Nun weiss ich nicht ob ich mir nochmals einen Wanhao anschaffen soll oder den JGAURORA A5. Alternativ auch den Anycubic mega i3.

    Würdest du sagen dass der JGAURORA besser ist als der D9? Vom Anycubic lese ich meist nur gutes, hat aber das kleinste Druckbett der dreien. Woebei mittlerweilen die Grösse nicht mehr so entscheidend ist.

    Liebe Grüsse
    Marc

    Antwort
  • 30. Mai 2018 um 8:52
    Permalink

    Hallo, habe mir auch den Drucker angeschafft. Meine Heizplatte ist aber nicht geklebt, sondern geklemmt und an den Ecken ist sie abgeschrägt. Habe ich eventuell die Vorgängerversion erhalten?

    Antwort
  • 6. März 2018 um 10:46
    Permalink

    Diese Rezension ist in Ordnung, aber es fehlt an Beispielen für Druckqualität! Haben Sie auch einen Stromausfall getestet? wenn das Bett abkühlt, knallen die Teile von der Bauplatte … die Stromwiederaufnahme-Funktion ist dann nutzlos! Schließlich wurde dieser Drucker zur Überprüfung durch JGAurora geliefert?

    Antwort

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