Review: STARTT / TronXY XY-100 | Was taugt ein Drucker für 99€?

Was taugt ein Drucker für 99€?

Wir haben den Test gemacht und uns den STARTT von imakr.com bestellt.

Den Preview-Artikel dazu findet Ihr übrigens hier.

Doch was kann der STARTT?
Vorweg ist zu sagen, dass dieser Drucker über kein Heizbett verfügt, so dass die Materialauswahl sehr eingeschränkt ist.
Jedoch funktioniert der „Kleine“ wie wir Ihn gerne nennen, erstaunlich gut.

Doch nun von Anfang an:

 

Die Lieferzeit

Imakr hatte den STARTT seit Anfang März über die sozialen Netzwerke beworben, so dass wir früh darauf aufmerksam wurden. Nach einem kurzen Schriftwechsel mit dem CEO von imakr.com haben wir den STARTT dann am 11.03.2017 bestellt.
Leider gab es  Liefer- und Qualitätsprobleme mit dem Hersteller Tronxy, so dass der Drucker erst knapp 8 Wochen später bei uns eintraf.
In einschlägigen Foren und Facebook-Gruppen konnte man schon vorab lesen, dass die Qualität der 3D gedruckten Bauteile nicht die Beste sei und vereinzelt auch Bauteile, wie zum Beispiel Schrauben oder Muttern fehlen.

 

Das Unboxing

Nachdem, wie gesagt, der Drucker 8 Wochen nach unserer Bestellung eintraf, haben wir uns direkt ans Unboxing gemacht und geschaut, ob alle Teile vorhanden sind. Bei uns fehlte lediglich eine M6 Mutter, die wir aus eigenen Beständen dazugelegt haben.

Hier könnt Ihr das Video zum Unboxing ansehen:

 

Der Aufbau

Der Aufbau des STARTT 3D Drucker verlief dank der Aufbauanleitung ohne größere Probleme.
 Leider ist die Anleitung nur in den Sprachen Englisch und Französisch verfügbar, so dass mache Anweisungen, wenn man der englischen Sprache nicht ganz so vertraut ist, nur durch die Übersetzung einer großen Suchmaschine verständlich waren.
Wir müssen aber fairerweise dazusagen, dass die Aufbauanleitung sehr gut bebildert ist, so dass man

Als sehr fummelig erwies sich das Einführen der Muttern in die Acrylbauteile. Dieses Problem konnten wir nach ein paar Schraubverbindungen schnell umgehen, indem wir die Schrauben und Muttern vormontiert und  an die vorgesehenen Stellen eingefädelt haben.

Die Verkabelung der Motoren und Endstops war, dank vorkonfektionierter und beschrifteter Kabel, kein Problem.
Alles in allem gab es keine Probleme den Drucker zu montieren, so dass auch Anfänger und nicht so technisch begabte Menschen dies schaffen sollten.

 

Die Verarbeitung

Wie bereits zuvor beschrieben, las man immer wieder von schlecht gedruckten 3D Teilen und sogar gewölbten Acryl-Bauteilen. Letzteres können wir nicht bestätigen. Jedoch lässt die Qualität der 3D gedruckten Bauteile sehr zu wünschen übrig.

Die Acrylteile sind sauber und passgenau ausgelasert und machen einen vernünftigen Eindruck.
Die Verbindungen der Teile untereinander lassen sich problemlos herstellen und scheinen den gestellten Anforderungen gerecht zu werden.
Mehr Qualität hatten wir uns von den Gewindestangen der Z-Achsen versprochen. Diese sind zwar mit Trapezgewinde versehen, jedoch ist der Durchmesser mit 5mm sehr klein bemessen.
 Auch die Führungsstangen der Z-Achse sind alles andere als solide. Hier merkt man dann doch den Preis.
Dies merkt man auch daran, dass sich die verbauten GT2 Riemen nicht nachspannen lassen. Lediglich beim Aufbau legt man einmalig die Spannung durch Strammziehen der Riemen fest.
Beim Hotend handelt es sich um ein E3D Clone mit Bowden. Der Bowdenmotor ist seitlich am Rahmen befestigt. Beide sind über einen Teflonschlauch miteinander verbunden.
Zu den Elektronikkomponenten lässt sich nicht viel sagen. Bei den Motoren handelt es sich um NEMA 17 und für die Steuerung des ganzen Druckers wird ein MELZI 2.0 V5 Board verwendet, auf dem Repetier 0.91 aufgespielt ist.

 

Druckergebnisse

Der erste Druck verlief erstaunlicherweise ohne Probleme. Wir haben das Druckbett gelevelt und danach direkt losgelegt. Durch das fehlende Heizbett gab es jedoch ganz schnell Haftungsprobleme, die wir mittlerweile durch den Einsatz einer, mit PrintaFix beschichteten, Glasplatte in den Griff bekommen haben.
Bei den Drucken lässt sich auf alle Fälle ein starkes Wobbeln erkennen, was wohl auf die dünnen Z-Gewindestangen zurückzuführen ist.
Was Ihr auf jeden Fall machen solltet, ist den Extruder zu überprüfen.
Bei uns passte die extrudierte Länge nicht überein, so dass wir hier nachstellen mussten.

 

Fazit

Der STARTT ist mit 99€ einer der günstigsten 3D Drucker derzeit auf dem Markt.
Trotz seines Preises liefert er ganz passable Druckergebnisse und lässt sich einfach aufbauen. Für Anfänger scheint dieser Drucker trotzdem ungeeignet, da wie bereits erwähnt das Heizbett fehlt und man doch schon Erfahrungen im 3D Druck sammeln sollte, bevor man sich dieses Gerät zulegt.
Wir nutzen den STARTT zukünftig, um Extruder, Hotends und sonstige Komponenten zu testen.

Wer weiß, vielleicht wird aus dem „Kleinen“ später doch noch was ganz großes, denn mit den Komponenten lässt sich allemal ein anderer Drucker zusammenbauen.

Ulrich Saßmannshausen

Ulrich Saßmannshausen

Mein Name ist Ulrich Saßmannshausen, ich bin der Gründer und Hauptautor von SELBSTgedruckt - 3D-Druck Magazin
Mein Ziel ist es, Euch mit Neuigkeiten, Test und Tutorials aus der Welt des 3D-Drucks zu versorgen.
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Ein Gedanke zu „Review: STARTT / TronXY XY-100 | Was taugt ein Drucker für 99€?

  • 9. Juli 2018 um 7:00
    Permalink

    Hab mir das Gerät gekauft yk yx 100 bekomme es nicht eingerichtet läuft YouTube Videos zusammen bauen bei Druck Vorlage aus dem Netz ziehen und über cura in ein g Code verwandeln dann drucken…. Er druckt nicht auf dem Bett und lässt sich auch nicht verbinden mit dem PC was kann ich dann noch tun

    Antwort

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